Hameln 2: eine verkorkste Saison geht zu Ende

In der letzten Runde der Landesliga Süd traf Hameln 2, im Entscheidungsduell um den Klassenerhalt, auf die Gastgeber aus Wolfsburg.
Mit einem Sieg wäre der Klassenerhalt für die Rattenfänger sicher (bei einem Unentschieden im Nachhinein ebenfalls), eine Niederlage jedoch bedeutete den letzten Tabellenplatz und damit verbundenen sicheren Abstieg.

Im Grunde spiegelte gerade die letzte Runde sehr schön den Saisonverlauf der zweiten Garde der Hamelner wieder, die über die gesamte Saison hinweg ungewohnt viele Möglichkeiten ausließen.

Am Spitzenbrett hielt Igor Belov gegen seinen nominell mehr als 200 Punkte stärkeren Gegner lange Zeit gut mit, stand stellenweise sogar besser. Eine Möglichkeit durch ein Qualitätsopfer einen starken Mattangriff zu erhalten (welcher nach anschließender Analyse in 3-facher Stellungswiederholung endete) ließ der Hamelner, der dieses Opfer durchaus in der Wägung gezogen hatte leider aus und entschied sich eine andere Fortsetzung, die leider einige Zeit später zu seiner Niederlage führte.

An Brett 2 spielte Gerhard Kaiser mit den schwarzen Steinen gewohnt stark auf, konnte erst einen und schließlich einen zweiten Bauern gewinnen und der Sieg schien greifbar. Selbst als der Hamelner eine Qualität einstellte war die Stellung mit seinen beiden verbundenen Freibauern immer noch deutlich besser und das Remisgebot des Wolfsburgers wurde zurecht ausgeschlagen. Als dann vollkommen unnötig einer der beiden Freibauern verloren ging, kippte der Vorteil und Gerhard kämpfte fortan ums Remis, welches er leider nicht mehr bekam.
Insgesamt erzielte Gerd mit 3 aus 9 (inkl. 1. Mannschaft) gegen einen Gegnerschnittes von 2150 ein gutes Saisonergebnis, in Anbetracht, dass die Saison für ihn allerdings mit 2,5 aus 3 begann, verliefen die verbleibenden 6 Runden sicherlich vollkommen anders als erwartet.

Im Duell der Mannschaftsführer an Brett 3 einigte sich Oliver Barz im Mittelspiel mit seinem Gegenspieler auf Remis. Auch wenn der Hamelner mit 6,5 aus 9 eine sensationelle Saison spielte und als einer von zwei Hamelnern ungeschlagen blieb, bleibt die Gewissheit gerade in Runde 1 und 4 in Gewinnstellung jeweils einen entscheidenden halben Punkt vergeben zu haben, die zum Klassenerhalt gereicht hätten.

An Brett 4 setzte der Topscorer der vergangenen Saison, Felix Jacobi, seine Rabenschwarze Saison fort. Genau wie in seinen letzten Vereinsturnierrunden und Ligaspielen, stellte er Material ein und sein Gegner wickelte zum Sieg ab.

An Brett 5 traf Carsten Konczak auf unseren Vereinskammeraden Matthias Schubert. Ein spannendes Duell, bei dem Matthias in der Eröffnung einen Bauern für Spiel gab. Carsten konnte sich befreien und nachdem Matthias eine taktische Kombination ausließ um den Minusbauern zurückzugewinnen schien die Messe gelesen. Aber auch hier kam es anders und Carsten stellte eine Figur weg. Die Geschichte ging zwar noch einige Stunden weiter, aber es war ein Spiel auf ein Tor, bis Matthias schließlich versenkte…

Hamelns-2 jüngster Spieler, Ole Reichelt an Brett 6 spielend, hatte eine schwere Saison, bei seinen 8 Saisonspielen erwischte er gleich 7 Mal die schwarzen Steine und hatte es überwiegend mit weitaus erfahreneren Spielern zu tun. So auch im Kampf gegen Wolfsburg. Oles Gegner baute seinen Stellungsvorteil aus und der Hamelner brauchte viel Zeit um die Stellung zu halten. Bei einer Ungenauigkeit seines Gegners verpasste Ole leider in Zeitnot in Ausgleich oder sogar leichten Vorteil zu gelangen und wickelte in ein Spiel mit Dame gegen zwei Türme ab, bei dem Oles Dame das Nachsehen hatte und die Stellung nicht mehr zu halten war.

Ein weiteres der drei Remis an diesem Spieltag erreichte Leonid Tilin an Brett 7, der mit 5,5 aus 9 (1. Mannschaft mit eingerechnet) ein sehr gutes Saison Ergebnis gegen einen nominell leicht stärkeren Gegnerschnitt erreichte, und es außerdem (geschätzt) auf die längste Gesamtspielzeit innerhalb der zweiten Mannschaft brachte.

Das dritte Remis erreichte Peter Brunotte, der als zweiter Spieler von Hameln 2 seinen Kasten sauber hielt und damit ungeschlagen blieb. Mit 5 aus 8 (inkl. 1. Mannschaft) gegen einen leicht schwächeren DWZ Schnitt, ebenfalls ein gutes Saisonergebnis.

Die letztendliche 1,5:6,5 Niederlage gegen Wolfsburg hätte unter „normalen Umständen“ (sprich einer normalen Formkurve der Hameln-2-Spieler) leicht ein Sieg, aber zumindest ein Unentschieden für Hameln 2 bedeuten können.
Aber wie schon anfangs beschrieben, war es eine wirklich verkorkste Saison für Hamelns zweite Garde.

Gratulation an unsere Gastgeber aus Wolfsburg zum grandiosen Klassenerhalt in letzter Minute 😉

Abschließend sei zu hoffen, dass all jene, für die es besonders schlecht gelaufen ist, die Saison 2017/18 abhaken und nach der Sommerpause in gewohnter Form in der Verbandsliga Ost durchzustarten.

4 Kommentare

  1. Ihr steigt nächste Saison einfach wieder auf. Einfach weil das Potential doch da ist.
    Vor allem wenn du Olli weiter so performst, Felix seine letzte Saison wiederholt und zum Beispiel Ole und Jan weiter Fortschritte machen.

  2. Vor der Saison wärt ihr mit einem Endspiel am letzten Spieltag zufrieden gewesen. Ihr habt bewiesen das ihr in die Landesliga gehört, auch wenn ihr diese Saison viel Pech gehabt hat. Schließe mich Yannick an, ihr steigt halt umgehend wieder auf.

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