Update Abschlusstag – Deutsche Einzelmeisterschaft 2017 in Apolda

Gerade ist die DJEM vorbei, schon kommt die nächste DEM.
Unser neustes Mitglied, FM Matthias Tonndorf, startet vom 22. Juni bis 2. Juli 2017 bei der 88. Deutsche Einzelmeisterschaft in Apolda.

Dabei wird Matthias diesmal auf eine stärkere Gegnerschaft treffen. Denn anders als sonst sind dieses Jahr ein Großteil der deutschen Spitzenspieler am Start sein. Setzlistenfavorit ist GM Liviu-Dieter Nisipeanu vor den GM Georg Meier und GM Rainer Buhmann um nur ein paar Namen zu nennen. Als Nummer 32 von 40 Teilnehmern kann Matthias das Turnier ganz ruhig angehen lassen.

Hier geht es direkt auf die Turnierseite der Meisterschaft.

LIVEBRETTER sind hier aufrufbar

Drücken wir alle Matthias die Daumen.

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Tag 1:

Heute geht es los. Gleich zum warm werden spielt Matthias gegen GM Sergey Kalinitschew. Start ist 14 Uhr.
Eine interessante Partie war das heute. Lange Zeit konnte Matthias gut mithalten. Doch sein Gegner spielte ein starkes Qualitätsopfer. Die Stellung wurde immer bedrohlicher, doch fand Matthias eine tolle Antwort. Fast hatte Matthias das Remis in Sichtweite, bis er im Endspiel fehlgriff. Schade, doch schon morgen um 14 Uhr geht es weiter mit Weiß gegen den FM Hoefelsauer.

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Tag 2:

Wer bin ich dicker Schlumpf, der einfach Partien der DEM kommentiert?
Na ganz einfach, ich habe einen großen Bruder und der heißt FRITZ. 😉

Das Positive vorweg – Matthias hat gewonnen!

Kommen wir zur Partie. In den ersten 10 Zügen dachte ich, dass Matthias seine Züge auswürfelt. Dann hat er 10 Züge lang „Wilde Sau“ gespielt und anschließen einen Bauern und Qualität für einen Hauch von Angriff geopfert. Das muss Matthias aber wohl sehr energisch und überzeugend gespielt haben. Beim Pokern würde man wohl sagen „Matthias hat mit einem Paar 7 gegen ein FULL HOUSE gespielt und geblufft“. Teilweise gingen die Bewertungen bis auf -8 Bauerneinheiten runter. Na gut, da musste man ein wenig berechnen. Aber selbst die 3 – 4 besten Verteidigungszüge reichen, um mit er Qualität und Bauern mehr raus aus dem Angriff zu kommen. Und dann verlor der Gegner im 40.Zug durch Zeitüberschreitung. 🙂 Man oh man, das nenne ich einen glücklichen Sieg. Morgen geht es dann um 14 Uhr gegen FM Fuchs weiter.

Drücken wir Matthias die Daumen, heute hat es ja wohl geholfen.

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Tag 3:

Das nennt man wohl „kreative Eröffnungswahl“. Heute überraschte Matthias seinen Gegner mit einer Nebenvariante seiner Eröffnung. Allerdings ging das beinahe nah hinten los, denn sein Gegner drückte Matthias ganz schön in die Defensive. Nach einem schönen Figurenopfer musste auf beiden Seiten der Gehirnschmalz voll aktiviert werden. Matthias kam mit einem Minusbauern ins Endspiel. Dort behielt er die Nerven, konnte alle Gewinnversuche abwehren und kam in den sicheren Remishafen an.

Damit hat Matthias immer noch 50% und kann morgen mit Weiß auf Punktejagd gehen.

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Tag 4:

Nach einer interessanten Eröffnungsauswahl kam Matthias mit leichen Materialvorteil (Dame vs. Turm + Läufer) ins Mittelspiel. Leider zeigte der Gegner nun das bessere Figurenzusammenspiel und presste Matthias Streitkräfte in die Devensive. Nach einem verhängnisvollen Damenzug wurde seine Stellung komplett aufgerollt und Matthias verlor in wenigen Zügen.

Bisher hatte Matthias nur gegen stärkere Gegner gespielt und das wird sich auch in der nächsten Runde nicht ändern. Morgen ab 14 Uhr geht es weiter, diesmal mit Weiß gegen IM Zude. Drücken wir Matthias die Daumen.

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Tag 5:

Heute hatte Matthias eine Weißeröffnung gewählt, die ich endlich auch namentlich kannte. 😉
Nach einer kleinen Unachsamkeit seines Gegenübers konnte sich ein Bauer bis zur vorletzten Reihe vorkämpfen. Doch dieser kleine Vorteil verflog und die Remisbreite wurde immer größer. In der Zeitnot entschied dann ein grober Fingerfehler und Matthias gewann erst due Qualität und dann die Partie.

Super – mit 2,5 Punkten aus 5 Partien steht Matthias weiterhin sehr gut dar. Morgen um 14 Uhr geht die 6.Runde los.

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Tag 6:

Die heutige Partie erinnerte mich ein wenig an den Todeskampf eines Tapir, das von einer großen Anaconda umschlungen worden ist. Schon kurz nach der Eröffnungsphase wurde der Druck auf Matthias Stellung stärker. Immer weiter erhöhte sich der Druck und Matthias Streitkräfte kämpfte schon bald auf verlorenen Posten. Die Königsstellung wurde zerschlagen und ein rasches Matt folgte.

Schade, da war sicher mehr drin gewesen. Aber in der Eröffnung wurden leider zu viele strategische Fehler begangen. Doch morgen um 14 Uhr kann Mathias mit Weiß es wieder besser machen. Drücken wir ihm die Daumen.

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Tag 7:

Heute hatte Matthias wieder seinen Würfel dabei gehabt. So sah es zumindest nach der Eröffnungsphase aus. Dann verflachte das Mittelspiel und beide Seite mussten mit der knappen Restbedenkzeit kämpfen. Im Schwerfigurenendspiel drohte Matthias das kürzere Ende zu bekommen. Doch auch sein Gegner spielte nicht fehlerfrei und so konnte Matthias noch das Remis erkämpfen.

Am Freitag geht es um 14 Uhr weiter. Dann zum ersten Mal gegen einen nominell schwächeren Gegner. Schwer genug wird es trotzdem. Drücken wir wieder die Daumen.

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Tag 8:

In der Eröffnungsphase hatte Matthias einen Bauern verloren, hinter den er die ganze Zeit hinterherlaufen musste. Doch das kann man über Matthias sagen, er kämpfte in diesem Turnier wie ein Löwe. Auch hier bewies er Gedult, bis sein Gegner im Endspiel den endscheidenen Fehler einstreute. Nun konnte Matthias den Bauern zurückgewinnen und ins Remis einlenken.

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Tag 9:

Am Abschlusstag durfte Matthias mit Weiß noch mal gegen einen GM spielen. Dabei erwies sich GM Tischbierek als sehr starker Spieler, der schon den kleinsten Fehler im Mittelspiel nutzte, um eine Leichtfigur abzufischen. Der Rest war Technik.

Damit hat Matthias 3,5 Punkte aus 9 Partien geholt. 8 Gegner waren stärker, so dass seine Performance bei ca. 2270 lag. Ein schönes Turnier mit interessanten Partien.

24 Kommentare

  1. Gewonnen!!! Das war heute ganz großes Kino….auch wenn die Engine das teilweise anders sieht….zumindest unterhaltsam und chancenreich.

    1. Gratulation Matthias – das Daumen drücken hat wohl geholfen. Morgen geht es dann um 14 Uhr gegen FM Fuchs. Es wird vermutlich wieder eine spannende Partie werden.

    2. Wie sagte eins der ehemaliger Weltmeister Tal: „Es gibt zwei Arten von Opfern – korrekte und meine..“

      Eine recht unterhaltsamen Partie haben wir heute gesehen. Mit dem halben Punkt kann Matthias sicher ganz gut leben. Morgen um 14 Uhr geht es wieder weiter.

  2. Ich habe ja noch ein bisschen Zeit um irgendwann in Lutz Augen als seriöser Schachspieler zu wirken. Außerdem gibt es jede Runde noch einen Preis für die interessanteste Partie…ich muss gleich wieder ans Brett und finde meine Würfel gerade nicht…hoffentlich wird es dann nicht zu langweilig und Lutz schläft ein.

  3. Runde 4 ist vorbei. Leider hat Matthias heute den Kürzen gezogen. Doch schon morgen um 14 Uhr warten ein IM-Skalp abgeschnitten zu werden. 😉

  4. Na, das sieht doch bisher ganz gut aus. 50% zum jetztigen Zeitpunkt gegen einen deutlich höheren ELO-Schnitt machen Lust auf mehr. Und gestern hat Matthias mit 1.e4 auch erstmals Hamelner Eröffnungsniveau erreicht
    Heute gehts gegen nen alten Bekannten und Fahrensmann Sebastian Schmidt-Schäffer. Mal gucken was geht. Drück‘ die Daumen.

    1. Ja das Hamelner Eröffnungsniveau scheint wirklich sehr hoch zu sein, wenn ich mir die lange Nimwoindisch Variante(ich glaube so heißt die Eröffnung) im Thematurnier anschaue. Vielleicht gelingt es mir ja schon im ersten Jahr meine Fähigkeiten auf durchschnittlichen Klublevel zu bringen, ich weiß ein sehr ambitioniertes Ziel aber vielleicht erreichbar. Bis dahin sollte vielleicht zur Sicherheit Würfel und Ersatzstift für mich bereit liegen, damit ich Schussel in jeden Fall,das ich meine Arbeitsmaterialien vergessen habe, konkurrenzfähig in den Mannschaftskämpfen bin

  5. Erinnert mich teilweise an das Schach von Felix, nur ist es doch ansehnlicher und man bekommt kein Brennen im Auge. Also kein Duschvorhang nötig

  6. Runde 6 ist vorbei – das Daumen drücken hat heute ncht geholfen.
    Aber mogen um 14 Uhr geht es mit dem Turnier weiter. Dann sehen wir wieder, wer Jäger oder Beute ist. 😉

  7. Gleich geht es in der Letzten Runde gegen Großmeister Tischbierek und ich werde Ihn bereits vor dem ersten Zug überraschen. Erstmals im Turnier wird die lange Hose ausgepackt.

  8. Aus, aus das Turnier ist aus. Auch wenn es in der letzten Runde noch ein Ostereigab, hat Matthias doch ein tolles Turnier gespielt. Vieleicht kann Matthias noch ein paar abschließende Worte schreiben. 🙂

  9. Ja es hat mir viel Spass bereitet und habe auch sicherlich durch die starken Gegner einiges dazugelernt. Nur ganz zufrieden bin ich am Ende natürlich nicht. Nach 5 Runden hatte ich mir schon mehr ausgerechnet. Selber bin ich auch sehr überrascht wie viel in allen meinen 9 Partien immer so los war. Was ich in Zukunft an meinem Spiel ändern sollte, und was gut so ist wie es ist und beibehalten werden sollte ist mir zumindest deutlich klarer als Rainer Buhmann der sein Spiel als recht gut bezeichnete und rundenlang gegen ca 300 Punkte weniger immer nur Turm und 2 Bauern auf einem Flügel oder ungleichfarbige Läufer fabrizierte.
    Zumindest bin ich optimistisch und zuversichtlich das schachlich noch etwas mehr geht als im Moment.

  10. Sieben Verluststellungen in 9 Runden und einige krumme Eröffnungsexperimente heißen ja, daß Matze 2,5 Punkte mehr geholt hat als verdient (in den Partien gegen Höfelsauer, Fuchs, Zude und Middelhoff). Kampfgeist in Ehren – aber wenn die Gegner das einigermaßen vernünftig zuende spielen, sind diese Stellungen nicht zu retten…
    Auch auf die Gefahr hin, daß mein Beitrag wegmoderiert wird: Den Hype und die Schönrederei hier kann ich absolut nicht nachvollziehen!

    1. Mit einem solchen negtiven Kommentar, wollte ich den Artikel nicht abschließen lassen. Daher noch einige Informationen.

      a) Ich kenne „Tom Cody“ als Charakter im Film „Straßen in Flammen“ nicht als Teilnehmer der DEM.
      b) Matthias hat sich jeden halben und vollen Punkt „verdient“. Weihnachtsgeschenke gibt es am 24.Dezember
      c) Es gibt eine göttliche Weisheit, die ich gerne mit jedem Menschen teilen möchte “ Meinungen sind wie Nasen, jeder hat seine eigene“. 😉

    2. Ich finde es schade, dass es immer wieder Schachfreunde gibt, die anderen ihre Erfolge missgönnen.
      Den „Hype“ können vermutlich nur diejenigen verstehen, die als Spieler persönlich betroffen oder bei den Live-Partien an den heimischen Computern mitgefiebert haben.
      Fragt man einen Fußballfan nach einer Niederlage, hätte „Sein Verein“ auf jeden Fall gewinnen müssen, da er viel mehr Möglichkeiten hatte und über lange Zeit dominanter war.
      Am Ende zählt aber genau wie beim Schach und vielen anderen Sportarten NICHT wer irgendwann mal Gewinnmöglichkeiten hatte, sondern wer sie letztendlich genutzt und umgesetzt hat…. 🙂

      @Lutz: Du kennst aber auch jeden Film, oder?

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