Reif für die Insel – LJEM 2019 auf Norderney (Stand: Abschlussbericht)

Vorbericht

Am Samstag ist es wieder soweit! Ein Jahr ist vorbei und es wird wieder Zeit für die Landesjugendeinzelmeisterschaften (LJEM). Die Bezirksmeister aller Altersklassen kommen zusammen und spielen die Titel der Niedersachsenmeister aus. Dieses Jahr finden die Meisterschaften vom 13. bis 19. April auf der Nordsee-Insel Norderney statt – ideales Klima um Schach und den Familienurlaub zu vereinen. Damit ersetzt Norderney in diesem Jahr Rotenburg an der Wümme als Austragungsort.

Auf der Turnier Homepage www.d4-d5.net könnt ihr ab Samstag alles live mitverfolgen! Die Teilnehmerlisten und alle Informationen könnt ihr in Form eines Turnierheftes hier einsehen.

Auch Hameln wird mit einigen Jugendlichen vertreten sein. Gespielt wird in den Altersklassen U10, U12, U14, U16, U18 und den Mädchenturnieren U12w, U14w, U16w und U18w. Außerdem wird es ein Open geben, für alle Spieler die zu alt sind oder sich nicht qualifiziert haben. Folgende Hamelner Youngster sind dabei:

Ole Reichelt (U18) – Setzrang 9. von 22 Teilnehmern

Jan Helmer (U16) – Setzrang 2. von 24 Teilnehmern

Lena Reichelt (U14w) – Setzrang 2. von 8 Teilnehmerinnen

Monika Spieker (U12w) – Setzrang 8. von 10 Teilnehmerinnen

Wie stehen die Chancen in den Altersklassen?

Definitiv wird es wieder heiße Titelkämpfe in Altersklassen geben. Auch die Hamelner Teilnehmer werden wohl wieder mitmischen im Kampf um die Qualifikationen. In der U18 bekommt es Ole mit ein paar richtigen guten Konkurrenten zu tun – Hannes Ewert mit DWZ 2250 führt die Startliste an und ist wohl heißer Favorit auf den Titel. Aber auch mit Nico Stelmaszyk aus Lehrte (DWZ 2111) auf Platz 2 und  Jacob von Estorff aus Uelzen (DWZ 2026) warten dahinter richtig starke Konkurrenten. Wie wird sich Ole in diesem Feld schlagen? Wir werden berichten. 

In der U16 ist ebenfalls Spannung angesagt. Jan ist an zwei gesetzt direkt hinter dem Uelzener Torben Knüdel (DWZ 2112), der immerhin schon im Meisterturnier bei der letzten LEM sehr gut spielte. Aber Jan zeigte schon beim „Probelauf“ im Schulschachwettkampf, dass er richtig gut mit Torben mithalten kann. Wird es dieses Mal reichen? Aber auch der Lehrter Philip Reimer (DWZ 1871) auf Startranglistenplatz 3 dürfte da wohl noch ein Wort mitsprechen wollen.

Bei den Mädchenturnieren gab es dieses Jahr ein Novum in den Regeln zur Qualifikation und Titelvergabe. Die Titel der Landesmeisterinnen für die Altersklassen U12 und U14 werden ab diesem Jahr nicht mehr in den gemischten Turnieren ausgespielt sondern in den Mädchenturnieren. Auch kann man sich nur noch über die Teilnahme an U12w und U14w zur ersehnten deutschen Meisterschaft qualifizieren. In der U14w wird es wohl auf einen Dreikampf hinauslaufen: Emilia Bildat aus Lüneburg (DWZ 1666), Enna Evering (DWZ 1555) und Lena werden um den Titel kämpfen. Wer wird hier am Ende die Nase vor haben? Es bleibt spannend.

Und in der U12w spielt dieses Jahr auch Monika mit. Letztes Jahr in der U10, dieses Jahr bei der DSAM und dem Vereinspokal konnte sie schon richtig gut zeigen, was sie drauf hat. Auch in diesem Jahr wird Monika bei der LJEM mitmischen und einige Punkte einfahren. Absoluter Favorit in der U12w sollte Andrea-Alexandra Roncea aus Papenburg mit einer  stolzen Zahl von 1669 sein. Aber wie sagt ein weiser Mann stets? DWZ spielt kein Schach.

Was dürfen wir noch erwarten?

Richtig viel Spaß und gute Laune! Das Rahmenprogramm ist wieder gespickt mit einem tollem Rahmenprogramm: Tandemturnier, Schwimmen, „Schachball“, Team-Chess, Filmabend usw. usw. Weiterhin wird es einige Aktionen auf Norderney geben, um die Insel etwas zu erkunden und neben dem Schach auch ein bisschen abzuschalten vom Stress am Schachbrett. Ich werde natürlich mit vielen Fotos berichten, um bei euch etwas Fernweh zu erzeugen 😉 .

Über 190 Teilnehmer sind es dieses Mal und keiner kommt zu kurz. Neben der Organisation des Turnieres werde ich jeden Tag ein Update geben über die Wettkämpfe und wie sich die Hamelner in den Turnieren schlagen und wie sehr sie beim Rahmenprogramm abräumen. Schaut ab und zu rein und unterstützt sie mit netten Kommentaren. Es wird ebenfalls wieder die Möglichkeit der Brettpost geben! Über die Turnierhomepage habt ihr die Möglichkeit allen Teilnehmern Grüße zu senden. Das können Gratulationen sein, Aufmunterungen, oder einfach ein paar Witze – diese werden dann jeden Tag an das Brett des Spielers gelegt. Darüber freuen sich alle! Aber bitte keine Züge vorsagen 🙂 Sobald die Turnierhompage freigeschaltet ist könnt ihr hier alle Ergebnisse ansehen und auch LIVE-Partien verfolgen. Wenn es gut läuft gibt es auch von den Hamelnern viele Partien zu sehen!

Also, … bleibt gespannt. Am Samstag gehts dann los!

Eröffnung und Runde 1

Es geht los! Nachdem schon einige Schachspieler am Freitag auf die Insel kamen, war dann der große Ansturm am Samstag. Über 250 Schachspieler*innen und Begleiter sind beim Turnier dabei und spielen, betreuen oder schauen einfach nur zu. Nach der langen Anreise auf Norderney ging es dann um 14 Uhr pünkltich mit der Begrüßung los. Sowohl der Bürgermeister also auch der NSV-Präsident Michael Langer richteten ein Grußwort an die Teilnehmer bevor es dann um 14:30 in allen Altersklassen losgehen konnte.

Das NSJ-Team mit Michael Langer (NSV) und dem Bürgermeister von Norderney
Full House in der KGS Norderney, über 250 Leute warten gespannt auf die Begrüßung
Torsten Bührmann (NSJ-Vorsitzender), Yannick Koch (TL-Einzel) und Frank Ulrichs (Bürgermeister Norderney)

Sehr sicher und schnell gewann Jan in Runde 1 gegen Rita Nizamova aus Göttingen. Bevor ich das erste Mal richtig aufs Brett gucken konnte hatte er schon gewonnen. Super Start! Etwas weniger schnell, aber dafür auch sehr überzeugend gewann Ole gegen Jannik Swarte. Aus einer sehr ruhigen Eröffnung überspielte er langsam seinen Gegner vom SV Lingen. Weniger Erfolg in Runde 1 hatte Monika, die zwar ihre Vorbereitung 1:1 abspielen konnte, aber dann eine Figur einstellte. Diesem Verlust musste sie in der Partie hinterherren und schaffte es am Ende nicht den Nachteil auszugleichen. Schade! In arge Bedrängnis kam auch Lena in der U14w gegen Lea-Marie Thiele aus Lehrte. Ihre Gegnerin fuhr einen starken Angriff gegen den Königsflügel auf und Lena musste präzise verteidigen. Nach einigen genauen Zügen war das aber kein Problem und der Punkt ging nach Hameln.

Lena gegen Lea-Marie Thiele
Ole gegen Jannik Swarte
Jan gegen Rita Nizamova
Monika gegen Venera Margaryan

3 aus 4 Punkten in Runde 1 ist ein super Ergebnis, wobei die 4 Punkte haarscharf verpasst wurden. In Runde 2 kommen dann schon stärkere Gegner und die Hamelner müssen zeigen was sie drauf haben. Die richtig spannenden Duelle kommen in den folgenden Runden bestimmt. Heute Abend ist dann noch das traditionelle Blitzturnier und unsere Youngster können bei kurzer Bedenkzeit um die Punkte kämpfen und etwas Spaß haben. Morgen gehts dann um 8 Uhr weiter mit Runde 2.

Runde 2

In Runde 2 gab es für die Hamelner dann schon deutlich stärkere Gegner. Ole bekam in der U18 am Spitzenbrett mit Hannes Ewert direkt einen Kracher zugelost bekommen.
Er mussste mit Schwarz gegen den Turnierfavoriten spielen, also bei weitem keine leichte Aufgabe. Er spielte seine Vorbereitung und verlor aber früh danach einen Bauern. Der Bauer war im Schwerfigurenendspiel aber ganz entscheidend und so musste er in ein verlorenes Endpsiel abwickeln und verlor bald. Jan spielte gegen Inken Meijerink und kam nicht gut aus der Eröffnung.  Aus irgendeinem Grund verzettelte er sich aber und verlor im Endspiel einen Bauern. In schlechterer Stellung machte er dann Dauerschach und ist jetzt bei 1,5 Punkten. Lena und Monika punkteten dafür in den Mädchenturnieren. Lena konnte sich souverän gegen Maya Bothe  aus Braunschweigdurchsetzten und Monika landete einen Punkt gegen Tara Goldbeck.

Ein Blick in den Spielsaal
Ein Blick in den Spielsaal (2)

Damit sind alle Hamelner noch sehr gut im Rennen, hier eine Übersicht:

Ole 1/2 Punkte
Jan 1,5/2 Punkte
Lena 2/2 Punkte
Monika 1/2 Punkte

Runde 3

Für alle Altersklassen stand dann um 14:00 die dritte Runde auf dem Programm. Bei Monika war schneller Schluss als ich gucken konnte. Sie musste sich leider gegen Johanna Berger aus Braunschweig geschlagen geben. Ohne einen Blick auf die Partie kann ich nicht genau sagen, was passiert ist. Ole spielte eine sehr gute Partie gegen Justin Berling, und konnte sich eine Figur gegen zwei Bauern ergattern. Leider übersah er dann eine folgenschwere Taktik und verlor seine Dame und die Partie. Damit hat Ole aktuell einen aus drei Punkten und muss morgen die Aufholjagd starten. Jan spielte gegen Vincent Thomas mit Schwarz. Weiß machte aber einige positionell sehr komische Züge, die Jan gekonnt ausnutzte und schnell den vollen Punkt einfuhr. Lena ist mit 2/2 Punkten gegen Emilia Bildat mit 100 % in das Duell gestartet. Sie kam sehr gut aus der Eröffnung, war dann aber etwas zu unsicher, um noch weiterspielen zu wollen und machte Remis. Lena liegt jetzt mit 2,5 Punkten im Spitzenfeld.

Morgen gehts dann um 8 Uhr mit Runde 4 weiter.

Runde 4

Runde vier stand Montag um 8 Uhr morgens auf dem Programm. Am schnellsten war wieder die Partie von Monika fertig. Sie ließ zu, dass Ihre Gegnerin Finja Stelter  durch einen Tausch auf e3 die Königsstellung kompromittierte. Dann folgten einige weitere taktische Ungenauigkeiten, Monika verlor zu viel Material und musste aufgeben. Monika hat jetzt einen aus 4 Punkten.

Eine spannende Partie wurde es im Duell Bente Zöllner gegen Lena. Aus der Eröffnung und dem Mittelspiel war kein Vorteil auf beiden Seiten zu sehen. Es war eine spannende Stellung, die am Ende in ein komplizietes Springerendspiel führte, in der eine Stellungsnuance entscheidet. Ich bin nicht sicher, ob da mehr als Remis möglich war aber am Ende lief es gerechterweise auf eine Punkteteilung hinaus. Mit 3 aus Punkten ist Lena sehr gut im Rennen.

Jan musste gegen Phillip Reimer aus Lehrte antreten. Mit Weiß kam er optisch gut aus der Partie, gewann Raum am Damenflügel und hatte eine gute Figurenkoordination. Dann brach sein Gegner mit e6-e5 aber im Zentrum durch und Jan musste seine Figuren zurückordern. Mit g3-g4 schwächte er leider seine Königsstellung einmal zu viel. Der Bauer wurde abgefischt und ein Königsangriff gegen Jan aufgebaut. Jan ist mit 2,5 aus 4 Punkten ebenfalls noch voll im Rennen.

Ole holte in der Partie gegen Kristina Lücke alles aus der Eröffnung heraus, was gegen die Bird-Variante möglich war. Er bekam einfach eine positionell sehr vorteilhafte Stellung mit Schwarz, vor allem der schwache Bauer auf d3 war das weiße Sorgenkind. In einer geschickten taktischen Abfolge opferte Ole dann seinen Turm auf f8 um eine tödliche Batterie mit La8-Db7 gegen den Weißen König auf g1 aufzubauen. Weiß konnte nichts machen und musste aufgeben. Ole hat mit dem Sieg jetzt 2 aus 4 Punkten und somit 50% Ausbeute.

Hier noch ein paar Fotos vom Spielsaal und vom wunderschönen Norderneyer Strand:

Monika am Brettt
Die Livebretter (1)
Die Livebretter (2)
Blick in den Spielsaal

Runde 5

Ole spielte in der U18 gegen Jeremy Thomas aus Tostedt. Mit einem etwas ungewöhnlichem Konzept spielte er gegen den Königsinder seines Gegners, aber irgendwie ging alles gut und Schwarz hatte am Ende der Eröffnung einen rückständigen Bauern auf d6. Positionell geschickt tauschte Ole die richtigen Figuren ab und behielt am Ende einen Mehrbauern im Turmendspiel mehr. Das Endpsiel bzw. seine Verwertung war dann etwas zäh aber Ole konnte letztendlich den vollen Punkt einfahren.

Jan spielte mit Schwarz gegen Jonas Dornieden vom SK Lehrte. Weiß spielte ein nicht ganz ungiftiges Gambit und damit von Anfang an auf Angriff. Der Angriff schien aber nie wirklich durchzuschlagen. In einem Schlagabtausch bei der Abwehr des Figurenansturms konnte er dann zwei Figuren gegen den Turm gewinnen und die Damen abtauschen. Dabei entstand ein gewonnes Endspiel. Jan traute sich leider aufgrund der fortgeschrittenen Zeit aber nicht in die Verwertung der Stellung und so wurde Remis vereinbart. Schade! Er ist damit mit 3 aus 4 Punkten im dichten Verfolgerfeld.

Die letzen beiden Partien in Runde 5 …. Hamelner Härte 😉
… Ole gegen Jeremy Thomas
… und Jan gegen Jonas Dornieden

Monika kam gegen Ella Vianden aus Wildeshausen richtig gut aus der Eröffnung. Sehr harmonisch und mit taktischem Witz tauschte sie die guten Figuren von Weiß ab und hatte eine glatte Mehrfigur, die ihre Gegnerin einstellte. Leider übersah sie dann eine Gabel auf c7 und der Springer konnte dann den Turm auf a8 nehmen. Diesen Materialnachteil konnte sie nicht mehr ausgleichen und verlor die Partie später. Monika spielte am Nachmittag dann auch direkt Ihre 6. Runde, die die Mädchen vorgezogen hatten. Hier ging die Partie leider ganz schnell. Monika übersah mit den schwarzen Steinen eine Batterie Lb3/Dc4 gegen Ihren König und wurde in Zug 15 Matt gesetzt.

Bei Lena ging es in Runde 5 auch schneller als man gucken konnte . Gegen Amelie von Hugo kam sie gut aus der Eröffnung und griff den gegnerischen König an. Mit Bauernzügen h6-g5 schwächte sich Schwarz zu sehr und bereits im 23. Zug konnte Lena mattsetzten. Lena bildet jetzt zusammen mit Emilia Bildat und Bente Zöllner mit jeweils 4 Punkten das Führungstrio.

Abends wurde dann noch das traditionelle Tandem Turnier ausgetragen. Der gesamte Spielsaal war voll und es mussten sogar extra Bretter geholt werden, sodass die über 40 Teams Platz finden konnten. Im folgenden Bild steckt die Räselaufgabe und ihr müsst kommentieren, welchen Teamnamen denn Jan und Ole gewählt haben 😉 Mit 7/7 konnte zumindest das Team Spagetti Carbonara aus Hannes Ewert und Christian Richter einen souveränen Sieg einfahren.

Andreas und Yannick als „Die Underdogs“, rechts daneben das Team von Patrick Wiebe und Bente Zöllner
Wie heißt das Team von Ole und Jan?

Morgen gehts dann mit einer Doppelrunde weiter. Folgender Stand nach Runde 5 (6) ergibt sich bei den Hamelnern Youngsters:

  • U18, Ole: 3 aus 5 Punkten
  • U16, Jan: 3 aus 5 Punkten
  • U16w/U14w, Lena: 4 aus 5 Punkten
  • U12w, Monika: 1 aus 6 Punkten

Runde 6 und 7

Am Mittwoch standen dann für alle Altersklassen zwei Runden auf dem Programm. Außer für die U10, U12 – die vergnügten sich mit Schachball – und der U12w, die Ihre Runde schon vorgezogen hatte.

Ole musste Vormittags gegen Jacob von Estorff spielten, ein spannendes Duell. Mit Schwarz schien lange Zeit alles OK zu sein, aber mit etwas mehr Spielwitz schaffte es Weiß Schritt für Schritt seine Stellung zu verbessern und die schwarze Bauernstruktur zu schwächen. Irgendwann konnte Ole die Stellung nicht mehr halten und es entstand ein verlorenes Turmendspiel mit zwei Minusbauern. Umso schöner war dann die zweite Partie mit Weiß gegen Mattis Kittelberger. Bereits in der Eröffnung konnte Ole auf h7 einen Bauern restlos gewinnen. Langsam zog er einen Angriff gegen den geschwächten König von Schwarz auf und konnte bereits nach 33 Zügen den vollen Punkt einfahren. Ole hat jetzt 4 aus 7 Punkte.

In Runde 6 musste Jan gegen Simon Dirks aus Aurich spielen. Mit Weiß startete er eine Initiative am Damenflügel und baute seinen Stellungsvorteil langsam aus. Schwarz schlug im Zentrum dagegen aber in einem taktischen Schlagabtausch konnte Jan die Dame gegen Turm+Läufer+Bauer gewinnen. Das Endspiel war dann gar nicht so einfach aber Jan gab die richtigen Schachs und konnte die Bauern nach und nach schlagen und am Ende den Turm gewinnen – 1:0. In der Nachmittagsrunde kam es dann zum Kracher-Duell gegen Torben Knüdel mit Schwarz. Jan bekam schnell einen Doppelbauern auf c6/c5, der zwar optisch komisch aussah, aber eigentlich eher gut ist. Damit wurden b- und d-Linie geöffnet und der Springer hatte auf d5 sehr guten Halt. Die Damen wurden getauscht und aus einer guten Position wurde ein Remis vereinbart. Vielleicht wäre da noch mehr drin gewesen. Jan hat jetzt 4,5/7 Punkte.

Monika spielte wie gesagt nur eine Runde, Runde 7 gegen Anna Wilmink mit Weiß. Und wird leider wird sie weiter vom Pechvogel verfolgt. Monika kam richtig gut aus der Eröffnung und die Stellung sah sehr gut aus. Schnell konnte sie über ein schönes Springermanöver eine Qualität gewinnen und hatte dann eine Gewinnstellung. Leider übersah sie den Gegenangriff mit Dame d6 auf ihren Bauern g3 und die schwarze Dame konnte den weißen König bedrohen und einige Figuren zurückgewinnen. Der König von Monika war am Ende so offen, das Schwarz einen entscheidenden Königsangriff starten konnte und gewann. Schade! Hätte sie einfach mit Kg2 Ihren Bauern abgedeckt wäre es wohl ein voller Punkt geworden. Monika hat jetzt einen Punkt.

Lena war in Runde 6 gegen Enna Evering mit Weiß gelost worden. Sie spielte eine tolle Postionspartie. Sie lockte die hängenden Bauern von Schwarz nach vorne und blockierte dann auf der anderen Farbe. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt einen deutlichen Vorteil aufgebaut. Dann geschah das was nicht geschehen durfte: Lena übersah eine folgenschwere Taktik und stellte ihre Dame ein gegen einen Turm. Danach war die Stellung leider nicht mehr zu halten. Schade! Dafür war die zweite Partie von Lena umso schöner. Gegen Anna-Marie Roosenboom konnte sie aus der Erröfnung die Stellung öffnen und den gegenerischen König rasend schnell angreifen. Weiß übersah dann aber ein einzügiges Matt und machte es Lena einfach. Lena hat jetzt 5/7 Punkte.

Am Ende des Tages gab es im Rahmenprogramm noch das traditionelle Team-Schach Battle. In 4er Teams wurden 6 verschiedene Schachvarianten ausprobiert. Angefangen mit „Einhorn-Schach“, bei dem die Springer auf einmal etwas betrunken sind und aufgehört bei „Überraschungsschach“ war alles dabei. Auch die Hamelner Youngster hatten viel Spaß, unten im Bild bei der Challenge, den höchsten Turm aus zwei Schachsätzen zu bauen. Und auch ein Team-NSJ versuchte sich an den verschiedenen Herausforderungen.

Turm bauen im Team-Chess Battle
Der Spielsaal – Ansage-Doppelbrett-Schach wird gespielt
Das Hamelner Team
… und Team NSJ

Morgen steht dann schon der vorletzte Tag an!

Runde 8, 9 und Abschluss

Lena hatte in den letzten beiden Runden keine Probleme in ihren Partien. Gegen Anna Rosenboom gewann sie frühzeitig durch eine Gabel eine Figur und spielte Ihren Vorteil souverän bis zum Sieg. Gegen Insa Wolterink dauerte die Verwertung in der letzten Runde etwas länger, aber war auch nie gefährdet. Die Weißspielerin hatte ihren König in der Mitte stehen lassen müssen und Lena stürmte mit Ihren Bauern nach vorne. Am Ende war Ihr Königsangriff verheerend.

Monika spielte mit Schwarz in Runde 8 gegen die Topplatzierte Andrea Roncea. Es sah nach der Eröffnung nach einer ausgeglichenen Stellung aus, aber Andrea nutzte die durch einen Abtausch entstandene offene h-Linie zu einem Angriff mit beiden Türmen. Nach einer schönen Kombination konnte sie Monika Matt setzten. Zu einem schönen Turnierabschluss kam Monika dann aber dennoch mit Weiß gegen Fenja Wolterink, wo sie in einer Kampfpartie am Ende die Nase vorn hatte und mit schöner Endspieltechnik ihren zweiten Punkt einfahren konnte.

Jan konnte in Runde 8 gegen Jonathan Rudi mit Weiß nichts großes aus seiner Stellung herausholen. Der Vorteil wechselte erst von Schwarz zu Weiß, aber beide Seiten streuten technische Fehler ein und das Turmendspiel mündete ins Remis. In der letzten Runde spielte Jan mit Weiß gegen Alexander Kanzow. Gegen den Stonewall hatte Jan zunächst kein gutes Konzept in Sicht, also hebelte er mit g2-g4 die Stellung des Gegners an. Das Problem dabei, dass er seinen eigenen König zu sehr schwächte. Richtig gespielt hätte Alexander hier sehr leicht gewinnen können. Aber Schwarz verpasste den Gegenangriff und so entstand ein Turm-Läufer Endspiel mit zwei verbundenen Freibauern für Jan, das er gewinnen konnte.

Ole spielte in Runde 8 eine richtig tolle Partie gegen Artur Kück mit Schwarz. Er kam gut aus der Eröffnung, spielte aktiv nach vorne und machte Druck gegen die schwachen weißen Bauern. Nicht viel später gewann er eine Qualität und konnte dann mit einem schönen Königsangriff den Sack zu machen. In Runde 9 kam es dann nochmal zum spannenden Duell gegen den starken Nico Stelmasyk aus Lehrte (DWZ 2111). Ole kam gut aus der Eröffnung, machte aber eine Fehlbewertung in einem Materialabtausch: Er gewann eine Qualität, verlor aber zwei wichtige Zentrumsbauern. Sein a-Freibauer konnte leicht blockiert werden und die Zentrumsbauern von Schwarz konnten problemlos vorrücken. Ole verlor dann in schon deutlich schlechterer Stellung auf Zeit.

Und was bleibt? Schauen wir einmal auf die Ergebnisse. Am Ende erreichten die Hamelner Jugendlichen folgende Endpunktzahlen:

  • Lena in der U16w/U14w : 7 aus 9 Punkten damit Platz 3
  • Monika in der U12w: 2 aus 9 Punkten damit Platz 9
  • Jan in der U16: 6 aus 9 Punkten damit Platz 3
  • Ole in der U18: 5 aus 9 Punkten damit Platz 9 

Jan erreichte einen tollen dritten Platz hinter Philip Reimer vom SK Lehrte bei dem es auch überdurchschnittlich gut lief und hinter dem Turnierfavoriten Torben Knüdel aus Uelzen. Ebenfalls zufrieden darf Lena mit ihrem Turnier und einem guten dritten Platz in der gemischten Turnier U16w und U14w. Rein von den Partien war das, was Lena zeigte sehr gut und auf einem Niveau mit dem von Emila Bildat und Bente Zöllner –  an manchen kritischen Momenten war Lena leider nicht da. Nicht ganz glücklich mit dem Abschneiden hingegen dürften Ole und Monika sein. Ole verbessert sich leicht von der Zahl aber hatte einige verpasste Big Points. Außerdem war der Verlust in Runde 3 gegen Justin Berling bereits früh ein Rückschlag. Bei dem starken Teilnehmerfeld in der U18 aber eine sehr respektable Leistung. Monika zeigte sehr viele gute Partieansätze aber hatte oft in taktischen Komplikationen das Nachsehen. Aus der Eröffnung heraus holte sie immer sehr viel heraus und verlor nur danach den Faden. Ich denke aber allen Hamelner hat es sehr viel Spaß gemacht und konnten auch neben dem Turnier auf der Insel mit ihren Familien etwas entspannen und beim Rahmenprogramm Spaß haben.

Hier noch zum Abschluss ein paar Fotos von der Siegerehrung:

Jan (3.), Torben Knüdel (1.), Philip Reimer (2.)

Und die nächsten Turniere stehen ja auch vor der Tür. Bereits im Juni sind ja dann schon die offenen Deutschen Meisterschaften für alle, die trotz fehlender Qualifikation bei der DJEM dabei sein wollen und im Herbst geht’s wieder los mit den Bezirksmeisterschaften und dem nächsten Versuch zur Qualifikation 🙂 

Es bleibt spannend…

10 Kommentare

  1. So der erste Tag ist für unser Quartett gelaufen. Ole, Jan und Lena konnten gewinnen. Monika hat leider verloren. Morgen spielen die Kids dann zwei Runden. Sicher kann man wieder am Live-Brett die Partien ansehen.

    Wir drücken euch allen die Daumen.

  2. Vielen Dank Yannik für die Bildeer und den kurzen Bericht.
    Die dritte Runde wurde heute Nachmittag auch noch gespielt.

    Ole musste sich noch mal geschlagen geben. Nun heißt es nicht das Turnier abschenken sondern noch ein paar Punbjte hiolen. Schließlich ist noch ein einstelliger Tabellenplatz erreichbar.

    Jan gewann heute Nachmittag, recht locker. Da auch die anderen Topspieler einen halben Punkt in der 3.Runde abgegeben haben, liegt Jan mit 5 weiteren Spielern mit 2,5 Punkte ganz vorne.

    Lena musste gegen diee Topgesetzte Gegnerin ran, spielte eine tolle Eröffnung und stand besser. Vielleicht war es die vorangeschrittene Bedenkzeit, so spielte Lena nicht weiter auf Sieg sondern nahm das Remisangebot an. Somit liegt Lena mit einem weiteren Mädchenduo mit 2,5 Punkte an der Spitze des Feldes.

    Monika verlor am Nachmittag. Morgen kommen aber wieder neue Gegnerinnen die in ihrer Gewichtsklasse spielen. Dann können weitere Punke geholt werden.

  3. Monika hatte nach der Eröffnung eine glatte Mehrfigur, übersah dann leider nach gut 3 Stunden Spielzeit (wie Yannick berichtete) eine Springergabel, die bei richtiger Spielweise nur die Qualle gekostet hätte. Leider fand Monika die richtige Fortsetzung nicht.
    Schlimmer war es dann in Runde 6: Anstatt nach 10 Zügen mindestens einen Bauern zu gewinnen, übersah sie den Mattangriff. Über die Spielbedingungen für die Mädchen hüllen wir gnädigerweise den Mantel dess Schweigens

  4. Lutz, ich dachte du hättest den Teamnamen entdecken können. Die beiden haben sich als „Lutz’s Padavane“ hervorragend geschlagen 🙂

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