Schon wieder Pokalfinale? Nein, es war die Ausgleichsrunde

Vor knapp 6 Monaten spielte der Hamelner Schachverein gegen Braunschweig-Gliesmarode das Niedersächsische Pokalfinale. Knapp gewannen wir damals dank Berliner Wertung. Am Sonntag gab es dann wieder die gleiche Paarung, doch diesmal war es die erste (Ausgleichs-) Runde im Niedersächsischen Pokal. Eine doch ziemlich unglückliche Auslosung, sollte man doch in den ersten beiden Runden regionale und nicht unbedingt gleich die Pokalfinalisten gegeneinander auslosen.

Mit einer schlagfertigen Truppe fuhren wir nach Braunschweig. Wie es sich herausstellte, spielten wieder die drei ersten Bretter vom Pokalfinale gegeneinander. Am vierten Brett setzten beide Teams einen hoffnungsvollen Jugend-/Juniorenspieler ein.

BS Gliesmarode : Hamelner SV

(2338) FM Braun, Vitali : FM Bode, Wilfried (2293)
(2152) FM Dr. Clemens, Christian : Renner, Kai (2190)
(1885) Dr. Cichy, Michael : van Son, Lutz (2100)
(1902) Grünewald, Florian : Koch, Yannick (1940)

Die Mannschaftsspielstärke war ungefähr gleich, nur an meinem Brett hatte ich knapp 200 DWZ Punkte mehr – daher waren wir wohl leichter Favorit in diesem Wettkampf.

In meiner Partie opferte mein Gegner in der Eröffnung einen Bauern für Angriff. Er musste sich dann entscheiden – Mattangriff oder mir einen schwachen Bauer verpassen und darauf spielen. Es war der Mattangriff den SF Cichy nach einer 45 minütigen Denkphase einläutete. Doch hier zeigte ich die wahre Kunst der Verteidigung. Konnte einiges Angriffsmaterial abtauschen und die Dame vertreiben. Mit meinem Mehr-(Frei)bauern auf d5 stand ich dann prima. Jetzt noch ein wenig auf die fehlende Zeit meines gegenüber gespielt und ein Bauernopfer brachte den entscheidenden Durchbruch.
Erst die Qualität gewonnen, dann konnte der Mattangriff erfolgreich abgeschlossen werden. 1:0

Kai hatte sich wie gewohnt aufgestellt und konnte sogar das Zentrum recht früh besetzen. Das sah schon mal ganz gut aus, doch wie so oft, dachte der Hamelner sehr lange nach. Ein unglaublicher Klops folgte und Kai übersah eine einzügige Fesslung.
Doch daraus kam Kai noch recht glimpflich raus und eine Materialverteilung Turm, Läufer, Bauer gegen Dame entstand. Nach einigen Abtauschen entstand ein interessantes, wohl ausgeglichenes, Endspiel. Doch wie so oft, überschritt Kai die Zeit im 40.Zug. Man oh man – wie oft habe ich ihm gesagt, er soll besser auf seine Zeit achten. 1:1

Am Spitzenbrett hatte Wilfired wieder einen alten Bekannten vor der Flinte bekommen und konnte eine gut vorbereitete Eröffnung aufs Brett herausspielen. Im Mittelspiel konnte man schon erahnen, dass der Hamelner heute mehr vor hatte. Nach einem gelungenen Zentrumsdurchbruch, musste sein Gegner schon die Qualität geben. Das Verwerten des Vorteil war kann noch eine andere Sache – ganz langsam ohne zu viel Risiko konnte Wilfried dann seine Stellung immer weiter verbessern, bis das Endspiel glatt gewonnen war. 2:1 Damit waren wir durch gewesen.

Unser Youngster Yannick kam eigentlich recht brauchbar aus der Eröffnung heraus, doch die Planumsetzung im Mittelspiel war doch recht lückenhaft.
Die Stellung blieb recht geschlossen und so richtig sollte kein entscheidender Vorteil herausgespielt werden. In Zeitnot bot sein Gegner Remis an, dass aber der Hamelner Mannschaftsführer ablehnte. Da stand Kai schon ein wenig komisch und Wilfried hatte noch nicht gewonnen gehabt. Yannick konnte in ein brauchbares Turmendspiel abwickeln. Doch nach der ersten Zeitkontrolle brachte ein ungenauer Bauernzug die Siegmöglichkeiten für ihn auf knapp 0% – Nachdem wir dann 2:1 führten einigten sich beide Spieler auf Remis. 2,5:1,5

Gewonnen – der Sieg ist uns nicht in den Schoß gefallen und wir mussten ganz schön strampeln. Doch insgesamt war das Weiterkommen durchaus verdient gewesen.
Auf in die nächste Runde.

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