LEM 2016 in Verden – ein Rückblick

Kaum war das neue Jahr gestartet, ging es für die Hamelner auch gleich auf Schachreise. Vom 03.01. bis 06.01.2016 öffnete die LEM in Verden die Tore, um sich schachlich auf das Jahr 2016 einzustimmen. Wie auch in den Jahren zuvor konnten wir eine ordentliche Besetzung an den Start bringen: 12 Schachfreunde aus dem Hamelner SV.

Die Einzelheiten zu den Spieltagen und Partien werden in Kürze von Yannick nachgereicht – er muss das Turnier noch verdauen. Folgend aber schon einmal die Platzierungen der Schachfreunde. Besonders gut haben sich unsere Jugendlichen im A-Open geschlagen, die dem einen oder anderen 1900’er halbe bis ganze Punkte abgenommen haben. Leider konnte viele andere nicht an diese Leistungen anknüpfen, daher belasse ich ich vorerst mit einem Lob für Ole und Jan – den Rest wird Yannick zum Besten geben. 😉

AKRangTeilnehmerTWZPunkte
Meisterturnier15.Renner,Kai21182.5
Meisterturnier17.Jacobi,Felix-Hagen20112.5
LEM Open A 201619.Schmidt,Dennis19714.0
LEM Open A 201629.Reichelt,Ole16954.0
LEM Open A 201642.Koch,Yannick19663.5
LEM Open A 201670.Helmer,Jan17032.5
LEM Open A 201680.Franke,Dirk17192.0
LEM Open A 201681.Pietsch,David17782.0
LEM Open A 201682.Krumschmidt,Michael16942.0
LEM Open B 201658.Zweck,Gerhard15533.0
LEM Open B 201681.Helmer,Andreas14682.0

Hier noch ein paar Impressionen (Danke an Matthias Tonndorf für das Gruppenfoto!) von der LEM:

So, die Geschehnisse sind verarbeitet, der Bericht kann geschrieben werden. Dieses Jahr war einiges anders bei  der Landeseinzelmeisterschaften in Verden. Zunächst einmal wurde das Teilnehmerfeld in Meisterturnier (Platz 1-8 MT Vorjahr, Platz 1-6 A-Open Vorjahr, Bezirksmeister…), A-Open (DWZ >1700), B-Open (DWZ > 1300 und <1900) und C-Open ( DWZ <1500) aufgeteilt. Diese Vierteilung sollte die einzelnen Turniere für die Spieler attraktiver machen.

Ein anderes Novum war die Teilnehmerzahl. Im Vorhinein wurde eine Teilnehmerzahl von 250 anvisiert, die schließlich auch übertroffen wurde. Das ist ein neuer Teilnehmerrekord. Der Anstieg wurde ermöglicht durch zusätzliche Räume, die das Hotel Niedersachsenhof dem NSV zur Verfügung gestellt hat. Mit so vielen Schachspielern in einem Saal ist die Atmosphäre während der Partien nicht wirklich mit unserer Vereinsmeisterschaft im Regenbogen zu vergleichen 🙂

Das Turnier begann schließlich einen Tag später als gewöhnlich, also erst am 03.01. Am 02.01 wurde, wie im Vorjahr, die Niedersächsische Schnellschachmeisterschaft unter der Leitung von Claudia Markgraf ausgespielt. Von den Hamelner spielten Matthias, Michael, Ole und meine Wenigkeit mit. Auch Ex-Hameln-Mitglied Friedmar Schirm war von der Partie. Am Ende gewann IM Dennis Abel das Turnier. Ich landete auf einem guten 8. Platz, Matthias auf dem 35. Platz, Ole auf Platz 57 und Michael auf Platz 60. Alle Einzelergebnisse können der Turniertabelle entnommen werden: Schnellschach-Tabelle

Im Folgenden gehe ich auf die Ergebnisse der Hamelner Teilnehmer bei der „richtigen“ Landesmeisterschaft ein:

Felix (Meisterturnier)
Als amtierender Bezirksmeister konnte Felix ein weiteres Mal nach 2015 am Meisterturnier teilnehmen. Obwohl Felix „nur“ 2,5 Punkte verbuchen konnte, hat er gezeigt dass er auch gegen die sehr starken Gegner mithalten kann. Bei seinen vielen kämpferischen Partien hat er leider oft gegen Ende in etwa ausgeglichenen Stellungen noch Fehler gemacht und die Partien noch weggeschmissen. Meiner Meinung nach ein starkes Turnier von Felix.

Ole (A-Open)
Ole spielte bei der LEM sehr stark auf. Nachdem er schon eine sehr gute Bezirksmeisterschaft in Bad-Salzdetfurth gespielt und mehr als 100 DWZ gewonnen hatte wollte er unbedingt das nächste Turnier spielen. Obwohl er an Tag 2 eine Nullrunde einlegte lies er sich nicht unterkriegen und gewann am Zweiten Tag beide Partien. In der letzten Partie konnte er dann gegen Dennis ein Remis verbuchen. Bei einem Gegnerschnitt von 1949 und 4 Punkten gewinnt er mehr als 100 DWZ Punkte dazu und hat nun eine Zahl von >1800. Jetzt gilt es diese Leistung zu bestätigen und die Partien zu analysieren.

Jan (A-Open)
Auch Jan spielte ein sehr starkes Turnier. Gestandenen Spielern konnte er immer wieder Probleme bereiten. Scheinbare Festungen griff er eiskalt an. Mit 2,5 Punkten und dem 70. Platzt kann er seine DWZ ebenfalls deutlich verbessern. Wenn wir Jan jetzt noch dazu kriegen, sich mehr auf seine Stellung zu konzentrieren sollten sich die Spieler des A-Opens im Jahr 2017 jetzt schon fürchten.

Yannick (A-Open)
Die Ziele für mich waren eigentlich klar definiert. Beflügelt vom guten 8. Platz bei der Schnellschachmeisterschaft war ich voller Tatendrang. Jedoch machte mir das beschleunigte Schweizer System (und natürlich auch ich selbst) einen Strich durch die Rechnung. „Leichte Gegner“ (die es im A-Open auch nicht gibt) zum Einstieg gab es nicht. Nach 0 aus 2 an Tag 1 konnte ich mit 2 aus 2 am zweiten Tag verbessern. Mit 2 Vereinsduellen gegen Michael und Matthias und 3,5 Punkten nach 7 gespielten Runden konnte ich am Ende nicht zufrieden sein.

Kai (Meisterturnier)
Kai das Meisterturnier praktisch schon abonniert, und so durfte er auch dieses Jahr wieder gegen die „großen Jungs“ spielen. Trotzdem kam er nie richtig in das Turnier. Es ist weniger eine Formkrise als eine Ergebniskrise bei Kai, denn seine Partien waren alle ziemlich gut. Oft konnte er die Tür am Ende aber nicht zu machen oder verpasste noch den letzten Trick. Im Vereinsduell gegen Felix wurde sich auf Remis geeinigt. Am Ende landete Kai mit 2,5 Punkten auf Platz 15 und verliert circa 30 DWZ Punkte. Das heißt: Erstmals „real“ unter DWZ 2100 und das A-Open im nächsten Jahr (man kann sich natürlich noch anders qualifizieren).

Gerd (B-Open)
Unser „Sorgenkind“ Gerd Zweck spielte seine erste Landesmeisterschaft und war im Vorhinein ziemlich nervös, zu Unrecht. In seinen Partien hat er gezeigt, dass er sehr gutes Schach spielt und noch weiter Luft nach oben ist. Im Laufe des Turniers fühlte er sich immer wohler und hatte viel Spaß beim Schach spielen. Am Ende konnte er 3 Punkte gegen einen Gegnerschnitt von 1565 verbuchen, das heißt er hält seine Zahl ungefähr. Nach eigener Ankündigung erwarten wir in Zukunft großes von dir, Gerd.

Andreas (B-Open)
Auch Andreas wollte der Schreck des B-Opens werden, das hat leider nicht so funktioniert, wie er sich das vorgestellt hatte. 1 Mal gewonnen und zwei Mal Remis ist die Bilanz von Andreas, das bedeutet schlussendlich Platz 81. Ich hoffe er war nach dem Turnier nicht enttäuscht, jedenfalls hat er nicht den Eindruck gemacht. Mund abwischen und im nächsten Jahr wieder angreifen!

Dennis (A-Open)
Dennis durfte direkt zu Beginn auch am beschleunigten System knabbern und bekam in der ersten Runde den Zweitgesetzten vorgesetzt. Obwohl er diese Partie verlor, startete er danach richtig ins Turnier hinein.  Mit 3,5/4 Punkten aus den nächsten 4 Partien konnte er sich berechtigte Hoffnungen auf die TOP 10 machen. Vor allem seine Partie gegen Daniel Margraf in Runde 5 ist hervorzuheben, in der er sich stark zurück kämpfte. Leider verlor er die Schlüsselpartie in Runde 6 und machte in der letzten Runde gegen Ole Remis. Am Ende stehen also 4 Punkte, einige Skalps, ein kleines DWZ-Plus und ein guter 19. Rang.

Dirk (A-Open)
Dirk zeigte über das gesamt Turnier hinweg sehr gut Leistungen. Auch gegen Spieler, die deutlich besser gewertet sind als Dirk hielt er exzellent mit und trocknete deren Spiel regelrecht aus. Leider ließ er sich oft gegen Ende der Partien noch beschummeln und konnte keine Punkte aus den guten Stellungen herausholen. Schlussendlich sammelte er 4 Remis ein und landete auf dem 80. Rang im A-Open.

David (A-Open)
Davids Ergebnisse habe ich leider nur am Rande mitbekommen, ihm ist es jedoch sicherlich so ergangen wie Michael und Dirk. Genau wie Dirk sammelte er 4 Remisen ein, ausschließlich gegen stärkere Gegner. Meiner Meinung nach wurde das Niveau der Opens durch die Dreiteilung noch einmal angehhoben, vor allem im A-Open konnte man das spüren. Dafür hat sich David (und natürlich auch die anderen Hamelner im A-Open) sehr gut geschlagen. Nach der 7. Runde landete mit 2 Punkten auf Platz 81.

Matthias (A-Open)
Obwohl momentan kein offizieller Hamelner Spieler, war Matthias natürlich immer dabei. In der ersten Runde kam es direkt zum Duell Schubert-Pietsch, das Remis endete. Auch die 2. Runde konnte Matthias ausgeglichen gestalten. Obwohl er am zweiten Tag eine „Nullrunde“ einlegte konnte er an Tag 3 mit 2 aus 2 Punkten zurückschlagen. In der letzten Runde musste sich Matthias dann noch dem brandgefährlichen Königs-Gambit-Angriff von Yannick aussetzen. Natürlich konnte er alle Drohungen seines Gegner mit der Mütze abwehren und die Partie endete Remis. Mit 3,5 Punkten heißt das Platz 49 für Matthias.

Fazit:
Mit Ruhm haben wir uns bei dieser LEM nicht bekleckert, größtenteils konnten wir unser Niveau nicht abrufen. Herauszuheben ist die starke Leistung unserer Youngsters Ole und Jan. Hier werden wir natürlich in Zukunft arbeiten und hoffen, dass die Unterstützung für die 1. Mannschaft nicht mehr lange auf sich warten lässt.  Spaß hat es uns natürlich allen gemacht, obwohl manche eine dreijährige Schachpause angedroht haben 🙂

Ein anderes Himbeerbonbon bei der diesjährigen LEM war der Chessbase-Stand vor dem Turniersaal. Hier konnte man Chessbase-Produkte kaufen und viele Taktikaufgaben lösen. Nach meiner Kenntnis haben auch einige Hamelner hier zugeschlagen 🙂 Am Ende wurden  bei der Siegerehrung noch einige DVDs verlost, dieses Mal gingen wir jedoch leer aus.

Überhaupt nicht gefallen hat mir, und auch vielen anderen, das beschleunigte Schweizer System. Hier wird am Anfang kräftig ausgesiebt und direkt demotiviert. Bitte lasst das sein!  Trotzdem: Mehr Teilnehmer, mehr Qualität und mehr Spaß. Das spricht natürlich für die LEM, auch im nächsten Jahr.

9 Kommentare

  1. Hallo Freunde,

    hat mir wieder sehr viel Spaß gemacht. Auch wenn das A-Open knallhart war und ich erstmal die Schnauze voll hatte von Schach. Aber ich fürchte bis zum nächsten Jahr werde ich den Schmerz vergessen haben und mich auf’s neue anmelden. Bis dahin ein erfolgreiches Schachjahr Euch allen!

  2. Danke für die Ergänzung, Yannick. Da bekommt man doch einen guten Eindruck als Außenstehender. Ich bin nächstes Jahr auch wieder am Start und werde mich durch das A-Open „wühlen“…

  3. Damit es nächstes Jahr besser klappt, werde ich auch wieder teilnehmen und euch bei der seriösen Vorbereitung unterstützen. Das wird dann schon.

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