U12 Jugendmannschaft verarztet die Gegner

Zum ersten Mal nach vielen Jahren findet wieder auf Bezirksebene eine U12 Mannschaftsmeisterschaft statt. Diesmal hatten sich fünf Mannschaften gemeldet. Es wird doppelrundig gespielt. An vier Spieltagen werden an einem zentralen Spielort mehrere Runden stattfinden. An diesem Wochenende fing das Turnier in Hildesheim an.

Pünktlich um 08:55 Uhr fanden sich alle Kinder (Jan, Ole, Daniel und Franziska) am vereinbarten Treffpunkt ein. Sehr gut – schon mal besser als bei unserer ersten Herrenmannschaft. Schnell wurden die Sachen verstaut und die Kinder auf die richtigen Sitze gesetzt. So konnten wir pünktlich um 09:00 Uhr die Reise nach Hildesheim starten. Da es ab Freitagabend getaut hatte, waren die Straßen eis- und schneefrei und wir kamen gut durch.

Die Hinfahrt verlief auch sehr harmonisch ab. Es wurde gelesen, am Handy gespielt und viel gequatscht. Mein Navigationsgerät fand auch den Spielort recht schnell – das Klinikum in Hildesheim. Also im Krankenhaus hatte ich noch nie gespielt – gespannt war ich auf die Spielstätte. Na ja, geräumt war es zwar schon – doch ein wenig gewöhnungsbedürftig.
Spielten doch die U12 Mannschaften in einer riesigen Halle zwischen den einzelnen Stationen. So war es nicht verwunderlich, dass immer wieder quengelte Kinder (die Kinderstation war gleich nebenan) – schachinteressierte Patienten so sehen und der gute Doppelpass Fussball-Morgentalk im Fernsehen zu hören war (der Fernseher war in der zweiten Etage gewesen).

Begrüßt wurden wir dann alle vom Hildesheimer Mannschaftsführer Werner Freier und einem Krankenhaus Verantwortlichen. Sehr schön – nun konnte es ja los gehen. Da wir in der ersten Runde spielfrei waren, konnten wir erst mal gemütlich frühstücken. Die Kinder haben auch schnell den Süßigkeitenautomaten entdeckt und versorgten sich mit allerlei Köstlichkeiten.

Dann nach knapp 2 Stunden wurde die zweite Runde angepfiffen und wir mussten gegen Göttingen antreten. Nominell die zweitbeste Mannschaft – daher hatte ich meine Mannschaft auch entsprechend gut darauf eingestimmt. Und es klappte einwandfrei.

Am Brett 1 spielte Jan gegen das Englund-Gambit – was kein Problem wäre, wenn er sich an die Vorbereitung erinnert hätte. Aber nicht so schlimm, auch am Brett fand Jan eine gute Fortsetzung, gewann einen Bauern und zertrümmerte die gegnerische Bauernstellung. Der letzte eingeleitete Notmattangriff konnte dann Jan mit dem korrekten Bauernzug abwehren und sicher den Punkt einfahren.
Am Brett 2 hatte Ole einige Ungenauigkeiten im Franzosen eingestreut, die aber nicht vom Gegner gesehen wurden. Mit einem schönen Bauernzug und anschließenden Doppelangriff wurde eine Figur abgefischt. Das reichte zum Sieg.
Am Brett 3 musste auch Daniel sich mit dem Englund-Gambit auseinander setzen – kein Problem, da er etwas besser bei der Vorbereitung aufgepasst hatte. Schnell wurden zwei Bauern gewonnen und fast alles abgetauscht. Die Sache mit der Verwertung des Turmendspiels muss ich wohl noch mal im Training zeigen. Aber immer hin hatte Daniel immer eine Idee bei seinen Zügen gehabt und gewann ebenfalls sicher.
Am 4.Brett musste Franziska sich mit einem misshandelten Franzosen herumschlagen. Leider sah unsere Spielerin nicht die besten Züge und musste sich verteidigen. Hier spielte sie nur die zweitbesten Züge, was immerhin größeren Materialverlust verhinderte. Dann kam Franzi besser in Tritt konnte ihre Figuren gut platzieren und positionellen Ausgleich erreichen. Aber ein vergifteter Bauer entschied die Partie. Die gegnerischen Türme drangen auf die 7.Reihe ein und nach dem Damenverlust war die Partie entschieden. Schade – aber wir hatten ja trotzdem mit 3:1 den vermeintlichen stärksten Gegner geschlagen.

In der dritten Runde traten wir gegen die Gastgeber Hildesheim an.
Dabei spielte Ole eine sehr schöne französische Partie, bei nur einem ungenauen Bauernzug. Ansonsten hatte er immer die richtigen Angriffszüge gefunden. Die Belohnung: Vier Mehrbauern und einen feindlichen König der in der Mitte festgenagelt war. Entnervt gab der Gegner noch vor dem 20.Zug auf.

Daniel spielte gegen die Slawische Eröffnung und konnte einen frühen Fehler des Gegners nichts ausnutzen – das wird noch ein Extratraining geben. Dennoch gelang es ihm im zweiten Versuch mit der Dame in die gegnerische Stellung einzudringen und Material zu gewinnen.
Nun bestand das eigentliche Hauptproblem darin, eine von vielen Gewinnmöglichkeiten konsequent zu Ende zu spielen, um den König matt zu setzten Kein Problem für Daniel – allerdings hatte er für die Partie viel zu wenig Zeit verbraucht. Das müssen wir noch mal üben.
Auch Jan musste sich gegen einen Slawen spielen und bekam den gleichen Eröffnungsfehler serviert. Wie Daniel konnte auch er den Fehler nicht gleich ausnutzen. Es folgte eine recht ausgeglichene Partie. Jan gewann einen Bauern und musste sich mit einem Abzugsschachmotiv beschäftigten. Der Hamelner zog sicher weiter, bis sein Gegenüber einen Dameeinschlag auf h3 spielte. Das sah schon recht gefährlich aus – doch in dieser sehr kniffligen Situation merkte man, dass der 9jährige Hamelner schon genügend Turniererfahrung besaß und konnte die Verteidigung gut koordinieren. Wie es sich in der nachfolgenden Analyse zeigte, hatte Jan alles richtig berechnet und gewann erst die Dame und dann die Partie.
Franziskas Damengambit war schon recht ordentlich gespielt und die Schachamazone hatte auch ein hübsches Mattnetz für den gegnerischen König geknüpft – es drohte ein sehenswertes Springer + Läufermatt – leider hatte Franzi dann einen Fehlzug eingestreut und statt Matt zu setzen, stellt sie eine Figur ein. Schade eigentlich.

Dennoch gewannen wir auch den zweiten Wettkampf mit 3:1 und liegen nach drei Runden an der Tabellenspitze.
Hier die Tabelle

So weit so gut. Nun schnell die Sachen eingepackt und ab ins Auto. Daniel durfte diesmal vorne sitzen und berichtete mir, was man alles bei eBay verkauft konnte. Die anderen Drei spielten solange am Handy, bis es zu dunkel wurde. Mit zunehmender Dunkelheit nahm dann die Lautstärke im Wagen zu. Also auf der Rückbank. Die Kinder hatten wohl immer noch sehr viel Energie ……… Immer wieder musste ich meine Stimme erheben, allerdings half das dann so 30 Sekunden. So musste ich tatsächlich unter einer Laterne ranfahren und anhalten. Als ich mich umdrehte wurde es totenstill und alle drei hatten ihre Köpfe gesenkt. Ich habe dann einige passende Worte gefunden – hoffentlich.

Auf jeden Fall haben sie nachher alle wieder gelacht und ich konnte alle vier Kinder wohlbehütet nach Hause bringen.

3 Kommentare

  1. Schöner Bericht und anscheindend viel Spaß mit den Kindern :-). Ich hoffe, Deine Nerven lagen nicht allzu blank. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf die kommenden LMM. Das werden bestimmt lustige Tage ….

  2. Es passt schon – so habe mal ein paar Bilder reingestellt – ich glaube ich muss noch ne Menge üben beim Bilder machen. ^^ – sind doch zum Teil recht verwackelt. Sorry.

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