Überraschende Pleite zum Saisonstart gegen Werder Bremen

 

Aus dem Tagebuch eines Schachspielers…

Diese Saison schien vieles möglich zu sein. Es gab kein ausgemachten
Aufstiegskandidaten. Entsprechend war die Vorgabe von unserem Mannschaftsführer. Der Aufstieg muss her. Daher wurde unsere Mannschaftsstruktur ziemlich durcheinandergeworfen und zwei junge Nachwuchsspieler wurde als Stammkräfte eingebaut. Frei nach dem Motto, „unter Druck entstehen Diamanten.“ Zum ersten Spieltag musste aber leider Sebastian absagen, aber mit Felix konnten wir unseren Topscorer vom letzten Jahr verpflichten. Unsere Gäste traten nur mit der Hälfte ihrer Stammkräfte an. Daher waren nach den Leistungszahlen leichter Favorit. Obwohl ich doch immer sage: „ELO-Zahlen spielen kein Schach.“ Die Spiele mögen beginnen. Also ran an die Partien diesmal MIT Computerüberprüfung!

Hamelner SV  3,5 : 4,5 Werder Bremen 3

1. 2358 FM Wilfried Bode  1/2 : 1/2 Peter  Lichmann 2324
2. 2139 FM Matthias Tonndorf  0 : 1 FM Stephan Buchsal 2245
3. 2136 Kai Renner 2178 1 : 0 FM Olaf Steffens 2060
4. 2094 Yannick Koch  0 : 1 Nils-Lennart Heldt  2059
5. 2029 Jan Helmer  1 : 0 Dr. Detlev Diederichsen 2179
6. 2169 Lutz van Son   1/2 : 1/2 Sachsa Pollmann 2073
7. 2056 Dennis Schmidt  1/2 : 1/2  Andre Büscher 2049
8. 2095 Felix-Hagen Jacobi  0 : 1  Max Weidenhöfer 1805

 

Felix kam ganz gut aus der Eröffnungsphase raus, machte aber im Übergang zum Mittelspiel einige böse Fehler. Dabei ignorierte der Rattenfänger die taktischen Möglichkeiten seines Gegners und wurde im wüsten Mattangriff erlegt.

0,0 – 1,0

In seiner ersten Partie als Stammspieler musste Jan nach der Eröffnungsphase einige Probleme lösen. Leider unterschätzte er die Angriffsmöglichkeiten seines Gegenübers und bekam nach einem heftigen Figurenopfers eine Verluststellung aufs Brett. Doch nun zeigte der Hamelner Youngster seine kreative Ader und verteidigte seine Trümmerstellung. Nach einem gegnerischen Fehlzug konnte Jan alle wichtigen Angriffsfiguren abtauschen und ins gewonnene Endspiel abwickeln.

1,0 – 1,0

Matthias Freestyle-Variante flog ihm böse um die Ohren. Sein Gegner konnte die frühe Rochade für einen massiven Angriff am Damenflügel nutzen. Nach einige ungenauen Verteidigungszügen war sein König im Mattnetz gefangen.

1,0 – 2,0

In meiner Partie konnte ich trotz einer kleinen Ungenauigkeit in der Eröffnung einen gewissen Raumvorteil generieren. Doch mein Gegner konnte dann eine Reihe von Figuren tauschen und das Endspiel verflachte schnell ins Remis.

1,5 – 2,5

Nach einem heftigen Handgemenge stand Dennis recht gut. Den gegnerischen Angriff konnte der Rattenfänger abwehren und einen kraftvollen Gegenstoß beginnen. Seine Truppen jagten den Monarchen an den Rand. Doch leider schmolz seine Bedenkzeit zu schnell, so dass Dennis die Gewinnvariante nicht fand und ins Remis abwickelte. Schade, das war nicht nötig gewesen.

2,0 – 3,0

Wilfried hatte schnell nach der Eröffnungsphase den Ausgleich erreicht. Nach ungenauem gegnerischen Mittelspiel konnte Wilfried die Qualität gewinnen und war schon fast auf der Gewinnerstraße. Doch sein Gegenüber fischte noch kräftig im Trüben und konnte glücklich das Remis erreichen. Mist, damit war nun wirklich nicht zu rechnen.

2,5 – 3,5

Beim Kampf um die Initiative verlor Yannick ein wenig die Übersicht und verlor unnötigerweise einen Bauern. Zwar bemühte sich der Rattenfänger um Kompensation, doch sein Gegner spielte es kompromisslos zu Ende und setzte seinen König auf der gegnerischen Grundreihe matt.

2,5 – 4,5

Unser Mannschaftsführer Kai hatte ein leichtes Problem mit seinem Zeitmanagment und kam in einer komplizierten Stellung in schwerer Zeitnot. Was Kai dann mit 2 Minuten auf der Uhr zauberte war vom Feinsten. Obwohl sein König schon massiv angegriffen wurde, schaffte Kai es nicht nur den Angriff abzuwehren, sondern auch noch in ein gewonnenes Endspiel abzuwickeln.

3,5 – 4,5

Insgesamt gab es 5 Schwarzsiege und 3 Remis. Schon etwas seltsam. Diesmal schafften es unsere Weißspieler nicht, die nötigen Punkte zum Mannschaftssieg zu sammeln. Das ist  schade und so sind wir schon im 2.Wettkampkampf gegen Ricklingen mächtig unter Druck, diesen zu gewinnen. Doch in den letzten Jahren konnten wir dort kaum  Punkte mit nach Hause holen. Wir werden sehen, ob es in Hannover diesmal besserläuft.

HIER noch der Bericht auf der Seite von Werder Bremen.

2 Kommentare

  1. Ich bin über unsere Leistung zum Saisonstart ziemlich enttäuscht. Da war bei jeder Partie – auch bei den Gewinnpartien – deutlich Luft nach oben.

  2. Hallo, Leute,
    habe ja letztes Jahr immer begeistert applaudiert. Hm. Habe mich über die Pleite in Bremen schon letzten Sonntag sehr gewundert, über die Partien jetzt aber noch mehr. 2 totale Eröffnungskatastrophen mit Weiß. Zu meinen Zeiten sagte ein Hamelner Spieler, der diesen Monat 60 geworden ist: „Das war nix!“
    Liebe Grüße aus GÖ,

    Lothar

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