Nächste Pleite gegen Salzgitter – Erste Mannschaft dümpelt im Mittelfeld herum

Aus dem Tagebuch eines Mannschaftsführers…

Nachdem der Aufstiegszug ohne uns abgefahren war, mussten wir diesmal in Salzgitter antreten. Diesmal verstärkte uns Leonid aus der zweiten Mannschaft. Leonid war auch der erste Spieler, der am Treffpunkt war und es ein wenig mit der Angst bekam. War er zu spät am Treffpunkt? Nein, denn auch ich schaffte es erst kurz vor halb neun bei Bicker zu sein. Die anderen kamen ein wenig später. Ich muss es vermutlich nächstes Mal wieder ein wenig deutlicher sagen. Wenn ich eine Uhrzeit sage, ist es die Abfahrtzeit, nicht die Ankunftszeit am Treffpunkt. Aber gut – der Rest wurde in Afferde eingesammelt und Frank fuhr direkt, was er auch geschafft hat. So konnte der Wettkampf pünktlich beginnen.

Die Aufstellung lautete:

SVG Salzgitter – Hamelner SV
1 Lau, Siegfried (1932) – FM Bode, Wilfried (2333)
2 Lau, Udo(2063)- Renner, Kai (2091)
3 Zeltwanger, André (2056) – FM David, Adrian (2189)
4 Nielsen, Lars (1956) – van Son, Lutz (2076)
5 Spandlowski, Detlef (1935) – Gerstmann, Frank (2069)
6 König, Sebastian (1927) – Schmidt, Dennis (1981)
7 Hesse, Jürgen (1896) – Koch, Yannick (1939)
8 Graf, Joachim (1948) – Tilin, Leonid (1927)

DWZ-Schnitt: 1964 – 2076

Das sah doch vielversprechend aus. Über 100 DWZ mehr im Schnitt – da sollte doch etwas möglich sein. Doch wie sage ich immer: „Die DWZ spielt kein Schach.“ So fing ein schlimmer Wettkampf an.

Wilfried kam sehr gut aus der Eröffnung raus und nutze einige Ungenauigkeiten seines Gegenübers, um eine schöne Druckstellung zu bekommen. Doch dieser wehrte sich mit Händen und Füssen, so dass sich der Gewinnplan nicht finden ließ. Wilfried investierte noch mal Zeit, doch der „Winner“ wollte nicht erscheinen. Als Willi sah, dass er einen Bauern verlor bot er sicherheitshalber Remis an, was auch gleich angenommen wurde. Schade nur, dass zwei Züge vor dem Remisangebot die Partie durch einen Läufereinschlag tatsächlich gewonnen war. Schade, schade.
0,5:0,5

Wilfried war in Angriffsstimmung, konnte aber leider nur zum Remis abwickeln
Wilfried war in Angriffsstimmung, konnte aber leider nur zum Remis abwickeln

Einen rabenschwarzen Tag erwischte Adrian. Im Mittelspiel wurde der Hamelner überspielt und musste die Qualität geben, um ein Hauch von Gegenspiel zu bekommen. Einen Bauern gewann er auch noch, doch sein Gegner machte es recht geschickt und öffnete die Linien für seine Türme. Adrian gewann dann noch einen Bauern und hatte fast wieder die Remisbreite erreicht. Es gab eine interessante Abwicklung, wo Adrian mit Turm + Springer + 4 Bauern vs. Dame und 3 Bauern antreten konnte. Doch ließ er die Chance liegen und verlor recht zügig.
0,5:1,5

Adrian hatte nach einer ungenauen Eröffnung erheblich zu kämpfen
Adrian hatte nach einer ungenauen Eröffnung erheblich zu kämpfen

Nach drei Stunden sah es gemischt aus. Unsere zwei Weißpartien brachten gerade man 0,5 Punkte. Kai und Frank standen recht aktiv und ein voller Punkt war durchaus drin. Yannick, Dennis und ich standen auch optisch gut. Nur bei Leonid standen die Fahnen schon auf Halbmast.

Meine Partie verlief erst recht langweilig. Im Prinzip war früh zu erkennen, dass sich der Großteil der Figuren abtauschen und die Entscheidung im Endspiel fallen würde. Daher stellte ich mich recht geschickt auf und bekämpfte die feindlichen Bauernschwächen. In der entscheidenden Stellung überlegte ich mal 40 Minuten und traute mich nicht die ausgedachte Abwicklung zu spielen. Schade eigentlich, weil mein Gegenüber bei der späteren Analyse tatsächlich in mein Mattnetz reingesprungen wäre.
Nun hatte ich sehr wenig Restbedenkzeit und meine Stellungsbewertung wechselte häufiger von Verlust auf Gewinn und wieder zurück. Tatsächlich hatte ich einmal den gegnerischen Monarchen auf der Todesliste. Doch leider spielte ich die falsche Kombination. Danach verschlechterte sich meine Stellung recht zügig. Die letzten drei Züge musste ich in 10 Sekunden ausführen, was ich auch locker schaffte, doch die entstandene Stellung war verloren. Vermutlich im Glauben des sicheren Sieges zog mein Gegenüber schnell seinen 41. Zug und übersah ein Springerdauerschach. Puhhhh…. das war knapp.
1,0:2,0

Lutz in einer ausgeglichen Partie, die am Ende glücklich für uns Remis ausging
Lutz in einer ausgeglichen Partie, die am Ende glücklich für uns Remis ausging

Dennis kam ganz gut aus der Eröffnung raus und hatte auch den richtigen Plan im Zentrum vorzustoßen. Doch seine Umsetzung war nicht richtig gut. So schoben sich seine Bauern am Königsflügel nach vorne, was langfristig allerdings als Bumerang zurückkam. Die gegnerischen Figuren entwickelten sich über dem Damenflügel und hoben Dennis Bauernstellung auf. Leider war auch Dennis Zeitmanagement diesmal nicht so gut gewesen und er verlor recht schnell das Endspiel.
1,0:3,0

Zu Leonid’s Partie möchte ich eigentlich nicht viel sagen. Einer komischen Eröffnungsbehandlung folgte ein ungenaues Mittelspiel und mündete in einem schlechten Endspiel. In der gesamten Partie hat Leonid leider keine Sonne gesehen.
1,0:4,0

Leonid_MK_HSV-Salzgitter_20160702_ (16 von 35)
Leonid konnte an diesem Tag nicht wirklich mithalten

Frank hatte eine gute Eröffnungsstellung erreicht. In seiner sehr typischen aggressiven Spielart jagte er fast alle feindlichen Figuren wieder auf die Grundreihe zurück und prügelte solange auf die Königsstellung, bis alle Dämme brachen. Der König wurde dann sehr schön erlegt.
2,0:4,0

Frank in gewohnter Denkerpose. ;-)
Frank in gewohnter Denkerpose. 😉

Kai hatte diesmal etwas Schützenhilfen von seinem Gegner, der schon in der Eröffnung einen Bauern für nichts opferte. Danach verbesserte Kai seine Stellung, um dann doch wieder in einem wilden Handgemenge zu enden. Einmal hatte sein Gegenüber noch mal die große Chance, den Bauern mit gutem Spiel zurück zu gewinnen. Als diese Möglichkeit ausgelassen wurde, konnte Kai ins gewonnene Endspiel abwickeln.
3,0:4,0

Kai mit einer soliden Leistung und guter Endspielbehandlung
Kai mit einer soliden Leistung und guter Endspielbehandlung

Alles hing nun an Yannick. Die Eröffnung war sehr schön gespielt – mit großem Raumvorteil im Zentrum. Die Figuren wurden toll zentralisiert und nun ging es daran diesen Vorteil zu realisieren. Es war möglich gewesen,  immerhin gewann Yannick 2 Leichtfiguren für Turm und Bauer. Doch die Umsetzung dieses Vorteils schlug leider ins Gegenteil um und seine Stellung verschlechterte sich. Als der Druck, gewinnen zu müssen, zu groß wurde, stellte Yannick die Stellung ein.
3,0:5,0

Yannick mit gutem Spiel und viel Vorteil, der leider nicht zum Sieg reichte
Yannick mit gutem Spiel und viel Vorteil, der leider nicht zum Sieg reichte

Nun sind wir im Mittelfeld angekommen. Einen Punkt brauchen wir noch, um sicher den Klassenerhalt zu schaffen. Das sollte doch noch möglich sein. Hoffnung machte mir die Mittelung von Kai, dass wir die jüngste Mannschaft in der Landesliga Süd sind. 😉 Na dann schaffen wir es halt nächste Jahr.

Partienauszüge werden noch später eingepflegt.

5 Kommentare

  1. Hmmm, was soll ich sagen. Vor der Saison bin ich vom Aufstieg der Ersten und dem Klassenerhalt aller übrigen Mannschaften ausgegangen.
    Dass es nach der sechste Runde nun genau umgegekehrt aussieht hätte ich im Leben nicht gedacht.
    Wann wird unser Flaggschiff wieder in Oberliga-Gewässern schippern?

  2. Die Fotos sind klasse, vor allem das von Frank 😀 Danke Dennis!
    Die Ergebnisse sind dafür eher ernüchternd. Ich habe meine Stellung maximal aufgeblasen (+4 laut Fritz), um dann den Vorteil peu a peu wieder wegzugeben :/ Dass gleich 3 Spieler, die in der Saison noch nie verloren hatten, verlieren ist sehr ungewönlich. @Olli: Das mit der Oberliga wird noch ein paar Saisons dauern. Jedenfalls kann man in dieser Spielform keinen Blumentopf gewinnen. Wir müssen wohl auf die Unterstützung aus den unteren Mannschaften warten.

  3. @Yannick: wir werden alles daran setzen in die Landesliga aufzusteigen. Und sollte uns dies gelingen, machen wir euch so richtig Dampf unter dem Hintern, dann wird das schon was mit dem Aufstieg in die Oberliga, keine Sorge :o)
    Sollten wir den Aufstieg nicht hinbekommen, müsst ihr es halt ohne uns im Rücken schaffen…

  4. Hallo Lutz, vielen Dank für Deinen informativen und fairen Artikel. Vermutlich ist es einfach Realität, dass es auch in der Landesliga dieses Hin und Her in den Partien gibt. Zumindest sehe ich es immer wieder nachträglich, wenn der Rechner die „Wahrheit“ mitteilt.

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