Geld schießt doch Tore – Hameln verliert deutlich gegen Tostedt

Aus dem Tagebuch eines Schachspielers …

Unsere Gegner trat mit nur 3 IMs an. An den letzten drei Brettern hatten wir sogar, nur wenn man die Zahlen betrachten, gute Chancen etwas mitzunehmen. Sollten wir tatsächlich eine Chance haben?

Anders als die meisten anderen Mannschaften in der Oberliga konnten wir mit der kompletten Kapelle antreten. Doch der Wettkampf begann unter einem schlechten Stern. Unser Schiedsrichter hatte krankheitsbedingt abgesagt. Wir schafften es trotzdem die Uhren zu stellen und an den richtigen Brettern platzzunehmen …wobei, ich brauchte zwei Versuche dafür 😉 Ein Blick auf die Aufstellung verriet, dass unser Gäste nur an den letzten drei Brettern gleichwertig waren. Die restlichen fünf Bretter waren schon eine Nummer größer. Doch wie heißt es immer: „ELO-Zahlen spielen kein Schach.“ Also ran an die Partien mit Computerüberprüfung!!

Hamelner SV 2 − 6 MTV Tostedt

1 FM Wilfried Bode 0 : 1 IM Albert Bokros
2 FM Matthias Tonndorf 0 : 1 IM Gyula Izsak
3 Lutz van Son 0 : 1 IM Adam Szeberenyi
4 Kai Renner 1 : 0 Dusan Nedic
5 Dennis Schmidt 0 : 1 Kevin Högy
6 FM Adrian David 0 : 1 Wilfried Härig
7 Dr. Frank Gerstmann 1 : 0 Mathias Feist
8 Yannick Koch 0 : 1 Robin-Kevin Krüger

Nach einen tollen Eröffnungsbehandlung hatte Frank seinem Gegner Initiative und drückte die gegnerischen Streitkräfte nach hinten. Eine hübsche taktische Wendung brachte die frühe Führung.

Frank im Angriffsmodus (die Farbe des Hemdes passt!)

1,0 – 0,0

Adrian hatte nach 20 Zügen eine schwierige Stellung zu verwalten. Am Damenflügel sah das nicht koscher aus. Seine Angriffbemühungen am Königsflügel waren leider nur heiße Luft und die Aufgabe folgte folglich.
1,0 – 1,0

Aus der Eröffnung kam ich mit einer kritischen Verteidigungsstellung heraus. Doch lieber mit wehenden Fahnen untergehen als gar keine Chancen zu haben. Der Druck meines Gegner auf meinen König stieg züglich und ich dachte die richtige Verteidigung gefunden zu haben. Nach einem schönen Turmopfer konnte ich nur noch kurzfristig die Stellung halten. Blöd ist nur, Stockfisch zeigte mir später wie simpel für ihn die Stellung zu halten war. Zwar hatte ich auch an den Zug gedacht, doch schnell wieder verworfen. Na mal sehen, ob die anderen Spieler beim Training diesen Zug finden werden. 🙂

Lutz beim Nachdenken gegen IM Szeberenyi

1,0 – 2,0

Nun hatte ich ein wenig Zeit und konnte kurz mal die restlichen Stellungen anschauen. Doch es reichte schon die Restbedenkzeit zu betrachten – Dennis, Kai und Yannick spielten schon im einstelligen Minutenbereich bei noch knapp 15 Zügen. Wenn gleich alle drei recht brauchbare Stellung hatten. Unsere beiden Spitzenbretter sahen schon ein wenig anrüchig aus.

Matthias zeigte wieder seine sehr eigene kreative Eröffnungsauswahl. Das war mir ein wenig zu hoch, das verstand ich nicht. Auf jeden Fall kämpften beide Seiten um die Initiative. Matthias am Königsflügel, der Gegner mehr über die e-Linie. Kaum sah es aus, als ob Matthias Angriff erfolgreich sein könnte schlug die Bombe auf e3 ein. WUMMM und sofortige Aufgabe.

Ein Kaffee geht immer – Matthias mit interessanter Eröffnungswahl

1,0 – 3,0

Bei Wilfried’s Partie kann ich wenig sagen – das war mir zu kompliziert, was beide Seiten zeigten. Auf jeden Fall konnte der Gastspieler am Königsflügel mit einen Figuren durchdringen, einen Bauern abfischen und den Punkt einfahren.
1,0 – 4,0

Lange Zeit konnte Yannick einen positionellen Vorteil herausspielen und behalten. Seine Bauernstellung war einfach besser. Doch besser stehen alleine reicht nicht. Nun ging es darum seinen Vorteil zu verwerten. Allerdings hatte der Rattenfänger eine Menge Bedenkzeit verbraucht. Es wurde einiges abgetauscht bis ein Turm/Läuferendspiel entstand und der Gegner zwei Freibauern herausspielen konnte. Das Blatt wendete sich und Yannick war im Defensiv-Modus. Doch sein Gegner spielte ihn gnadenlos aus.
1,0 – 5,0

Dennis spielte um die Initiative und opferte einen Bauern. Leichtes Druckspiel am Königsflügel zeichnete sich ab. Dennis investierte viel Bedenkzeit und opferte einen Turm. WUMM …. das sah schon mal interessant aus. Der zweite Turm wurde ran geführt und der Gegner opferte seine Dame gegen den Turm. WUMMMM…. dabei verlor Dennis noch einen Läufer. Nun hieß es mit Dame + Läufer seinen Angriff vorzuführen.
Lange sah es nach Dauerschach aus, dann hatte Dennis die einmalige Chance den Läufer wieder zu gewinnen. Allerdings wenn man nur noch mit der Bonuszeit spielt übersieht man solche Möglichkeiten. Nach der Zeitkontrolle hatte sein Gegner alles unter Kontrolle und schob seinen Freibauern einfach durch.

1,0 – 6,0

Seine gute Form von Bad Wiesee hatte Kai mitgebracht und spielte eine herrliche Partie. Ich hoffe, wenn dich die Partie bekomme, dass ich vor allem die Endspielbehandlung hier einpflegen kann. Nach einer schönen Kombination hatte Kai den Turm gegen Springer + Läufer gegeben. Und die Endspielbehandlung sah erste Sahne aus. Wow – ich sage mal, da konnte sein Gegenüber nichts mehr machen. Klasse gespielt.

Kai hat alles im Griff, saubere Endspielbehandlung

2,0 – 6,0

Tja, das passiert, wenn David seine Schleuder Zuhause vergessen hat. Goliath trampelt einfach über ihn drüber. 😉

Nächstes Mal geht es nach Bremen. Und die haben in zwei Wettkämpfen 1,5 Brettpunkte ihren Gegner überlassen. Sehen wir es positiv. Danach wird es wieder leichter werden. 🙂 Am zweiten Spieltag haben beide Hannoveraner Mannschaften, die hinter uns stehen, verloren. Das ist für uns erst mal gut. In der zweiten Bundesliga macht Lingen ernst und hat erstmal in Berlin klar gewonnen. Also wird es wohl nur einen Absteiger geben. Das heißt alles ist drin und wir sollten versuchen nächstes Wettkampf mehr als 1,5 Punkte zu holen.

3 Kommentare

  1. Schöne Ergänzungen in Form von Partie und Bildern. Nach Durchsicht der Partien waren viele Niederlagen sehr unnötig – das gilt es gegen Werder Bremen 2 besser zu machen, auch wenn das der potentiell stärkste Konkurrent in der Liga ist.

Kommentar verfassen