Hamelner SV 2 trotz Sieg gegen SVg Salzgitter 3 weiterhin im Abstiegskampf

Am vergangenen Sonntag traf die zweite Mannschaft des Hamelner SV auf die dritte des SVg Salzgitter.
Der enorme DWZ-Unterschied von durchschnittlich 1925 zu 1608 ließ einen hohen Sieg für die Hamelner erwarten, die im Abstiegskampf bislang 3,5 Brettpunkte hinter ihren direkten Konkurenten lagen. An diesem Wettkampftag sollte dieses Defizit ausgemerzt werden.

An Brett 1 kam Igor Belov gut in die Partie und richtete seine Streitkräfte aus.
Lutz Göing an Brett 2 konnte bereits aus der Eröffnung heraus einen Bauern gewinnen, was einen ungefährdeten Sieg erhoffen ließ.
Mit den weißen Steinen setzte Peter Brunotte an Brett 3 seinen Kontrahenten kräftig unter Druck und seine Stellung verbesserte sich kontinuierlich.
Ihm gleich tat es Leonid Tilin ebenfalls mit weiß an Brett 5 spielend, der seinen Gegner zu immer mehr Zugeständnissen zwingen konnte.
Matthias Schubert an Brett 4 kam nicht ganz so gut aus der Eröffnung wie gewohnt, konnte aber wenig später auf eine ausgeglichene Stellung blicken.
An Brett 6 konnte und Oliver Barz beide Springer in der gegnerischen Hälfte positionieren und profitierte von etwas unkoordinierten Figuren seines Gegenspielers.
Felix-Hagen Jacobi an Brett spielend machte bereits in der Eröffnung viel Raum gut. Nun hieß es die Bauernfront zu halten und den Raumvorteil gewinnbringend zu verwerten.
Am letzten Brett sah sich Robin Mai nach der Eröffnungsphase zwei aggressiven gegnerischen Springern gegenüber, welche damit begannen seine im Zentrum stehende Dame zu jagen und von wichtigen Feldern zuvertreiben.
Während der Salzgitteraner es schaffte seine Figuren mit Angriff immer besser zu positionieren, blickte Robin auf einen unterentwickelten Damenflügel. Nach einem Qualitätsverlust versuchte der Hamelner noch einmal Gegenspiel zu erhalten, welches jedoch von seinem Kontrahenten unterbunden wurde. Etwas später reichte man sich die Hände und die Gastgeber gingen mit 1:0 in Führung.
0:1 (aus Sicht der Hamelner)
Felix und Leonid verbesserten konsequent ihre Stellungen bis diese für ihre jeweiligen Gegner nicht mehr zu halten waren und konnten mit ihren Siegen so den Hamelner SV vom anfänglichen Rückstand in Führung bringen.
2:1
Peter baute diese dann weiter aus. Nach einem Bauerngewinn bildete er sich einen Freibauern und schob diesen dann bis zur siebten Reihe vor. Der Salzgitteraner Schachfreund versuchte zwar noch dessen Umwandlung mit allen Mitteln zu verhindern, musste sich dann aber kurze Zeit später geschlagen geben. Eine wirklich schöne Partie.
3:1
Was an den übrigen 4 Brettern folgte war eher ernüchternd.
Während Lutz in der Zeitnotphase ein remises Endspiel mit ungleichfeldrigen Läufern erhielt, verpasste Oliver gleich mehrere taktische Siegmöglichkeiten bis die Partie schließlich ins Remis abflachte. Igor hatte sich zwar einen gedeckten Freibauern im Zentrum bilden können, welcher bereits bis auf die sechste Reihe vorgerückt war, hatte jedoch den schlechteren Läufer und musste sich letztenendes auf ein Remis einlassen. Gleichsam erging es Matthias, der sich im Turmendspiel einen entfernten Freibauern erarbeiten konnte, aber ebenfalls nicht weiter voran kam.
5:3

Trotz des Sieges verpasste der Hamelner SV 2 in der Runde die Chance durch weitere Brettpunkte die Lücke zu den anderen Kontrahenten im Abstiegskampf zu verringern.
Ein Sieg in der letzten Runde gegen die Schachfreunde aus Schöningen ist nun nicht nur zur Pflicht geworden, es gilt auch zu hoffen, dass einer der anderen Abstiegsgefährdeten weniger Mannschaftspunkte erzielt oder es mit viel Glück nur 3 statt 4 Absteiger geben wird.

In diesem Sinne heißt es weiter zittern und hoffen und in der letzten Runde noch mal Alles zu geben.

6 Kommentare

  1. Kommende Woche werden wir klarer sehen. Am Sonntag treffen ESV Göttingen und SF Hannover 2 aufeinander.
    Die beiden werden den Abstieg unter sich ausmachen. Im Falle einer Hannoverander Niederlage gäbe es in der Verbandsliga mit 90%iger Wahrscheinlichkeit nur 3 Absteiger. Andernfalls wird es vermutlich 4 Absteiger in der Verbandsliga Ost geben:
    Peine, Salzgitter 2 und Bad Harzburg haben dabei selbst die Möglichkeit mit einem Sieg ihren Abstieg zu verhindern, Hameln muss siegen und auf die Niederlage eines der genannten hoffen. Die Chancen sind sicherlich nicht schlecht, aber auf keinen Fall 99,9% (hängt sicherlich vom Engagement der drei erstplatzierten der Verbandsliga ab)…

  2. Also – wenn es 4 Absteiger gibt, dann wird uns das Schachspielen im nächsten Jahr in dieser Klasse wenig Freude bereiten, weil wir noch mehr Prügel einstecken müssen als dieses Jahr. Da wäre es eine Klasse tiefer doch viel schöner, weil Gewinnen viel mehr Spaß macht als Verlieren. Und wenn wir dann wieder aufsteigen, ist unser Nachwuchs hoffentlich so weit, dass wir uns in der Verbandsliga halten können.
    Aber eigentlich wollte ich mal was zum DWZ-Mythos sagen: es nützt wenig, wenn man vorher die DWZ-Punkte zusammenzählt und daraus eine Ergebnisprognose erstellt. Auf unserem Spielniveau werden die Partien oft durch gravierende Fehler entschieden und eine gewonnene Partie zu Ende bringen, kann man meistens auch mit 300 DWZ-Punkten weniger. Und es gibt auch Spieler, die mal auf dem 2200-Niveau und das nächste Mal auf 1200-Niveau spielen ( wobei vorheriger Alkoholkonsum sich manchmal positiv auswirkt). Wir sollten mit Kampfgeist in die letzte Runde gehen,gewinnen und danach sehen wir weiter. Das Schachleben findet auch in der nächsten Saison wieder statt – egal, in welcher Liga.

  3. Grundsätzlich sind wir mit unserer Mannschaft durchaus konkurenzfähig, auch im kommenden Jahr, für den Fall, dass wir in der Verbandsliga verweilen sollten, da die Absteiger aus der Landesliga nominell nicht stärker aufgestellt sind als wir dieses Jahr.
    Mir persönlich macht es auf Verbandsebene weitaus mehr Spaß zu spielen, als auf Bezirksebene. Die 15 kampflosen Partien aus dem vergangenem Jahr möchte ich im Grunde nicht wieder haben. Ich finde es immer schade, wenn man extra anreist und dann nicht spielen kann.
    Aber es hat sich wieder einmal bewahrheitet, dass DWZ Zahlen kein Schach spielen…

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