Hamelner Schachspieler auf Bad Harzburger Schachtagen

Von Andreas 31. Oktober 2012 5 Kommentare News

Zwei Hamelner Schachspieler und ein Ex-Hamelner Schachspieler machten sich an einem regnerischen Herbsttag auf den Weg nach Bad Harzburg, um im wunderschönen Turniersaal des Bündheimer Schlosses Schach zu spielen.

Bernd Borkenhaben (jetzt SK Rinteln) startete im Seniorenturnier, Jan und Andreas Helmer starteten im Open.

Das Teilnehmerfeld im Open umfasste neben einigen “Großkopferten” (GM Meijers, IM Carlstedt) auch einige sehr talentierte Jugendspieler wie den deutschen U10 Meister Jan-Okke Rockmann, Vincent Keymer, Paul Laubrock, Sven ter Stal, Balint Balasz u.v.m.

In dem 93 Teilnehmer umfassenden Open-Turnier fanden wir uns auf Platz 73 (Andreas) und 74 (Jan) der Setzliste wieder. Das bedeutete, dass wir gleich in der 1. Runde gegen Spieler mit mehr als 1800 DWZ antreten mussten. Doch die Devise lautete: Nicht auf die DWZ-Zahlen schauen, sondern gutes Schach spielen.

Tag 1: 30.10.2012

Während Jan sich gegen Harald Finke (DWZ 1840) mit Weiß behaupten musste und einen Königsinder aufs Brett bekam, musste Andreas mit Schwarz gegen Carsten Schmidt (DWZ 1860) ran und fand sich in einem unbekannten Eröffnungsterrain wieder. Nach 1. c4 kam dann noch eine Reti-Eröffnung aus Brett. Andreas kam sehr gut aus der Eröffnung heraus und konnte alle Figuren gut entwickeln. Doch dann wollte er zu viel und verlor einen Bauern. In der anschließend taktisch geprägten Partie machte sein Gegner allerdings keine Fehler, so dass Andreas in Zeitnot geriet und 20 Züge in 30 Minuten absolvieren musst. Nach Erreichen der Zeitkontrolle versuchte er die doch recht hoffnungslose Partie in einem Schwerfigurenendspiel Dame gegen Dame mit einem Minusbauern noch zu verteidigen. Sein Gegner musste sehr genau spielen, um Andreas nicht noch die Chance auf ein Dauerschach zu geben. Doch auch das meisterte er gut, so dass Andreas im 47. Zug die Partie aufgeben musste.

Jan spielte aus der Eröffnung heraus einige ungenaue Züge, wodurch er eine schlechte Bauernstruktur erhielt. Allerdings vertändelte er hier sehr viel Zeit. In einer minimal schlechteren Stellung verlor er total den Überblick über seine verbrauchte Zeit und musste verwundert feststellen, dass er nach 19. Zügen bereits 90 Minuten verbraucht hatte und damit die Partie auf Zeit verlor. Kein guter Einstieg in das Turnier.

Bernd Borkenhagen spielte seine erste Runde gegen Siegfried Hölting (DWZ 1792) und verlor leider das Spiel.

Wir sind gespannt, was der morgige Tag (2 Runden bringt).

Hier einige Impressionen vor dem Turnier, bei der Eröffnung und während des Turniers in der 1. Runde.

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Tag 2: 31.10.2012

Der Tag geht gleich mit einem Kracher los. Jan muss mit Schwarz gegen Vincent Keymer antreten. Andreas ebenfalls erneut mit Schwarz gegen Michael Schomann.

Beide Hamelner starten gut. Jan bekommt als Schwarzer die Abtausch Variante des Damengambits aufs Brett und entwickelt sich vorzüglich. Andreas bewegt sich ebenfalls auf bekanntem Terrain in der Damengambit Hauptvariante.

Nach einer kapitalen Fehleinschätzung seines Gegners gewinnt Andreas nach massivem Figurenabtausch zwei Bauern und sieht sich mit zwei verbundenen Freibauern auf einmal in einer Gewinnstellung. Doch wer nun gedacht hat, dass das kurz und schmerzlos zu Ende gebracht wird, der irrt sich. Nach einem erneuten kapitalen Fehler seines Gegners, der Andreas sogar noch einen Figurengewinn beschert hätte, zeigt er sich generös und stellt einzügig einen Bauern ein, nachdem er eine einfache Fesselungstaktik übersah. Doch es kommt noch schlimmer. Auch der zweite Bauer wird nach weiteren 10 Zügen eingestellt und die Stellung steht auf einmal auf Remis. Kopfschüttelnd glaubt sein Gegner nicht, was hier geschieht. Doch endlich besinnt sich Andreas auf eine Gewinnstrategie im Bauern-Turm Endspiel. Ein unscheinbarer Königszug aufs falsche Feld entfernt den weißen König zu weit vom Freibauern, so dass die Partie erneut zu Gunsten von Andreas kippt. Konsequent spielt er seine Strategie zu Ende und gewinnt am Ende Turm gegen Bauern. Doch wer nun glaubt, sein Gegner würde die Partie aufgeben – weit gefehlt. Nachdem Michael Schomann soviel Elend auf dem Brett gesehen hat, traut er Andreas noch nicht einmal zu, ihn mit Turm und König matt zu setzen. Doch er muss sich eines besseren belehren lassen und gibt schließlich einen Zug vorm Matt kopfschüttelnd auf. Eine schlimme Partie mit dem besseren Ende für den Hamelner.

Jan spielt eine gute Eröffnung, verbraucht allerdings auch in dieser Partie wieder enorm viel Zeit. Nach 12 Zügen hat er nur noch 50 Minuten auf der Uhr, also schon 40 Minuten verbraucht. Vincent Keymer spult die 12 Züge in 5 Minuten herunter. Doch nun verfällt Jan nicht wie in der ersten Partie in Dämmerzustände, sondern realisiert seinen Zeitnachteil und spielt die nächsten Züge forsch und gut. Lediglich eine Schwächung der Bauernstruktur mit einem Isolani handelt er sich ein. Nach massivem Materialabtausch entsteht ein Endspiel mit zwei Springern und 6 Bauern (weiß) gegen Springer und Läufer sowie 6 Bauern.

Leider findet Jan nicht die richtige Position seines Königs hinter dem Isolani, sondern versucht sehr forsch, seinen König in den Angriff zu werfen. Die erste Schwäche nutzt Vincent dann konsequent aus und baut mit beiden Springern eine unhaltbare Mattdrohung auf.

Eine gute Partie von Jan geht leider ohne Punktgewinn zu Ende.

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Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es dann um 17:00 Uhr weiter. Jan bekommt den Hagener Jugendlichen Simon Kutza vor die Flinte und fertigt ihn mit Weiß kurz und trocken in 50 Minuten nach Damengewinn ab. Der erste Punkt ist geschafft.

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Andreas hat es ebenfalls mit Weiß mit Uwe Wiese zu tun. Ein Holländer kommt aufs Brett. Andreas entwickelt sich gut, stellt aber nach einer Ungenauigkeit einen Bauern ein. Die Partie wird im Mittelspiel immer unübersichtlicher und stark von taktischen Motiven geprägt. Andreas bekommt Gegenspiel und gewinnt den Bauern durch eine positionelle Deckung zurück. Doch das sehr starke Läuferpaar seines Gegners macht ihm zu schaffen. Beide Gegner verbrauchen sehr viel Zeit, so dass die letzten 8 Züge in 5 (Andreas) und 8 (Uwe Wiese) gespielt werden müssen.

Hier spielt Andreas leider ungenau und stellt erst eine Figur und dann noch einen Turm und die Partie ein.

Ein durchwachsener Tag mit immerhin einem Zähler auf dem Konto geht zu Ende.

Bernd Borkenhagen spielte im Seniorenturnier gegen Detlef Lange und verlor leider auch seine zweite Partie. Im Seniorenturnier wird pro Tag nur eine Partie gespielt.

Wer die Ergebnisse und Tabellen brandaktuell verfolgen will, der schaue bitte auf die Seite http://www.chess-international.de/?p=10967. Weitere interessante Blogs sind hier zu finden:

http://www.schach-welt.de/BLOG/Blog/BadHarzburgknipstdasHandyaus

http://sk-jugend-on-tour.blogspot.de

Morgen müssen wir wie folgt antreten:

4. Runde Open:

Andreas Helmer – Lennard Bick

Lukas Worpenberg – Jan Helmer

Bernd Borkenhagen – Jürgen Schimmelpfennig

Tag 3: 01.11.2012

Hier nun die nachgeholte Berichterstattung des 3. Tages. Leider ging die Abendpartie über fast die volle Spielzeit von 5 Stunden, so dass Andreas erst um 22:00 Uhr völlig ausgebrannt und mit Kopfschmerzen aus dem Turniersaal kam.

Der Tag beginnt mit der Partie von Andreas gegen Lennard Bick. In der Abtausch Variante des Damengambits gewinnt Andreas schnell ein Tempo, übersieht dann aber einen einfachen Bauerngewinn seines Gegners, der allerdings eine geöffnete Königsstellung zur Folge hat. Nachdem er sich im Mittelspiel wieder etwas fängt, setzt er den Gegner aufgrund seiner geschwächten Königsstellung stark unter Druck. In sehr fortgeschrittener Zeit 6 Züge vor der Zeitkontrolle bietet Lennard Bick Remis. Andreas überlegt noch, bis seine Uhr auf 2:36 Min. heruntergelaufen ist und nimmt dann das Remis an. Wieder ein halber Punkt gegen einen DWZ stärkeren Gegner eingefahren. So kann es weitergehen.

Jan hat leider nicht so viel Glück. Gegen Lukas Worpenberg muss er als Schwarzer in die Abtausch Variante der französischen Verteidigung und spielt dann leider etwas zu früh c5, was ihm einen Isolani einbringt. Souverän spult sein Gegner sein Repertoire herunter und gewinnt dann die Qualität Dame gegen Turm und Läufer. In hoffnungsloser Stellung gibt Jan im 35. Zug auf.

In der Abendrunde bekommt es Jan dann mit Luca Westenberg zu tun. Ähnlich wie schon in der Abendrunde am 2. Tag spielt Jan souverän als Weißer das abgelehnte Damengambit und gewinnt schnell erst eine und dann noch eine Figur. Im 37. Zug gibt sein Gegner die Partie auf. Wieder eine extrem schnell (45 Min.) gewonnene Partie von Jan, ähnlich wie schon am Vortag.

Eine Kopfschmerzpartie muss Andreas in der Abendrunde über sich ergehen lassen. Gegen Michael Kollars bekommt er es zum ersten Mal in seiner Turnier-Praxis als Schwarzer mit einer Flanken-Eröffnung (Orang Utan) zu tun. Diese als “Provokation” geltende Eröffnung, weckt den Kampfgeist in Andreas. Denn diese Eröffnung gilt in der Theorie als schlecht – wenn man denn weiß, wie man dagegen spielen muss Smiley. Die Eröffnungsphase wird von beiden Spielern relativ schlecht gespielt. Es entstehen unübersichtliche Bauernstrukturen und die Leichtfiguren bei beiden Parteien stehen nicht gut.

Nachdem sich Andreas im Mittelspiel etwas befreit, bekommt er eine Chance. In unübersichtlicher Stellung sieht er, dass ein gegnerischer Springer keine Fluchtfelder mehr hat und kann ihn einsperren. Leider auf Kosten dreier Bauern. Doch das Zusammenspiel seiner Figuren ist besser. Schwerfiguren und verbliebene Leichtfiguren arbeiten gut zusammen. Andreas gelingt es, seinen Gegner massiv einzuschnüren. Fast zeitgleich erreichen beide Gegner die Zeitkontrolle (40 Züge in jeweils 90 Minuten). Zu diesem Zeitpunkt sind genau 3h gespielt.

Nach kurzer Verschnaufpause und gefühlten 3l Liter Wasserlassens auf der Toilette geht die Partie in die Verlängerung. Immer wieder findet Michael Kollars in verzwickter Stellung noch Gegenzüge. Wieder werden Figuren getauscht und die Stellung vereinfacht sich. Andreas sieht schon die Partie aus den Händen zu geben. Doch er findet in den letzten 10 Minuten nach erneutem Turmtausch einen forcierten Mattangriff auf die Königsstellung seines Gegners. Sein Gegner (weniger als 5 Minuten Bedenkzeit) stellt bereits das Mitschreiben ein (laut FIDE Regelung muss man die letzten 5 Minuten der Partie nicht mehr mitschreiben). Andreas, mittlerweile auch nur noch 6 Minuten auf der Uhr, schreibt konsequent mit. Diese Partie muss für die Nachwelt festgehalten werden.

Mittlerweile ist der Turniersaal fast vollständig geleert. Einige Senioren trinken noch den letzten “Absacker”. Andreas ist sich nun seiner Sache sicher und will den Gegner mattsetzen. Sein Gegner ist sichtlich gezeichnet von der Partie. Mit Dame, einem Läufer und einem verbliebenen Freibauern treibt Andreas den gegnerischen König über das Feld. Durch einen Ablenkungsangriff mit Läufer gewinnt Andreas schließlich die Partie bei verbliebenen 2:40 Min. Restzeit. Sein Gegner steht hier bei 1:23 Min.

Ein nachträgliche Analyse ist nicht mehr drin. Auch das verdiente Belohnungsbier bleibt leider aus, da die Kantine bereits dicht gemacht hat. Mit einem guten Gefühl im Bauch wird der Heimweg angetreten. Jan schläft bereits.

Bernd Borkenhagen verliert leider im Seniorenturnier gegen Jürgen Schimmelpfennig seine Partie und steht bislang noch mit leeren Händen da.

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Tag 4: 02.11.2012

Der heutige Tag bringt in der Vormittagsrunde gleich zwei richtige Kracher ans Brett. Jan muss gegen den erfahrenen Klaus Franke von den SF Hannover ran (DWZ 1706). Andras hat es mit Joachim Weigelt (VfB 07 Lettin) zu tun.

Jan spielt als Schwarzer eine seiner besten Partien des Turniers. Im abgelehnten Damengambit veropfert sich sein Gegner und Jan besinnt sich auf seine taktischen Fähigkeiten. Mit klugen Zügen zelebriert er Mehrfachdrohungen aufs Brett, die ihm nach dem ersten Springer-Gewinn auch noch einen Turm-Gewinn bescheren. Anschließend stellt er dem Gegner ein unhaltbares Matt aufs Brett, dass ihn zur Aufgabe zwingt. Zur Zeitkontrolle verblieben Jan noch 50 Sekunden für 6 Züge. Man kann also sagen, sehr effizient gespielt … Smiley.

Andreas bewegt sich auf bekanntem Terrain und bekommt den Trompowski Angriff in den Damenbauernspielen aufs Brett. Nach ungenauem Spiel schnürt der Gegner Andreas auf dem Königsflügel ein. Doch die Bauernstruktur von Andreas ist gut. Alle Bauern stehen auf weißen Feldern und Andreas gelingt es den schwachen weissfeldrigen Läufer loszuwerden und alle Schwerfiguren zu tauschen. Im Endspiel gegen das Läuferpaar mit Läufer und Springer sieht Andreas erstmalig seine Chance eine Endspiel aufgrund seiner Bauernstruktur und des verbliebenen Springers die Partie für sich zu entscheiden. Doch Joachim Weigelt ist ein zäher Gegner und rechnet die Partie genau durch. Nach Abtausch aller verbliebenen Leicht-Figuren rechnet auch Andreas den Lauf seines Freibauern genau durch. Die Umwandlung in eine Dame wird von Andreas zuerst erreicht, doch der Gegner hat leider einen verbundenen Bauern mehr. Leider eine zu komplizierte Endspielstellung. Am Ende gelingt es Andreas in hochkomplizierter Stellung noch ein Dauerschach zu erreichen, so dass die Partie Remis ausgeht.

Ein guter Start in den Tag.

Die Abendrunde bringt leider nicht viel Erfreuliches. Andreas spielt gegen Julian Aldegeerds vom SK Nordhorn Blanke  (DWZ > 1800) und Jan hat es erneut mit einem Spieler vom Hagener SV zu tun (Pascal Orning).

Um es kurz zu machen: Beide verlieren ihre Partien. Andreas bekommt die Tarrasch Variante im Franzosen aufs Brett, Jan das Damengambit. Andreas verbraucht extrem viel Zeit in unbekanntem Terrain und sieht in Zeitnot leider nach einem Patzer seines Gegners nicht den Damengewinn durch ein Ablenkungs-Schach. Schade! Julian Aldegeerds gewinnt anschließend einen Bauern und bringt das Endspiel souverän zu Ende.

Auch Jan verliert erst einen, dann den zweiten Bauern und muss im Endspiel den Freibauern seines Gegner gegen eine Figur tauschen. Leider war dieser Gegner am Ende eine Spur zu stark.

Im Seniorenturnier werden am heutigen Tag zwei Partien gespielt. Bernd Borkenhagen gewinnt mit Weiss seine erste Partie gegen Herbert Malchow. In der 5. Runde muss er dass Spiel gegen Jürgen Sablotny mit Schwarz leider verloren geben.

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Für Open und Senioren wird morgen die letzte Runde eingeläutet.

In der 8. Runde (Open) kommt es zu folgenden Paarungen:

Andreas Helmer – Dr. Lutz Dieter Künne

Benedikt Hilmes – Jan Helmer

Im Seniorenturnier muss Bernd Borkenhagen gegen Klaus Hielscher ran.

Tag 5: 03.11.2012

Finale beim Schachturnier in Bad Harzburg. Heute heißt es früh aufstehen, denn die 8. Runde im Open und die 6. Im Seniorenturnier beginnt bereits um 09:00 Uhr. Jan hat es mit Benedikt Hilmes zu tun, einem netten Jugendspieler aus Nordhorn.

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In der Eröffnung kommt die französische Abtausch Variante aufs Brett. Sein Gegner spielt auf lange Rochade und offeriert Jan einige Chance, die er aber leider nicht nutzt. Stattdessen startet Benedikt den geplanten Bauernsturm auf dem Königsflügel, den Jan einigermaßen pariert. Durch unnötigen Figurentausch wird seine Stellung aber schlechter, bis er im Mittelspiel erst einen und dann noch einen Bauern einstellt. Damit ist die Partie leider nicht mehr zu retten. Jan spielt noch tapfer weiter, muss dann aber doch die Segel streichen.

Andreas spielt mit Weiß gegen einen Gegner auf Augenhöhe, Dr. Lutz-Dieter Künne mit Weiß. Es kommt die Hauptvariante des Damengambits mit Abweichungen aufs Brett. Andreas spielt schnell – zu schnell. Ein früher Läuferausfall wird nicht bestraft. Stattdessen schlägt sein Gegner auf c4 und kommt anschließend schwer ins Grübeln. Fast eine halbe Stunde denkt Dr. Künne in der Eröffnung über einen natürlichen Fortsetzungszug nach. Andreas rutscht unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Nach 6 Zügen hat der Gegner bereits 35 Minuten verbraucht, Andreas erst 5. Ruhig setzt er seine Entwicklung fort, während sein Gegner seine Figuren immer mehr verstellt und zunehmend in die Defensive gerät. Andreas entwickelt einen Angriffsplan und postiert einen Springer mitten ins gegnerische Lager, der sich dort nicht mehr vertreiben lässt. Unerbittlich läuft die Uhr für den Gegner herunter. Nun kommen auch noch die Türme ins Spiel und orientieren sich in Richtung des gegnerischen Lagers. Dr. Künne befreit sich ein wenig durch den Abtausch der Dame. Doch es sind nur noch wenige Minuten bis zu ersten Zeitkontrolle. Andreas Zeitvorsprung von zwischenzeitlich 30 Minuten ist auf 10 Minuten zusammengeschrumpft.

Doch nun schlägt die Stunde des Springers. Auch er wird in den Königsangriff geworfen und baut damit eine Mattdrohung auf. 5 Züge noch bis zur Zeitkontrolle. Auf der Uhr von Dr. Künne stehen noch 1:36 Min. bei Andreas 10:50. Der Mattangriff schlägt nicht durch. Die Stellung wird nach Turmtausch erneut vereinfacht. Andreas lässt den Mattangriff fallen und erobert einen Bauern. Anschließend stellt er seinen Springer zurück ins Zentrum und provoziert einen Gabel-Angriff des gegnerischen Bauern, der vermeintlich eine Figur gewinnt. In höchster Zeitnot zieht Dr. Künne den Bauern, der aber noch en Passant (im Vorbeigehen) geschlagen werden kann. Wieder ist eine Drohung aufgebaut und der Bauer muss geschlagen werden. Mittlerweile hat Dr. Künne die Zeitkontrolle geschafft und er muss den 41. Zug spielen. Doch anstatt den Bauern mit seinem Springer zu schlagen, zieht er weiterhin schnell und schlägt mit dem Turm. Damit stellt er auch noch eine Qualität ein. Ein Endspiel entsteht, Andreas hat Läufer/Turm gegen Läufer/Springer und zwei Mehrbauern. Das sollte doch zu gewinnen sein ?! Andreas Bauern stehen sehr gut und können vom gegnerischen Läufer nicht angegriffen werden. Doch die Stellung ist verbaut und Andreas entwickelt anfänglich keine gewinnbringende Strategie. Was tun ? Der gegnerische Springer, die letzte verbliebene Figur, die noch die eigenen Bauern angreifen kann muss weg. Also tauscht Andreas Läufer gegen Springer und opfert dann noch den Turm gegen Läufer und Bauern, so dass er schließlich mit drei verbundenen Freibauern dasteht. In dieser hoffnungslosen Lage gibt Dr. Künne auf.

Im Seniorenturnier verliert Bernd Borkenhagen sein letztes Spiel gegen Klaus Hielscher.

Ein sehr schönes Turnier geht damit zu Ende. Die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung im nächsten Jahr ist sehr groß.

Die Bilanz aus Hamelner Sicht:

Andreas Helmer: 4 aus 8

Jan Helmer: 3 aus 8

Bernd Borkenhagen 1 aus 6

Die Abschlusstabellen Senioren und Open und die DWZ-Auswertungen Senioren und Open erhält man nach Klick auf den jeweiligen Link.

Hier noch einige Fotos von der Siegerehrung

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Presseberichte der Goslarschen Zeitung (mit freundlicher Genehmigung der Goslarschen Zeitung).

Zeitungsbericht vom 30.10.2012

2012-10-31 - Goslarsche Zeitung - Bad Harzburger Schachtage

Zeitungsbericht vom 03.11.2012

2012-11-03 - Goslarsche Zeitung - Bad Harzburger Schachtage

Zeitungsbericht vom 05.11.2012

2012-11-05 - Goslarsche Zeitung - Bad Harzburger Schachtage


5 Replies to "Hamelner Schachspieler auf Bad Harzburger Schachtagen"

  • Lutz
    3. November 2012 (10:30)
    Reply

    Sehr schöner Bericht, da fiebert man ja richtig mit.
    Noch viel Erfolg für die letzte Runde.

  • Yannick
    3. November 2012 (12:43)
    Reply

    Danke für den Bericht und für die vielen Bilder… viel Glück weiterhin!

  • Marlene
    4. November 2012 (18:30)
    Reply

    Wie immer eine interessante Berichterstattung mit tollen Bildern. Ihr habt euch tapfer geschlagen.

  • Jörg Baars
    6. November 2012 (20:38)
    Reply

    Ein sehr schöner Erlebnisbericht.
    Ergebnisse und Partien können auch unter den Seiten:

    http://www.schach-ticker.de
    http://www.schachseiten.de

    abgerufen werden.

  • Tanja
    7. November 2012 (11:57)
    Reply

    Jan – Du warst großartig! Herzlichen Glückwunsch! Schade, dass die letzte Partie nicht so geglückt ist, wie du es verdient hättest! Aber du kannst auch so sehr stolz auf dich sein!
    Andreas – danke für den spannden Bericht!


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