Tabellenspitze erfolgreich verteidigt

Aus dem Tagebuch eines Mannschaftsführers…

Da waren es noch nur zwei!! Nach unseren Sieg in Stade können nur noch zwei Mannschaften Meister in der Oberliga Nord West werden. Unglaublich, aber wahr – die anderen acht Mannschaften sind noch potentielle Abstiegskandidaten. Doch drehen wir die Uhr wieder um ein paar Tage zurück.

Nachdem wir unsere Ziele für die erste Mannschaft neu definiert hatten, konnte ich wieder acht Spieler für die lange Reise in den Norden (nach Stade) motivieren. Da es am Samstag immer noch schneite und die Wettervorhersage für Sonntag nicht besser wurde, verlegte ich die Abfahrt von 08:00 Uhr auf 07:30 Uhr. Alle Mitspieler wurden informiert – was sollte also schiefgehen?

Natürlich ging einiges schief… doch lasse ich mal die Details außen vor.

Die Aufstellung lautete:

Hamelner SV – Stader SV

2346 Bode, Wilfried – Günnigmann, Manuel 2142
2251 Schirm, Friedmar – Hauschild, Andreas 2284
2186 Renner, Kai – Buck, Lars 2156
2287 David, Adrian – Brümmel, Arend 2106
2250 Bauer, Reinhard – Nodorp, Dieter 2119
2063 Schmidt, Dennis – Carmesin, Matthias 1979
2078 van Son, Lutz – Dede, Rüdiger (DWZ 1965)
2096 Kaiser, Gerhard – Schwarz, Nico 1748

An den sieben Brettern hatten die Spieler aus Stade einen Elo-Schnitt von 2054, wir einen von 2187. Besonders an Brett 1, 4 und 8 hatten wir deutliche Vorteile, mussten allerdings Brett 5 frei lassen und lagen somit 0:1 in Rückstand.

In den ersten zwei Stunden konnte man schon erkennen, dass einige Hamelner ein wenig verkrampft waren. Lastete der Rückstand auf ihre Schultern? Nur Adrian stand frühzeitig recht aussichtsreich. Dennis, Kai und Gerd standen schon suboptimal, wobei Gerds Gegner zumindest viel Zeit verbraucht hatte.

Als erstes beendete Adrian die Partie. Nach einer tollen Eröffnungsphase hatte der Gegner einen schwachen Bauern und das Rochaderecht verloren. Auch die übrigen Figuren standen nicht gut. Adrian machte mächtig Druck und so entschloss sich sein Gegenüber ein Läuferopfer auf h7 reinzuschleudern. Kurz bewiesen, dass es unkorrekt war und schon stand es 1:1.

Inspiriert von einigen Klassikern, die ich meinen Schülern gezeigt hatte, entschloss ich mich ein Bauernopfer für Entwicklung anzubieten. Doch mein Gegner lehnte es nach langer Bedenkzeit ab. Die Stellung war nie richtig vorteilhaft, bis ich auf die Uhr schaute. Mein Gegenüber hatte ziemlich viel Zeit verbraucht – so änderte ich kurz die Strategie und verkomplizierte die Stellung und stellte hin und wieder mal eine Mattdrohung auf. Die Extrazeitreglung verleitet zu sehr, sehr lange nachzudenken. Als mein Gegner dann quasi nur noch seine Bonuszeit hatte, verschärfte ich erneut die Stellung (gut einen Qualitätsgewinn hatte ich zwischendurch nicht gesehen) und gewann einen Springer. Dann durfte mein Gegner zwischen Damenverlust und Matt wählen und gab auf. 2:1

Man of the match war für mich Kai. Grundsätzlich sah die Stellung nach der Eröffnung ja ganz brauchbar aus, doch nach Annahme eines Bauernopfers kamen die gegnerischen Truppen in seine Stellung. Nun hieß es kühlen Kopf bewahren und sich richtig zu verteidigen. Glücklicherweise sah sein Gegner ein Phantom und brachte den Gewinnzug nicht auf das Brett. Eine kurze Unaufmerksamkeit reichte und Kai konnte wichtiges Angriffsmaterial tauschen, sodass ein besseres Turmendspiel übrig blieb. Das Endspiel behandelte der Hamelner exzellent und konnte sicher gewinnen. Klasse Leistung! 3:1

Damit war der Wettkampf gekippt – nun hatten wir noch zwei Bretter die auf deutlicher Vorteil bis Gewinn und zwei Bretter mit sehr bedrohlich standen.

Friedmar’s Gegner war der einzige, der nominell stärker war als die Gastspieler. Und man muss zugeben, dass SF Hauschild wieder eine sehr starke Leistung zeigte. Stand es in der Eröffnungsphase noch recht ausgeglichen sah man beim Beginn des Mittelspiels, dass zwei schwache Bauern auf unsere Seite entstanden waren. Friedmar tat sein Bestes, doch das undankbare Turmenspiel war kaum zu halten. Erst flog ein Bauer weg, dann drückte sein Gegner den Freibauern durch. Schade, da war nichts zu machen. 3:2

Dass Rentner scheinbar doch viel Zeit haben, zeigte unser Senior. Hatte Gerd doch die Endspiel-CDs von Matthias Wahl sehr gut auswendig gelernt. Doch erst mal musste er dort hin kommen. In der Eröffnung überraschte Gerd seinen Gegner – anhand des Zeitbrauchs war offensichtlich, dass der Hamelner die richtige Variante rausgesucht hatte. Die Stellung verkomplizierte sich und es drohten einige Opfer. Gerd schaffte es die Stellung rechtzeitig zu vereinfachen und seinem Gegner zwei Doppelbauern zu besorgen. Im Schwerfigurenendspiel gewann Gerd einen Bauern und konnte ins gewonnene Turmendspiel abwickeln. Hier kam dann seine Endspielkenntnis zum Tragen und sicherte den vierten Punkt für Hameln. 4:2

Am Spitzenbrett experimentierte Wilfried mit einer neuen Eröffnung und stand frühzeitig recht aussichtsreich. Doch es dauerte, diesen Vorteil kontinuierlich auszubauen und einen Bauern zu gewinnen. Erst als es seinen Figuren gelang, in die gegnerische Stellung einzudringen brach langsam der Widerstand seines Gegners. Nach knapp 4,5 Stunden gewann Wilfried erst einen zweiten Bauern und dann die Partie. 5:2

Grippegeschwächt trat Dennis den Wettkampf an. Am Anfang sah es noch zufriedenstellend aus, doch im Mittelspiel kippte die Stellung. Schwacher Läufer hier – generischer Freibauer dort. Zwar bemühte sich der Rattenfänger ein Gegenspiel aufzubauen, doch eine Dame alleine reicht nicht. In de Zeitnotphase brachen dann alle Dämme – Figurenverlust, gegnerischer Freibauer kurz vor dem Umwandlungsfeld, Gegenangriff abgewehrt. Nach einer Springergabel gab Dennis auf – nicht zu spät. 5:3

Damit hatten wir den Wettkampf mit 5:3 gewonnen und liegen jetzt mit 12:2 Mannschaftspunkten weiterhin mit 2 Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Bis hier hin sieht das ja ganz gut aus – am 17.03.13 geht es mit einem Heimspiel gegen Hannover 96 weiter.

Zum Schluss noch das große Schach Orakel 🙂

Schach Orakel

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