Wittenberge – Am Arsch der Welt…

Nach 13-stündiger Odyssee endlich wieder in der Heimat!  Unser 4er Team schlug sich wacker bei der norddeutschen  Blitzmannschaftsmeisterschaft, doch mit Rang neun verpassten wir um einen Platz die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Zahlreiche hochkarätige Titelträger waren wieder mit von den Partien, darunter auch GM Sergei Kalinitschew, vom SC Kreuzberg, der eine deftige Niederlage gegen Stephan Rust verkraften musste! Am ersten Brett holte Willi Bode starke 17 Punkte aus 23 Partien. Stephan Rust kam am zweiten Brett auf 13 Punkte. Kai Renner konnte am dritten Brett 10,5 Punkte erkämpfen und Lutz van Son holte am vierten Brett 13,5 Punkte. Den Sieg holte Bundesligist König Tegel vor Zweitligist Norderstedt. Dritter wurde Oberligist Kreuzberg, die gegen uns kurz vor Turnierende verloren und damit die Tabellenführung abgeben mussten. Zumindest waren wir die beste niedersächsische Mannschaft!

10 Kommentare

  1. Nachtrag vom Mannschaftsführer und Fahrer. 🙂

    Erstmal vielen Dank an Achim Spieker, der unseren Spitzenspieler morgens zum Treffpunkt gebracht hatte. Die Hinfahrt war schon der Hammer. Ständig hatten wir Nebelbänke bei Sichtweite unter 50 Meter vor uns und trotzdem wurde ich auf der Autobahn von mehrehen Autos mit mehr als 100 km/h überholt. Die fuhren wohl alle mit einem Radarsystem on Board. Das Aufsammeln von Kai beim Treffpunkt hat einwandfrei geklappt. Ich hatte ja meine Befürchtung bei Kai mit der Sommerzeitumstellung.

    Bei Turnierbeginn wurde der Austragungsort gelobt – wie gut erreichbar er wäre !!!!
    Wittenberge hat keine Autobahnanbindung – wir mussten zum Schluss über 100 km Landstraße fahren.

    Ein Spitzenspieler vom Hamburger SK brachte seine eigene Uhr zum Blitzen mit. 🙂

    Ein anderer Spieler wollte mir doch tatsächlich unterjubeln, dass man schon ziehen darf, bevor der Gegner die Uhr gedrückt hat. Natürlich habe ich ihn dafür erst am Brett bestraft und nachher beim Schiedrichter verpetzt. ^^

    Auf der Rückfahrt wurde ich zweimal mit 200 km/h überholt.
    Einmal ein Motorrad auf der Landstraße – einmal ein Porsche auf der Autobahn bei einer 120 Limit-Strecke. Wahnsinnige sterben niemals aus.

    War fix und fertig als ich endlich zuhause angekommen war.

    Bis zum nächsten Mal. 🙂

  2. Nicht nur das Lutz,
    wie das gute Ergebnis von Wilfried zeigt, war auch die äußerst solide und seriöse Vorbereitung erfolgreich.
    Nicht jeder hätte danach so gut abgeschnitten.
    Achim

  3. @Stephan: Glückwunsch zum Sieg gegen Kalinitschew und zum Titel „Beste Niedersächsische Mannschaft“ 🙂

    @Lutz: Was hat der Schiedsrichter denn zum „Petzen“ gesagt? Die Schiedsrichterkommission des DSB gibt deinem Gegner in einem Auslegungshinweis vollständig recht: „Ein Spieler ist am Zug, wenn der Gegner unter Beachtung der Regeln des Art. 4.6 seinen Zug ausgeführt hat. Der Verweis auf Art. 6.7 ist dahin zu verstehen, dass der Spieler, der gezogen hat, in jedem Fall auch die Uhr drücken darf, selbst dann, wenn der Gegner seinerseits seinen Zug schon ausgeführt haben sollte.“ (siehe den ersten Punkt unter http://srk.schachbund.de/include/frame.php?section=regelauslegung).

  4. Der Schiedrichter hatte mir recht gegeben. Da habe ich mich und der Schiedrichter wohl geirrt.

    Grundsätzlich lese ich jedes Jahr die Fide-Regel genau durch und beachte vor allem die Neuerungen. Also diese Regelauslegung der Schiedsrichterkommission des DSB war mir nicht bekannt, zudem halte ich sie für sehr schlecht.

  5. Tach zusammen,

    hier der Link mit Tabellen zur Norddeutschen Blitzmannschaftsmeisterschaft vom Berliner Schachverband.

    http://www.berlinerschachverband.de/page/ndbmm2012

    Interessant ist, dass hier sogar Verlinkungen zu unserer Homepage mit Angaben von Einzelergebnissen hergestellt werden.

    … und noch ein Link zur Norddeutschen Blitz-Mannschaftsmeisterschaften. Diesmal von den Schachfreunden Berlin.

    Hier wird u.a. auch auf die „unwürdigen“ Spielbedingungen und den Streitfall während einer Partie von Rainer Polzin eingegangen.

    http://sfr-berlin.de/2012/03/geteilter-dritter-bei-der-norddeutschen-blitz-mannschaftsmeisterschaft/

  6. Zufälligerweise war die Regelfrage gerade letzte Woche (mal wieder) Thema in der Chesscafe-Kolumne von Geurt Gijssen, der sich auch dahingehend äußert, dass man ziehen darf, sobald der Gegner seinen Zug ausgeführt, aber noch nicht (durch Drücken der Uhr) abgeschlossen hat (http://www.chesscafe.com/archives/archives.htm#An%20Arbiter%27s%20Notebook – March 2012). Man kann sicherlich dafür und dagegen argumentieren, aber ich denke, dass es dem Blitzrhythmus eher entspricht und dass es vor allem weniger Streitfälle provoziert. Andersrum müsste in Zeitnot und bei Blitzturnieren an jedem Brett ein Schiedsrichter stehen, der zehntelsekundengenau im Auge hat, ob ich schon die Uhr gedrückt habe, wenn mein Gegner seine Figur anfasst.

    Den Link auf die SF Berlin wollte ich neulich auch schon posten, als der letzte Kommentar von Lutz noch deutlich länger war, aber plötzlich fehlte die Schilderung des Streitfalls, woraufhin der Grund für den Link hinfällig war, so dass ich es dann gelassen habe 😉

  7. Da ich auch den „Berliner Bericht“ nachher gelesen habe, hatte ich meine Post ein wenig gekürzt. Wollte schließlich kein böses Blut produzieren. Doch wenn man mich direkt anspricht kann ich folgendes sagen.

    Also da meine Partie recht schnell vorbei war, stand ich keine 2m schräg links hinter dem Spieler und hatte eine 1a-Sicht auf das Brett. Die Dame kam nach a1 und der Spieler stellte sie dann nach a2, nachdem sein Gegner den Läufer gezogen hatte und bevor die Uhr gedrückt wurde.
    Die „Berliner Version“ das er „J’about“ gesagt und seine Dame auf dem Feld a2 zurückgerückt hatte, halte ich zu 99,9% für falsch.
    Nicht umsonst war der Hamburger Spieler ein wenig überrascht gewesen – genauso wie ich – als der Beliner auf unmöglichen Zug reklamiert hatte.
    Recht gebe ich natürlich den Berlinern, das es schon peinlich war, dass der Spieler immer wieder auf die Uhr gedrückt hatte, obwohl sein Gegner die Uhr anhalten wollte, um den Schiedsrichter zu holen.

  8. Also ich kann mich nicht mit dieser Regelauslegung anfreunden und halte diese für total absurd – vor allem im Blitzschach. Das würde beim Blitzen ja ein endloses Durcheinander bedeuten, wenn nur noch wenige Sekunden auf der Uhr sind. Warum geht man von der damaligen Regelung weg „Ein Zug ist ausgeführt, wenn die Uhr gedrückt wurde“? Aus meiner Sicht ist das die einzige vernünftige Variante – vor allem, um Unstimmigkeiten zu vermeiden und Spielmaterial + Uhren vor Beschädigungen zu schützen. Ich halte das noch schwerer nachvollziehbar durch einen Schiedsrichter, als die Variante mit Uhr drücken.

Schreibe eine Antwort zu Dennis Antwort abbrechen