Die Luft ist raus – Erste Mannschaft blamiert sich gegen Lehrte

Aus dem Tagebuch eines Mannschaftsführers…

Nachdem wir im Mittelfeld der Liga angekommen waren, wollten wir zumindest einen vernünftigen Endspurt hinlegen. Diesmal verstärkte uns Stephan so dass wir als klarer Favorit in diesen Wettkampf gehen sollten. Wilfried und Dennis erschienen sehr zeitig, so dass wir alles schön aufbauen und Kaffee kochen konnten. Vielen Dank noch mal an Dennis. Die restliche Schar erschien dann auch pünktlich und konnte sich an die gemachten Bretter setzen. Unsere Gäste aus Lehrte trafen auch bald ein – so konnte der Mannschaftskampf recht pünktlich beginnen.

Die Aufstellung lautete:

Hamelner SV – SK Lehrte
1 FM Bode, Wilfried (2333) – Bedürftig, Heinrich (2166)
2 Renner, Kai (2091) – Zschischang, Gunnar (2024)
3 FM David, Adrian (2189)- Schmezko, Stefan (1974)
4 van Son, Lutz (2076) – Frodl, Michael (1968)
5 Gerstmann, Frank (2069) – Finke, Winfried (1992)
6 Schmidt, Dennis (1981) – Schau, Helmut (1916)
7 Koch, Yannick (1939) – Tenninger, Marc (1869)
8 Rust, Stephan (2089) – Thieu, Nguyen Gia Luat (1871)

DWZ-Schnitt: 2096 – 1972

Das sah doch vielversprechend aus. Über 100 DWZ mehr im Schnitt – da sollte doch etwas möglich sein. Doch wie sage ich immer: „Die DWZ spielt kein Schach.“ So fing ein ganz schlimmer Wettkampf an.

Wilfried kam sehr gut aus der Eröffnung raus und konnte schnell den Ausgleich erzielen. Doch dann passierte irgendwie nicht mehr so viel und man einigte sich schnell auf Remis.
0,5:0,5

Willi_Kai
Kai und Wilfried. Das dynamische Duo an Brett 1 und 2. 😉

Auch Adrian kam recht brauchbar aus den Startlöchern und konnte seine Figuren recht brauchbar platzieren. Sein Gegenüber besetze allerdings das Bauernzentrum und hatte ein wenig Raumvorteil. So besaß der Lehrte die Möglichkeit im Zentrum oder am Königsflügel anzugreifen. Dann griff Adrian fehl und schwächte unnötigerweise seine Königsstellung. Gleichzeitig bot Adrian Remis an. Vielleicht lag es am FM-Titel – sein Gegner willigte ein. Glück gehabt – nach dem Bauerndurchbruch d5 wäre die Stellung nicht mehr viel wert gewesen.
1,0:1,0

Adrian
Adrian mit den schwarzen Steinen.

Nach zwei Stunden sah es gemischt aus. Unsere zwei Schwarzpartien brachten einen Punkte, allerdings waren wir am beiden Brettern mit knapp 200 DWZ vorne. Kai und Stephan standen ausgeglichen, hier war noch alles drin. Yannick, Dennis und ich hatten deutliche Aktivität auf dem Brett. Nur bei Frank müffelte es schon verdächtig.

Frank hatte diesmal völlig in der Eröffnungswahl fehl gegriffen. Zwei falsche Bauernzüge brachten ihm einen hässlichen Doppelbauern, den sein Gegner von beiden Seiten belagerte. Links wie rechts kamen die Figuren und Frank musste seine Stellung mit heißer Nadel flicken. Dabei verbrauchte unser Mann viel Zeit. Doch es half alles nichts. Die Stellung wurde wie ein altes Haus von einem Bulldozer plattgewalzt.Na gut, nach so vielen tollen Partien, ist auch eine schlechte Partie zwischendurch mal erlaubt. Aber wirklich nur eine Partie. 😉
1,0:2,0

Adrian_Lutz_Frank
Adrian, Lutz und Frank in „Grübel-Stellung“.

Eine klasse Eröffnung spielte diesmal Yannick. Gut sein Gegner half ein wenig mit, da er doch extrem passiv spielte. Es ergaben sich eine Menge Möglichkeiten einen Vorteil zu erspielen. Mit ein wenig Raumvorteil und aktiven Figurenspiel tauschte Yannick die Schwerfiguren und drang mit den restlichen Figuren in die Stellung ein. Aber die Gewinnstellung war noch nicht erreicht. Sein Gegenüber verteidigte sich zäh. Vielleicht wollte der Hamelner es zu schnell gewinnen tauschte noch zwei Figuren ab und gewann einen Bauern. Doch diese Stellung war dann glatt Remis. Schade da war mehr drin gewesen.
1,5:2,5

Yannick
Yannick tankt Energie für eine tolle Eröffnungsphase.

Meine Partie verlief recht interessant. Mein Gegner spielte recht schnell, als ob er die Eröffnung kannte. Was ich kaum glauben konnte, da sie weit von der Theorie war und ich sie nur bisher im Blitzen gespielt hatte. Auf jeden Fall verpasste ich ihm einen bösen Doppelbauern und griff am Damenflügel an. Einige Figuren wurden getauscht, die rechtlichen fast alle auf die Grundreihe zurück getrieben. Nun standen meine Schwerfiguren auf der offenen d-Linie parat. Das war die Phase in der mein Gegenüber immer noch den einzig richtigen Zug fand. Es wurde zum Damenendspiel abgewickelt und mit meiner Bauernmehrheit am Damenflügel spielte ich auf Sieg. Da verließ ich einmal mein Prinzip „Play it simple“ und wollte es schön spielen. Das kostete mich eine gute Gelegenheit in die gegnerische Stellung zu kommen. Nach einem Bauernopfer und Damentausch verflachte das Spiel leider ins Remis.
2,0:3,0

Wir lagen tatsächlich hinten – ein schneller Blick auf die restlichen Bretter ließ allerdings schnell meine Miene wieder aufhellen. Stephan Turmendspiel mit einem Minusbauern war technisch Remis, Dennis mit einem Turmendspiel mit zwei Mehrbauern recht simpel gewonnen und Kai hatte eine gute Druckstellung aufs Brett gezaubert.

So gut kam Stephan nicht aus der Eröffnung raus. Seinen Anzugsvorteil hatte er verspielt und sein junger Kontrahent setzte ihm im Zentrum zu. Stephan verstand es ein wenig Material zu tauschen um den sicheren Remishafen anzusteuern. Doch im Endspiel traten einige Ungenauigkeiten auf, die dem Rattenfänger gleich einen Bauern kosteten. Allerdings auch jetzt noch konnte man mit genauem Spiel alles noch locker halten. Es artete dann allerdings in ein wüsten Handgemenge aus und ein nicht sehr angenehmes Turmendspiel mit einem Minusbauern entstand. Doch hier fand der Gastspieler einige ungenaue Züge, so dass ein Bauernpaar getauscht wurde und eine theoretische Remisstellung entstand. Ich bin mir sicher in 99 von 100 Blitzpartien blitzt es Stephan ganz locker nach Hause. Doch am Sonntag zog sein König auf die falsche Brettseite und der gegnerische Bauer konnte durchlaufen
2,0:4,0

Stephan wie gewohnt konzentriert bei der Sache.
Stephan wie gewohnt konzentriert bei der Sache.

Dennis hatte sich gut auf die Eröffnung vorbereitet und startete gleich einen Bauernsturm am Königsflügel. Eine spannende Partie entstand in der seine Truppen viel besser standen. Nach einem Generalabtausch drang sein letzter Turm auf die 7.Reihe und verspeiste zwei Bauern. Dafür wurde sein König auf der Grundreihe abgeschnitten. Das machte allerdings nichts, das Turmendspiel war so was von gewonnen – mir fehlen die Worte was dann passierte. Das Spiel endete Remis.
2,5:4,5

Kai musste diesmal sehr viel Geduld aufbringen. Langsam verbesserte der Hamelner seine Stellung. Hier mal ein wenig Raumvorteil, da mal eine leicht bessere Bauernstruktur. Nach dem Schwerfigurenabtausch blieben zwei Leichtfiguren auf beiden Seiten. Kai mit dem gemischten Doppel, sein gegenüber mit dem Läuferpaar. Doch die Stellung war geschlossen und seine Figuren standen aktiver. Trotzdem war die Remisbreite bei weiten nicht überschritten. Nun ließ Kai die Stellung auf kleiner Flamme köcheln und wartete auf den entscheidenden Fehler. Diesen Gefallen tat dann auch sein Gegner und lief mit seinem König auf die falsche Seite. So konnten seine Figuren am Damenflügel eindringen und die Bauern abholen. Ein Sieg der Beharrlichkeit. Sehr gut gemacht Kai.
3,5:4,5

Was soll ich sagen – wieder mal einen Wettkampf vergeigt. Nun müssen wir tatsächlich mal nach hinten schauen. Nur gut das Wolfsburg in der Oberliga gewonnen hat. So wird es vermutlich nur einen Absteiger geben. Trotzdem müssen wir noch mindesten einen Punkt aus den letzten beiden Wettkämpfen holen. Man oh man und das als DWZ-Favorit in der Staffel.

Partienauszüge werden noch später eingepflegt.

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