Hamelner Spieler auf Schachtürken-Cup in Paderborn

Unmittelbar nach Weihnachten am 27.12.2012 machten sich die beiden Hamelner Jan und Andreas Helmer auf den Weg nach Paderborn, um dort bis zum 30.12.2012 am Schachtürkencup im B-Open teilzunehmen.

Wer mehr zum Schachtürken von Wolfgang von Kempelen erfahren will, der findet einige Informationen hier –> Schachtürke des Wolfgang von Kempelen

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Das sehr stark besetzte Teilnehmerfeld bot in der B-Open eine hohe DWZ-Dichte im 1700er und 1600er Bereich. Beide Hamelner waren von der Setzliste her im unteren Drittel angesiedelt.

Das Umfeld versprach ein hervorragendes Schachturnier. Im Heinz Nixdorf Museums-Forum (HNF) konnten in verschiedenen Seminar- und Hörsälen 176 Teilnehmer in A-und B-Open untergebracht werden. Die ersten 5 Bretter der A-Open wurden dabei sogar mit Beamern auf Großbildleinwände und live im Internet übertragen:

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Tag 1, 27.12.2012:

Am ersten Tag hatte es als Schwarzer Andreas mit Robert Niedenthal (DWZ 1686/DWZ 1861) zu tun. Nach Zugumstellung kam eine Reti-Eröffnung aufs Brett. Andreas war mutig und zog forsch den d-Bauern auf d4. Ein Zug, der ihn im Nachhinein Raumvorteil im Zentrum brachte. In der Eröffnung konnte er somit eine brauchbare schwarze Stellung erreichen. Im Mittelspiel konnte Andreas die f-Linie öffnen und hier mit einer Turmverdopplung gehörig Druck aufbauen. Ein gut platziertes Springerpaar gegen ein Läuferpaar brachte hier sogar einen deutlichen Stellungsvorteil und Gewinnchancen. Leider brachte sich Andreas in Zeitnot musste so bereits die letzten drei Züge vor der Zeitkontrolle mit nur noch wenigen Sekunden auf der Uhr spielen. So kam es dann im 39. Zug und 20 Sekunden vor der Zeitkontrolle zu einem haarsträubenden Fehler, der konsequent bestraft wurde. In diesem deutlichen Stellungsnachteil wurde dann unmittelbar nach der Zeitkontrolle noch ein Fehler gemacht, so dass die Partie im 47. Zug aufgegeben werden musste.

Jan musste in der ersten Runde gegen Julia Backer (DWZ 1655) ran. Als Weißer stand er einer slawischen Verteidigung gegenüber und wurde gleich aus der Eröffnung heraus attackiert. Hier fand er leider nicht die richtigen Antworten auf diese Eröffnung, so dass seine Leichtfiguren sehr passiv standen und er damit keinen Druck aufbauen konnte. In der spielentscheidenden Phase übersah er eine schöne schwarz Taktik, die der Gegnerin durch einen Doppelangriff mit gleichzeitiger Fesselung einen Figurengewinn einbrachte, der letztendlich die Partie entschied.

In der Nachmittagsrunde dann wieder zwei schwere Brocken:

Andreas gegen Klaus Münster (DWZ 1660) und Jan gegen Herbert Grasse (DWZ 1566/ELO 1798).

Jan musste sich als Schwarzer gegen ein Barcza System (Königsfianchetto mit möglichem Übergang in andere Systeme) erwehren. Eine Eröffnung, die so wohl noch nie gespielt wurde. Er spielte hier relativ planlos und fand keine vernünftige Strategie, wie er sich ins Spiel bringen konnte. Seine Leichtfiguren ballten sich im Zentrum und boten so ein Angriffsziel für eine gegnerische Taktik, die dann auch zu einem Figurengewinn führte.

Andreas spielte gegen Klaus Münster eine Partie für starke Nerven Smiley. Nachdem er als Schwarzer eine klassische Verteidigung gegen das Damengambit spielte überrollte er seinen Gegner mit Raumvorteil und zwei gefährlichen Springern, die weit ins gegnerische Lager eindrangen. Doch Andreas war an dieser Stelle zu gierig und ließ sogar den Qualitätsgewinn liegen, um den Gegner matt zu setzen. Klaus Münster konnte sich hier ein wenig besser stellen, spielte dann aber erneut die falschen Züge. Mit einem phantastischen Turmzug im 31. Zug wurde die Partie quasi zu Gunsten von Andreas entschieden, denn er gewann letztendlich einen ganzen Turm. Klaus Münster hatte hier nur noch die Möglichkeit, seine Dame in den Angriff zu werfen und dem König von Andreas in Dauerschach zu setzen. Auch hier geriet Andreas wieder in Zeitnot, schrieb aber brav seine Notation auf den Zettel, obwohl nur noch wenige Minuten auf der Uhr waren. Doch was war das ? Klaus Münster schrieb gar nicht mehr auf und das obwohl er mehr als eine halbe Stunde Zeitvorteil hatte. So berief sich Andreas auf seine Regelkunde und ermahnte Klaus Münster zur Notationspflicht. Nachdem er viele Züge nachgetragen hatte kam er dann auch wieder auf den aktuellen Stand. Doch Andreas war genervt und geriet durch einen falschen Königszug noch einmal in Gefahr, denn es baute sich ein Mattnetz auf. Doch auch Klaus Münster griff im 42. Zug völlig ins Klo und die Partie kippte wieder. Im 44. Zug übersah Andreas ein Matt in 5 Zügen und erneut kippte die Partie. Zum Haare raufen. Doch damit nicht genug: Klaus Münster wollte wohl nicht gewinnen und spielte im 48. Zug erneut einen Katastrophenzug, als er sich mit seinem König ins gegnerische Lager vorwagte. Das sollte es dann doch gewesen sein. Andreas gewann eine Figur und spulte den Rest der Partie runter, opferte dabei noch einmal eine Dame, um Klaus Münster zu zeigen, dass er in 5 Minuten auch mit einem Randbauern zu gewinnen. Das wollte er sich dann aber nicht mehr zeigen lassen und gab vorher auf. Eine Partie, die mehrfach kippte und am Ende eigentlich keinen Sieger verdient hatte.

Tag 2, 28.12.2012:

Am zweiten Tag hatte es Jan als Weißer mit Jan Hilverda (DWZ 1057) zu tun, Andreas musste sich ebenfalls als Weißer mit Robin Sinnen (DWZ 1629) messen.

Gegen Robin Sinnen wurde Andreas ein holländischer Stonewall vorgesetzt. Er spielte die Eröffnung nach Theorie. Robin Sinnen beichtete ihm hinterher, dass er gerade erst mit dem Erlernen des Stonewalls angefangen hatte. So war es nicht verwunderlich, dass er seinen schwachen e5-Bauern nicht abtauschte und damit eine spielentscheidende Schwäche behalten sollte. Andreas drang frühzeitig mit seinen Türmen über die geöffnete c-Linie ins feindliche Lager ein und dominierte die Partie.

In der spielentscheidenden Phase schlug Andreas dann im 22. Zug mit einem Damenschach ins feindliche Lager ein. Danach unmittelbar ein vermeintlicher Vertreibungszug von Robin Sinnen, der aber ein Matt übersah. Nun blieb Robin Sinnen nur noch die Wahl zwischen Damenverlust und Matt. Er zog es aber vor, aufzugeben. Prima, damit war der zweite Punkt eingefahren.

Gegen Jan Hilverda spielte Jan in der Eröffnung noch nicht konsequent gegen schwache schwarz Züge, fand dann aber eine sehr hübsche Taktik mit Läufereinschlag auf f7 und Schach, der ihm einen Mehrbauern und eine klar bessere Stellung einbrachte. Kurze Zeit später dann ein Figurengewinn. Jan spulte den Rest souverän ab und gewann seine erste Partie. Ein Erfolg, der ihm Mut machen sollte.

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Hier noch einige Impressionen vom A-Turnier:

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… und vom B-Turnier:

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In der Nachmittagsrunde durfte Jan dann zur Belohnung für seinen Sieg wieder gegen einen schweren Gegner ran. Es kam zum Aufeinandertreffen mit Robin Sinnen, Andreas Gegner aus Runde 3.

Hier kam es zu einer sehr bitteren Partie für Jan. Robin Sinnen, der nicht auch noch gegen einen zweiten Helmer verlieren wollte war hochmotiviert. Nach schwachem Beginn sah sich Jan einigen taktischen Manövern gegenüber. Sein Gegner machte am Königsflügel mit zwei Läufern und Dame gehörig Druck und Jan fand nicht die richtigen Verteidigungszüge.

Es entstand eine kaum noch zu verteidigende Verluststellung, in der sich Jans König in einem Mattnetz gefangen sah. Doch Robin Sinnen spielte hier nicht konsequent und konnte seinen Vorteil nicht verwerten. Nun kam Jans stärkste Phase und er verteidigte sich hervorragend. Aus der Verlustpartie wurde auf einmal eine Gewinnpartie! Unglaublich, was Jan hier aufs Brett zauberte. Robin Sinnen kam stark unter Druck und verlor sogar eine Figur. Sein Läuferpaar entwickelte weiterhin starken Druck gegen seinen Gegner. Doch leider spielte Jan hier nicht mit der letzten Konsequenz, so dass er seinen Vorteil wieder verwirkte. Der Gegner konnte die Figuren abtauschen und seine Figur zurückgewinnen, so dass auf einmal ein Turmendspiel entstand, das sein Gegner zusammen mit zwei verbundenen Freibauern nach Hause schaukeln konnte. Sehr schade! Hier hatte er eine große Chance liegen gelassen.

Andreas musste gegen den Lokalmatador Jürgen Siol (DWZ 1659/ELO 1690) ran, einem gebürtigen Hamelspringer, der auch mit seinem Sohn gerne zum Schachspielen in die alte Heimat kommt.

Andreas hatte den Gegner im Vorfeld studiert und wusste, dass er gerne ein angenommenes Damengambit spielt. So verzichtete er in der Eröffnung auf das für das Damengambit normale Bauernspiel und eröffnete mit einem Trompowsky-Angriff. Damit hatte sein Gegner nicht gerechnet und kannte dieses Abspiel auch nicht. Andreas wählte anschließend den Abtausch des Läufers gegen Springe auf f6, wodurch ein Loch in die gegnerische Bauernkette gerissen wurde. Doch Jürgen Siol besetzte gleich mit dem Turm die g-Reihe, der im Nachhinein dann eine spielentscheidende Bedeutung zukam.

Das Mittelspiel entwickelte sich zeitraubend und unspektakulär. Andreas hatte keinen rechten Gewinnplan und sah sich auf einmal in die Enge getrieben, so dass er seine Leichtfiguren in die Verteidigung werfen musste. Die Figuren spielten nicht richtig zusammen und so konnte Jürgen Siol durch einige Taktikkombinationen eine Figur und schließlich auch das Spiel gewinnen.

Tag 3, 29.12.2012:

Am dritten Tag durfte Jan gegen Thorsten Kalkuhl (DWZ 1137) spielen, Andreas wieder gegen einen 1600er: Dominik Günther (DWZ 1626)

Im Spiel gegen Dominik Günther konnte Andreas als Schwarzer endlich mal wieder einen Franzosen spielen. Eine Eröffnung, die Dominik Günther sehr ungern spielte, wie er im Nachhinein bei der Analyse der Partie zugab. Doch wurde sie anscheinend bei diesem Turnier sehr häufig insbesondere auch von jungen Spielern gespielt. So war es denn auch nicht verwunderlich, dass Dominik Günther eine für den Franzosen nicht alltägliche Eröffnung wählte. Andreas kam so recht gut ins Spiel, wählte allerdings nur suboptimale Bauernzüge, so dass Dominik Günther mit einem Läufer ins gegnerische Lager eindringen konnte. Durch Abtausch zweier Leichtfiguren sicherte sich Andreas das Läuferpaar, so dass seine Stellung besser wurde. Lediglich die falschen Bauernzüge behinderten noch sein Spiel. Doch nachdem die f-Linie geöffnet werden konnte, hatte Andreas plötzlich ein Turmpaar auf ebensolcher f-Linie und begann die gegnerische Dame zu fangen. Durch konsequente Turmzüge stand er diesem Ziel auch schon sehr nahe, doch dann kam im 21. Zug die Katastrophe: Mehr als 25 Minuten dachte er über den Folgezug nach und hatte fast alle Kombinationen durchprobiert, wie er den Angriff fortsetzen konnte. Auch der gewinnbringende Zug Txf2 war in der engeren Wahl, doch wollte sich Andreas hier nicht mit einem einfachen Bauerngewinn zufrieden geben und so zog er den katastrophalen Zug Tf3, ein Zug, den er in den 25 Minuten kaum näher betrachtet hatte: Unfassbar! Denn dieser Zug endete mit einem Turmverlust, der den Spielverlauf auf den Kopf stellte. Andreas zog noch ein paar Züge und gab dann die hoffnungslose Partie auf.

Jan stand im Spiel gegen Thorsten Kalkuhl enorm unter Druck. Denn dieser Gegner musste aufgrund seiner DWZ-Zahl einfach besiegt werden. Jan hatte den Vorteil des Anziehenden und so kam erneut eine Slawische Verteidigung aufs Brett. Nach schwachen schwarzen Zügen entwickelte sich Jan nicht optimal.

Im 10. Zug dann die Chance für Jan. Thorsten Kalkuhl stellte einzügig eine Figur ein. Jan war mutig und spielte konsequent auf Königsangriff. Nach weiterem Figurentausch stand der schwarze König relativ ungedeckt und Jan hatte die Qualität Turm gegen Läufer und zusätzlich zwei Bauern. Eine Gewinnstellung war entstanden. Doch der Schwarze besaß noch das gefährliche Läuferpaar. In dieser Stellung unterschätze Jan seinen Gegner. Anstelle konsequent auf Materialtausch zu gehen, wollte er weitere Bauern gewinnen, was auch gelang. Doch nun kamen die nichtgetauschten Läufer ins Spiel. Jan zog seine Dame vom Königsflügel ab und rochierte unglücklicherweise auch noch kurz. Der falsche Plan! Durch ein hübsches Turmopfer konnte sich Thorsten Kalkuhl auf einmal in eine Gewinnstellung bringen. Doch die fehlende Spielstärke machte sich hier erneut bemerkbar, so dass er den Vorteil noch nicht gewinnbringend umsetzen konnte. Erst ein erneuter Fehler von Jan entschied die Partie. Anstatt seinen Materialvorteil zurückzugeben entschied sich Jan für weitere Verteidigung. Leider der falsche Plan, so dass Thorsten Kalkuhl nun zum entscheidenden Mattangriff ansetzen konnte. Kurz vor dem Matt gab Jan die Partie auf.

Das war sehr bitter und Jan fragte sich immer wieder, warum denn ein Gegner mit “nur” 1057 so gut spielte. In der Nachmittagsrunde musste er dann gegen Ernst Schmidtmann (DWZ 1115), den Papa von Samantha und Kimberly ran. In der Partie merkte man deutlich, dass Jan die Niederlage vom Vormittag noch nicht so richtig verdaut hatte, denn er spielte richtig schlecht und genervt. Obwohl Papa Schmidtmann einen Turmgewinn außer acht ließ konnte Jan sein Niveau nicht steigern und stellte dann einen Bauern nach dem anderen ein. Mit drei Bauern weniger sah er sich dann einem Endspiel mit Dame und Springer gegenüber, das Ernst Schmidtmann humorlos nach Hause brachte. Konsequenter Figurentausch, Durchbringen der Dame und das Endspiel war reine Technik. Eine weitere bittere Niederlage.

Andreas musste als Schwarzer gegen Christina Lennartz (DWZ 1585/ELO 1812) ran. Eine nicht ganz einfache Aufgabe, denn Andreas konnte am Vortag in der letzten Partie der Vormittagsrunde bewundern, wie Christina Lennartz trotz hoffnungsloser Lage bis fast zum Ende der gesamten Bedenkzeit von 5h die Nerven behielt und ihrem Gegner kurz vor Ende der Zeitkontrolle noch einen vergifteten Bauern vorsetzte und dieser in die gestellte Falle tappte.

In der Eröffnung kam eine Damenbauernspiel-Eröffnung aufs Brett. Andreas entwickelte sich gut und konnte seine Leichtfiguren bis auf den weißfeldrigen Läufer positionieren. Eine vermeintliche Drohung auf f2 führte zu einigen ungenauen Zügen von Andreas, die er aber im Verlauf der Partie kompensieren konnte. Es entstand eine unspektakuläre und zeitraubende Partie, die auch im 21. Zug noch sehr ausgeglichen stand, so dass Andreas der Gegnerin Remis anbot. Aufgrund ihrer fortgeschritten Bedenkzeit willigte sie nach kurzem Nachdenken in das Remis ein.

Jugendturnier:

Am 29.12.2012 wurde dann auch noch parallel zu den beiden Open Turnieren noch ein Jugendturnier mit 157 TeilnehmerInnen in 4 Altersklassen ausgetragen. Aus Hameln waren hier ebenfalls 5 Teilnehmer am Start.

Lena Reichelt startete in der U8 Klasse, erreichte 3,5 aus 7 und damit den 7. Platz. Für diese tolle Leistung wurde sie mit dem Pokal für das beste Mädchen geehrt. Maximilian Schulte spielte in der U10 Klasse zusammen mit Alexander Gerr. Maximilian erreichte den  18. Platz mit 4 aus 7; Alexander den 42. Platz mit 2 aus 7.

In der U12 Klasse starteten Franziska Schulte und Ole Reichelt. Franzi wurde mit 3,5 Punkten 27., Ole konnte sich mit 5 aus 7 Punkten den 3. Platz und damit ebenfalls neben seiner Schwester einen Pokal sichern.

Anbei noch ein paar Impressionen vom Jugendturnier, die wir hier mit freundlicher Genehmigung des SK Blauer Springer Paderborn veröffentlichen dürfen:

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© SK Blauer Springer Paderborn

Tag 4, 30.12.2012:

In der siebten und letzten Runde musste Jan als Schwarzer gegen einen erneut auf dem Papier sehr viel schwächeren Gegner ran (Robin Rust (DWZ 1037)) und stand dementsprechend gehörig unter Druck. Es entwickelte sich eine dramatische Partie, die erst nach 4,5h einen Sieger finden sollte.

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Andreas wartete eine halbe Stunde auf seinen Gegner Konstantin Volovik (DWZ 1707) und freute sich schon zum Abschluss noch einmal einen richtigen Kracher vor die Flinte zu bekommen. Doch auch nach einer halben Stunde war sein Gegner noch nicht erschienen und verlor somit die Partie durch Überschreitung der Karenzzeit. Ein frustrierender Abschluss, der ihm zwar in der Endabrechnung 3,5 Punkte und damit eine 50% Bilanz einbrachte, aber eben kein Schachspiel. Doch die Ausstellung des HNF bot natürlich mit der Geschichte des Computers und der Kommunikationssysteme sowie einer Sonderausstellung zu Alan Turing und der Enigma Geschichte ein für Andreas hervorragendes Umfeld.

Mittlerweile hatte sich Jan in einer Reti Eröffnung brauchbar entwickelt. Nach einem schwachen Zug seines Gegners spielte er nicht die besten Züge und zog seine Figuren auf schlechte Felder. Doch sollte das nicht bestraft werden. Stattdessen konnte Jan im 15. Zug mit einer Taktik eine Qualität gewinnen. Das sah doch schon einmal ganz brauchbar aus. Doch mit dem Verlust der Qualität sah sich Jan auf einmal auch mit einem starken Mattangriff seines Gegners konfrontiert. Hier wählte Jan die falschen Verteidigungszüge und ein Springeropfer seines Gegners hätte hier die Partie entschieden. Gut für Jan, dass sein Gegner diese Möglichkeit übersah und stattdessen die Umklammerung löste. Die Partie schwankte hin und her. Nichts für schwache Nerven. Jans Zeitvorteil von zwischenzeitlich 45 Minuten schwand ebenfalls von Minute zu Minute. Nach dem 35. Zug nur noch 3:06 Minuten bis zur Zeitkontrolle. Dann die Zeitkontrolle 45 Sekunden vor Ablauf der Uhr überstanden. Sein Gegner hatte bis hierhin auch fast seine gesamte Zeit verbraucht. Für die nächsten Züge ließen sich beide dann sehr viel Zeit. Doch die Partie war mittlerweile wieder zu Jans Gunsten gekippt und sollte nur noch zwei Züge dauern. Nach weiteren Ungenauigkeiten seines Gegners konnte Jan schließlich im 42. Zug matt setzen. Immerhin noch ein versöhnliches Ende für Jan in einer nicht so guten Partie.

Um 15:15 Uhr wurden dann die Sieger in A- und B-Open gekürt. In der A-Open konnten sich erwartungsgemäß die Großmeister durchsetzen.

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Die Paderborner Jugend hatten zeitgleich zum Schachtürken-Cup auch zwei U10-Mannschaften bei der DMM U10 am Start. Die erste Mannschaft spielte dabei sehr erfolgreich und konnte sich den zweiten Platz sichern. So bot auch die Siegerehrung beim Schachtürkencup ein geeignetes Forum, um hier das Erfolgsteam um Trainer Zoltan Nagy vorzustellen.

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Um 15:45 Uhr endete ein sehr schönes Turnier, das in dieser Form sicherlich eine Wiederholung im nächsten Jahr verdient.

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In Endklassement landeten Andreas im B-Open auf dem 44. Platz mit 3,5 aus 7, Jan auf dem 74. Platz mit 2 aus 7. Hier die Abschlusstabellen der A- und B-Open.

Eine nicht so gute Bilanz wie erwartet, doch nun drücken wir den anderen Hamelner Schachspielern die Daumen, die gleich im neuen Jahr ab dem 03.01.2013 in Verden bei der LEM 2013 an den Start gehen.

2 Kommentare

  1. Sehr schöner Bericht mit tollen Fotos.

    Nachstes Mal gibt es auch wieder mehr Punkte.
    Im Jugendturnier haben wir ja recht ordentlich abgenitten. 🙂

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