Hamelns Zweite geht mit Tabellenplatz 2 in die Winterpause

Bevor ich zum aktuellen Spieltag komme, möchte ich kurz einen Überblick über Runde 2 und 3 nachreichen, zu denen es bislang keinen Bericht gab.

Am 2. Spieltag ging die Reise nach Göttingen, wo uns die Zweite Garde von Tempo empfing. Ein Blick auf die Aufstellung verriet, dass Hameln pro Spieler im Schnitt 200 DWZ Punkte mehr ans Brett brachte.
Dass an diesem Spieltag allerdings der Wurm drin war, zeigte sich bereits bei der Anreise, welche knapp 2,5 Stunden (statt der erwarteten 1h45min) in Anspruch nahm.

Die ersten Begegnungen endeten vielversprechend.
Carsten Konczak (Brett 6) und Ole Reichelt (Brett 8) konnten zwei schnelle Schwarzsiege einfahren und an den restlichen Brettern stand man überwiegend besser.

Dann kam es zu sehr unerwarteten Verlusten von Peter Brunotte (Brett 5), Oliver Barz (Brett 3) und Gerhard Kaiser (Brett 2), die vermeidbar gewesen wären.

Igor Belov konnte mit einem Sieg am Spitzenbrett den Ausgleich wiederherstellen und nun hing es an Felix Jacobi (Brett 4) und Leonid Tilin (Brett 7).

Felix knete mit dem Messer zwischen den Zähnen seine anfangs ausgeglichene Stellung bis der Gegner weich wurde.

Die Partie von Leonid war im höchsten Sinne gewonnen, leider verlor der Hamelner die Zeit aus den Augen und überschritt diese kurz vor der Zeitkontrolle, zum 4:4 Endstand.

Sehr ärgerlich, ein hoher Sieg wäre zu erwarten gewesen, ein knapper war möglich, mit einem Unentschieden musste sich Hameln 2 letztendlich zufrieden geben.

In Runde 3 empfing Hamelns Zweite die Gäste aus Peine.
Gerade an den hinteren Brettern sprachen die DWZ Zahlen für die Hamelner.

Mit 3 Remisen durch Oliver Barz (Brett 2), Felix Jacobi (Brett 3) und Carsten Konczak (Brett 5), sowie einer Niederlage durch Igor Belov (Brett 1), war der Start eher mäßig.

Die verbleibenden Partien deuteten ein knappes Ergebnis an:
Peter Brunotte (Brett 4) stand ausgeglichen, musste sich seines aggressiv spielenden Kontrahenten erwehren, Leonid Tilin (Brett 6) hatte Materialvorteil und stand auf Gewinn, bei Ole Reichelt (Brett 7) brannte die Stellung, Jan Helmer (Brett 8) hatte eine Figur verloren, welche er durch Stellungsglück, jedoch über kurz oder lang zurückerhalten würde, da sowohl der gegnerische Springer als auch Läufer keine unbedrohten Felder mehr fanden.

So konnte Jan erst seine verlorengegangene Figur zurück und schlussendlich das Endspiel gewinnen.
Auch Ole war die Schachfee diesmal hold. Nachdem sich der ganze Pulverdampf verzog, hatte er eine Figur mehr auf dem Brett. Der Rest war Technik und genau wie Leonid, der seinen Vorteil immer weiter ausbaute, ließ er sich den Sieg nicht mehr nehmen.

Am verbleibenden Brett hätte man sich nach Hamelns Mannschaftssieg nun, bei gleichem Material, gütlich trennen können, aber man zog es vor die Stellung bis zum letzten auszureizen.
Vermutlich hätte sich Peter anfangs mit der Punkteteilung zufriedengegeben, wer allerdings den Hamelner Altmeister kennt weiß, dass man gegen ihn das frühe Remis nehmen sollte, da er im Endspiel enorm gefährlich wird.
Und so kam es, dass der Angriff des, verglichen jungen, Peiner Spielers zum erliegen kam und Peter seine Endspielerfahrung aufs Brett brachte. Ein unhaltbarer Freibauer entstand und führte den Senior zum Sieg.

Das letztendliche 5,5:2,5 fiel angesichts der Partieverläufe etwas zu hoch aus, ein knapper Sieg wäre den gespielten Partien gerechter geworden.

Nun zum letzten Spieltag vor der Winterpause.

Zwei Stammspieler mussten diesmal ersetzt werden. Die Wahl fiel auf Jonas Möller und Luis-Maria Vieito, die bislang ein gute Saison in der dritten Mannschaft absolvierten.

Um das Anreise-Debakel, wie gegen Göttingen, nicht zu wiederholen, wurde angesichts der drohenden schlechten Witterungsbedingungen die Abreisezeit nach vorn verlegt und so kam man diesmal ohne Stress am Spielort an.

Angesichts der nominell gleichstarken Mannschaften verhieß es ein spannender Mannschaftskampf zu werden, und das wurde es auch.

Am Spitzenbrett wurde (wie Lutz immer gern sagt) etwas mit den Säbeln gerasselt, die Bauern verkeilten sich und so einigte sich Igor Belov mit seinem Kontrahenten auf Remis.
0,5:0,5
Ähnlich sah es an Brett 3 aus, hier gab Mannschaftsführer Oliver Barz seine Weißpartie ebenfalls remis.
1:1
Am 2. Brett war es seit dem Startschuss im Grunde ein Spiel auf das Wolfenbütteler Tor. Um so überraschender war es, dass Gerhard Kaiser in sehr guter Stellung eine Kombination seines Kontrahenten übersah und verlor.
1:2 (aus Sicht der Hamelner)
Die verbleibenden 5 Partien waren allesamt an Spannung kaum zu überbieten.
Felix Jacobi (Brett 4) spielte nach Ablehnung des gegnerischen Remisangebotes ein Läufer gegen Springer Endspiel auf Sieg. Am Ende entschied ein einziger Königszug über Sieg und Niederlage. Der Hamelner Monarch musste auf sich für eines von zwei aussichtsreichen Feldern entscheiden, wobei eines den Sieg und das andere die Niederlage bedeutete. Felix fand das richtige und siegte (aus Sicht des Autors die Partie des Tages).
2:2
Carsten Konczak (Brett 5) verlor im Mittelspiel einen Bauern, setzte aggressiv fort, so dass am Ende die Türmer beider Partien jeweils die vorletzte sowie Grundreihe der Gegenpartei kontrollierten und unangenehme Matts, Dauerschachs und Figurengewinne auf beiden Seiten drohten. Als das Remisangebot seines Gegners kam, nahm Carsten an.
2,5:2,5
An Brett 6 stand Ole Reichelt mit 2 Minusbauern klar auf Verlust. Ein Scheinopfer seines Springers brachte ihm allerdings die Qualität und ihn damit wieder zurück ins Spiel. Das Remisangebot seines Gegners schlug Hamelns Nachwuchsspieler aus und gewann einen Bauern nach dem anderen zurück, bis Oles Kontrahent kapitulierte.
3,5:2,5
Die gefühlte Hälfte seiner Züge spielte Jonas Möller an Brett 7 zur Sorge seines Mannschaftsführers fast ausschließlich mit seiner Bonuszeit. Im etwa 30. Zug konnte er einen Bauern gewinnen und befand sich einem Turm+Läufer Endspiel. Seine Zeit tickte unaufhörlich herunter, ständig wanderte der Blick zur Uhr. Die Zeitkontrolle gerade überstanden investierte der Hamelner erneute viel Zeit, um einen Gewinnplan zu ersinnen und spielte erneut nur noch mit wenigen Minuten auf der Uhr. Als Jonas einen seiner Bauern bis in Endzone bringen konnte, gab sein Gegner schließlich auf. Eine schöne und sehr solide Gewinnpartie, allerdings bei katastrophaler Zeiteinteilung 🙂
4,5:2,5
Die letzte Partie führte Luis-Maria Vieito zu Sieg, auch wenn es in der Eröffnung so gar nicht danach aussah. Hier spielte der Hamelner viele Damenzüge hintereinander ohne einen nennenswerten Vorteil zu erzielen. Nach dem letztendlichen Tausch der Königinnen, hatte der Hamelner gefühlt 3-4 Tempi weniger und für gerade einmal 10 Züge war fast die Hälfte der Zeit aufgebraucht. Aber auch der Wolfenbütteler Kontrahent verbrauchte viel Zeit und fand nicht den richtigen Weg um seinen Entwicklungsvorteil gewinnbringend zu verwerten. So kam Luis zurück ins Spiel und gewann nach und nach die Oberhand, bis er erst einen Bauern und schließlich einen zweiten gewinnen konnte. Kurz darauf gab sein Gegenspieler auf.
5,5:2,5 (Endstand)

Wie im letzten Mannschaftskampf, war das Ergebnis deutlicher als der Partieverlauf verlauten ließ.

Mit einem zweiten Platz geht Hamelns Zweite in die Winterpause und trifft am ersten Spieltag im neuen Jahr auf den Tabellenführer aus Salzgitter.
Hier wird sich entscheiden, ob Hameln weiter um den Aufstieg mitkämpfen kann…

2 Kommentare

  1. Gratulation an die Zweite. Und wer wollte lieber mit 7 Mann antreten?
    Nächstes Mal noch Salzgitter schlagen und den aufstieg sichern. Notfalls fragt noch mal nach dem legendären Spiel von damals nach, als wir im Schnitt 150 DWZ weniger und mit 6:2 gewonnen hatten.

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