In der 8.Runde der Landesliga Süd spielten wir wieder mit voller Kapelle. Das 4.Mal in dieser Saison. Ein Blick auf die Aufstellung unserer Gäste verriet schon viel. Einige gute Spieler fehlten. Das würde ein sehr einseitiger Wettkampf werden. Bis auf einem Brett hatten wir an allen Brettern massive DWZ-Vorteile. Dazu traten sie nur zu 7 an. Wilfried grummelte, „schon wieder kampflos gewonnen“. Doch Kai hatte eine einfache Lösung. Wir müssen nur aufsteigen, dann kommen weniger kampflose Siege. Dennoch bleibt meine alte Bauernweisheit „Die DWZ spielt kein Schach“ Ich bin einige Partien mit dem Rechner durchgegangen. Diesmal konzentrieren wir uns auf die wichtigsten Höhepunkte.

Zum zweiten Mal gewann Wilfried kampflos.
1,0:0,0
Unser Mannschaftsführer Kai war wieder dabei. Und er spielte eine Angriffspartie wie vom anderen Stern. Von der Eröffnung heraus, beherrschte Kai sein Gegenüber. Doch wie lautet der finale Todesstoß?

Gut so schwer ist es nicht zu finden. 1. Tg1 Kh8, 2. Tg3 Tc7 3.Txg7 und Aufgabe. Im Hintergrund drohte weiterhin Lxf6.
2,0:0,0
Sebastian hatte seine traumatischen Erlebnisse von der LJEM gut verarbeitet. Schnell übernahm der junge Rattenfänger die Initiative, bildete am Damenflügel einen Freibauern und dann den Sturm am Königsflügel zu entfesseln. Wie geht es am schnellsten?

Der Flaschenöffner ist 1….. g5!, 2. Dc3 g4 3.hxg4 fxg4 4.Sd2 Lh2+ 5. Kf1 Lg3
Und die Stellung brach in wenigen Zügen zusammen.
3,0:0,0
Gut erholt von seinem Kurzurlaub spielte Ole eine Partie aus einem Guss. Freibauen gebildet, die Figuren auf die besten Position geschoben. Nun fehlte noch die finale Gewinnidee.

Gut, das Feld c6 leuchtet schon verdammt stark. 1.Tc6 Db4 (De7 verteidigt sich ein wenig zäher, verliert aber auch nach 2. Dc2 Td7, 3. Tc3 Td6 4. Lc1! mit der Idee La3) 2. Dxb4 Lxb4, 3. Txf6 Die Stellung ist schlimm für Schwarz. Dazu hat Ole auch noch einen Bauern gewonnen. Die Partie dauerte noch 10 Züge bis Schwarz aufgab. Mit einer Genauigkeit von 96% hat Ole in dieser Partie voll überzeugt. Klasse Leistung.
4,0:0,0
Das sah doch zur Halbzeit sehr gut aus. Wir lagen klar vorne und Dennis und ich standen auf Gewinn. Matthias und Yannick dagegen hatten noch einige Probleme zu lösen.
Dennis wollte diesmal den Bock umstoßen und endlich seine erste Gewinnpartie hinbekommen. Nach seiner tollen Performence bei der NDBMM sollte er es doch auch schaffen. Gewohnt sicher entwickelten sich seine Figuren und bekamen Raumvorteil am Königsflügel. Da der Gegenangriff am Damenflügel ausblieb, konnte Dennis seinen Angriff ruhig vorbereiten. Wie geht es hier weiter?

Nun Schwarz hat einige schwache Felder zu verteidigen. 1. Sg5+ Lxg5 (Kh8 ist ein wenig robuster, doch nach 2.Lh3 geht der weiße Angriff weiter) 2. fxg5 Sg4 3. Sxg4 hxg4 4. Dxd6! b6 5.Tf7+ Tg7 6. Tag1 und Aufgabe. Eine saubere Angriffspartie.
5,0:0,0
Meine Partie war recht einseitig. Vielleicht habe auch ich zu viel das Kandidatenturnier geschaut. Doch in dieser Stellung dachte ich mir: „Was würde GM Sindarov in dieser Stellung spielen?“

Ich hatte dem Schlagreflex auf b2 widerstanden und spielte ……. 1….. Da8!! (droht erst mal Matt auf a3) 2. a4 Ta5 (Die Dame muss den a-Bauern decken um das Matt auf a4 abzudecken. Daher dachte ich Weiß spielt 3. Dd7 Ta7 4.Db6 Tb7 und die Dame ist gefangen!) Daher überraschte mich mein Gegner mit 3. Ld1 Sxb2 4. Dd7 Sxd1 5. Txd1 Txa4+ 6. Kb2 Tb4+ 7. Kxc3 Da3+ und mein Gegenüber wollte das Matt in 3 nicht mehr sehen.
6,0:0,0
Matthias und sein Gegner spielten eine sehr freie Freestyle-Partie. Dabei übertrieb der Gastspieler es ein wenig und Matthias stand schon recht früh auf +2. Viel habe ich nicht verstanden, doch auf einmal kippte die Stellung und Matthias musste sich eines heftigen Angriffs erwehren. Es flogen Figuren auf beiden Seiten. Matthias Bauer schob sich auf die 7.Reihe. In einer wilden Zeitnotschlacht entstand ein Endspiel Turm vs Springer, Läufer und Bauer. Also eigentlich eine klare Gewinnstellung für den Gegner. Aber scheinbar war es doch nicht so einfach und Matthias konnte den Turm gegen Bauer und Läufer geben.
6,5:0,5
Es war schon eine interessante Partie, die Yannick aufs Brett zauberte. Ja, bis sein Gegenüber den Springer nach d5 spielte und drohte den c7 Bauern zu schlagen nebst Springergabel. Das eine Problem löste Yannick, nachdem er den Bauern nach c6 spielte. Doch die Springergabel kostetet trotzdem die Qualität. 🙁 Es entstand ein Endspiel, dass sich wie ein Kaugummi langzog. Remischancen waren immer noch vorhanden. Doch ein Fehlzug beendete die Partie. Schade, die Niederlage war überflüssig.
6,5:1,5
Das Ergebnisse ging in dieser Höhe in Ordnung. Nun fehlen noch 4,5 Brettpunkte bis zum Aufstieg, da auch Hildesheim gewonnen hatte. Lehrte hat ein junges Team, das uns sicher alles abverlangen wird. Doch wir wollen aufsteigen und werden in der Schlussrunde alles geben.

Auch das Schachorakel sagt, dass wir so gut wie aufgestiegen sind. Was soll da noch schiefgehen?
