Hameln 2 unterliegt Hildesheims Erster Garde

An diesem Wochenende hatte es die Zweite nicht leicht, die Hälfte der Stammbesetzung war gesundheitlich angeschlagen, Topscorer Gerhard Kaiser wurde an die Erste Mannschaft ausgeliehen und mit Hildesheim traf man auf einen der Aufstiegsaspiranten in die Oberliga.

Bei verschneiten Straßen und Glätte machten sich so 7 Hamelner auf ihr Bestes zu geben (genaugenommen waren es sogar 11 Hamelner, denn unsere 6. hatte ebenfalls das Vergnügen im Hildesheimer Klinikum zu spielen).

Brett 2 blieb dieses Mal von Hamelner Seite unbesetzt, womit die Gastgeber mit 1:0 in Führung gingen.

Der erste Zwischenstand gab noch Hoffnung auf ein knappes Ergebnis:

Am Spitzenbrett stand Igor Belov solide, mit minimalem Stellungsvorteil auf Seiten des Hildesheimers, dafür sprach die Zeit eindeutig für den Hamelner, der nach 20 Zügen fast eine ganze Stunde mehr Restbedenkzeit auf seiner Uhr hatte.

An Brett 3 wurde zu unterschiedlichen Seiten rochiert und Mannschaftsführer Oliver Barz gab eine Figur für zwei Bauern und Angriff, musste aber selbst stets aufpassen nicht in einen Konter zu laufen.

Ein Remisangebot von Hildesheimer Seite an Brett 4 wurde durch Felix Jacobi in Rücksprache mit dem seinem Mannschaftsführer ausgeschlagen, schließlich lag man 0:1 hinten und die Stellung hatte noch viel Potenzial.

An Brett 5 unterlief Carsten Konczak eine kleine Ungenauigkeit in der Eröffnung und lief seither dem Stellungsausgleich hinterher.

Leonid Tilin spielte an Brett 6 bislang ruhig und bis dato unauffällig.

An Brett 8 kam der Hildesheimer mit den weißen Steinen gefühlt etwas besser aus der Eröffnung, aber bislang stand David Pietsch durchaus sicher und nahm den gegnerischen isolierten Zentrumsbauern unter Beschuss.

Ungewohnt agressiv gab sich an diesem Spieltag Altmeister Peter Brunotte. Seine Bauern erlangten viel Raum und sein Gegner starte den Versuch die Bauernfront aufzubrechen. Dabei wurde gedrückt, geschoben und getauscht bis ein Springer-Doppelturm mit gleicher Bauernstruktur entstand und man sich schließlich friedlich auf eine Punkteteilung einigte.

0,5:1,5 (aus Sicht der Hamelner)

Vielleicht wollte Felix an diesem Tage etwas zu viel, in aussichtsreicher Stellung unterschätzte er den Angriff seines Gegners, welcher voll durchschlug und dem Hamelner schließlich nichts anderes übrig blieb als seinem Kontrahenten zum Sieg zu gratulieren.

0,5:2,5

Den Anschluss stellte Hamelns Mannschaftsführer her, der seine geopferte Figur zurückeroberte und mit zwei Mehrbauern spielte. Dabei schlug er ein überraschendes Gegenopfer seines Gegenspielers bei wenig Zeit auf beiden Seiten vorsichtshalber aus, tauschte die Damen und baute ein Mattnetz auf, aus welchem nur noch durch ein Figurenopfer zu entkommen gewesen wäre.

1,5:2,5

Sah es kurz zuvor noch nach Remismöglichkeiten an den verbleibenden Brettern aus, war nun klar, dass es auf einen gefahrlosen Sieg der Hildesheimer Gastgeber hinauslaufen würde.

Carsten konnte den Ausgleich nicht mehr erreichen, verlor erst einen Bauern, dann wichtige Felder und schlussendlich die Partie. Ähnlich erging es David, der dem Angriff seines Gegners nicht länger standhalten konnte.

1,5:4,5

Am Spitzenbrett bewies Dirk Ermel abermals, dass er selbst in Zeitnot brandgefählich ist. So konnte er gegen Igor mit wenigen Minuten Restzeit eine Figur gewinnen und stellte den Hamelner auf Matt.

1,5:5,5

In der letzten verbleiben Partie waren die Stellungsvorteile bei gleicher Materialverteilung eher auf Seiten des Hildesheimers zu suchen, es sah aber danach aus als könne Leonid ein Remis erringen.

Was dann folgte war pure Magie (die in den Spielregularien ja bislang nicht untersagt ist 🙂 )

Eben noch völliger Materialausgleich, der Autor tritt kurz vor die Tür, um dann beim wieder betreten des Turniersaales festzustellen, dass auf Hildesheimer Seite eine Figur fehlte.

Was war geschehen? Einfach unbegreiflich… Machen wir es kurz, der Brettpunkt ging nach Hameln.

Zeuge wahrer Magie geworden zu sein ist schon etwas außergewöhnliches… Lucky Leonid lässt grüßen…

2,5:5,5 Endstand

Im Großen und Ganzen war das Gesamtergebnis so gerechtfertigt.
Dank an die Hildesheimer, die sich wie immer als gute Gastgeber erwiesen, wobei dies zukünftig, in Form von dem ein oder anderem überlassenen Mannschaftspunkt, noch ausbaufähig wäre 🙂

Hameln 2 ist nach der erwartbaren Niederlage auf den geteilten 7. Tabellenplatz abgerutscht, mit gerade einmal 2,5 Brettpunkten Vorsprung auf die Abstiegszone.

Mit Hannover 96 treffen die Hamelner in 3 Wochen auf einen weiteren Aufstiegsfavoriten. 

 

 

1 Kommentar

  1. Nicht die Köpfe hängen lassen. Noch habt ihr drei Patronen um einen Treffer zu landen. Und Olli, du hast die virtuelle 2000-Grenze durchstoßen. Weiter so. 🙂

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