Nebel, Deutsche Bahn und andere Hindernisse – Pokalmannschaft stolpert fast in Wolfenbüttel

Unsere Pokalmannschaft kreuzte in der zweiten Runde die Klingen mit Caissa Wolfenbüttel.

Mit voller Kapelle wollten wir die nächste Runde erreichen. Daher hatte unser Mannschaftsführer unsere Top 4 für diesen Pokalwettkampf verpflichtet.
Matthias und Wilfried sollten direkt hinkommen und ich holte Kai von Zuhause ab. Es war ein wenig nebelig und die Temperaturen waren kaum über dem Gefrierpunkt. Daher fuhr ich besonnen und auch die Umleitung kurz vor Hildesheim konnte uns nicht aus der Ruhe bringen.

In Hildesheim angekommen, klingelte das Telefon. Eigentlich immer ein schlechtes Zeichen vor einem Wettkampf. Wilfried blieb am Bahnhof in Goslar hängen. Irgendwie war die DB nicht in der Lage ihren Zug zu bewegen und auch der Ersatzfahrplan mit Bussen versagte. Jetzt musste schnell das Navi gefüttert werden. Bahnhofstraße – Goslar. Wir würden in Goslar kurz vor 10 Uhr da sein, Wilfried abholen und knapp 30 Minuten später in Wolfenbüttel sein. Kai informierte kurz Matthias, der schon vor Ort war. Nun mussten meine 300 Pferdestärken zeigen wie schnell wir nach Goslar kommen ohne zu viel Risiko zu gehen. Die Nebelfront verdichtete sich, Sichtweite knapp 50 Meter und die Temperatur sank auf minus 1 Grad. Um 10 Uhr waren wir dann auf der Bahnhofstraße am Bahnhof. Leider der Bahnhof von Goslar / Oker. 😉 Also noch mal, diesmal die richtigen Daten und 10 Minuten später hatten wir Wilfried im Auto. Das Gaspedal durchgetreten und in einer halben Stunde waren wir vor dem Spiellokal. Uff rechtzeitig geschafft.

Unsere Gastgeber waren so freundlich, die Uhren deutlich später anzustellen. So hatte das Team nur 10 Minuten weniger auf der Uhr. Ein Blick auf die Mannschaftsaufstellung verriet, wir waren deutlicher Favorit. Bis zu 400 DWZ hatten wir mehr. Sollte es ein lockerer Wettkampf werden? Doch Obacht: „Die DWZ spielt keine Schachpartie!“

Caissa Wolfenbüttel 1½ : 2½ Hamelner SV
Dörge, Sven (1883) 0 : 1 (2302) FM Bode, Wilfried
Prof. Dr. Kraft, Karl-Heinz (1948) 1 : 0 (2168) FM Tonndorf, Matthias
Zehe, Marc-Kevin (1869) ½ : ½ (2149) Renner, Kai
Zozulin, Ruslan (1703) 0 : 1 (2081) van Son, Lutz

Am Spitzenbrett konnte Wilfried überzeugen. Aus der Eröffnung heraus übten die weißen Figuren Druck auf die gegnerische Stellung aus. Die Könige waren auf unterschiedlichen Seiten und so konnte schon die erste Angriffswelle einen Bauern gewinnen. Die Gewinnfortsetzung war makellos und die Führung war gesichert.
1,0 – 0,0

An Brett 4 konnte ich nach der Eröffnung auf eine bessere Stellung und einem isolierten Doppelbauer beim Gegner verweisen. Mein Gegnerüber schaffte es dann, den Großteil der Leichtfiguren zu tauschen, so dass ein Doppelturmendspiel mit einem Springer entstand. Nach einem Öffnungszug drang mein Turm in die Stellung ein und ich glaubte an einen schnellen Sieg. Fast hätte es ein böses Erwachen gegeben, da der Turm kaum Rückzugsfelder hatte. Nach einem Turmtausch verlief sich nun der gegnerische Springer in meine Stellung und fand kein Rückzugsfeld mehr. Daher Aufgabe.
2,0 – 0,0

So mehr als die halbe Mitte hatten wir schon.

Noch ein Halber sollte doch drin sein. Kai stand optisch besser und Matthias hatten einen bösen Angriff erfolgreich abgewehrt. Keiner der beiden Rattenfänger wollte Remis machen, schließlich wollte man keine DWZ verlieren.

Nach der 2:0-Führung waren wir schon sicher, weitergekommen zu sein. Kai konnte schon im frühen Mittelspiel Ausgleich erzielen und versuchte mit geschickten Positionsspiel, den Gegner Probleme zu bereiten. Nun rannten allerdings die Bauern ineinander, so das von a- bis e-Linie kein Durchkommen möglich war. Die f-Linie wurde geöffnet und einige Figuren wurden getauscht. Zwar hatte Kai den richtigen Läufer im Endspiel, doch es konnte keine Lücke in der Deckung herausgespielt werden. also doch Remis.
2,5 – 0,5

Matthias hatte nach einer schwierigen Eröffnung lange sich gegen einen gefährlichen Angriff zu erwehren. Als sich der Sturm gelegt hatte, gewann Matthias einen Bauern und hatte im höheren Sinn schon eine Gewinnstellung. Ein kleiner Rechenfehler kostete einen Bauern und brachte ein schwieriges Doppelturmendspiel. Das spielte der Hausherr recht geschickt und gewann die Partie.
2,5 – 1,5

Nach dem hektischen Auftakt konnten wir immerhin in die nächste Runde einziehen. Unsere beiden Schwarzspieler hatten leider zu viel Sand im Getriebe oder waren sich ihrer Sache zu sicher gewesen. Nach egal, in dem nächsten Runde geht es wieder um alles. 2 Bundesligisten (Bremen / Lingen) 3 Oberligisten (neben uns noch Tostedt und Nordhorn-Blanke) gelten als Favoriten. Haben wir vielleicht noch mal Losglück und bekommen Eilenriede, Bad Salzdetfurth oder Hildesheim?

Wolfgang Klettke hatte noch zwei schöne Fotos gemacht. Besten Dank dafür.

Einer gegen alle
Der Kampf kann beginnen

4 Kommentare

    1. Ich wurde gerne gegen den „Favoritenschreck“ spielen – schon alleine wegen der räumlichen Nähe. Das gilt natürlich auch für Hildesheim oder Eilenriede. 😉

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