Vertraue niemals dem NAVI: Auswärtssieg von Hameln 2 in Bad Salzdetfurth

Am vergangenen Sonntag ging es nach Bad Salzdetfurth. Normalerweise eine Fahrt von etwa einer Stunde, doch das NAVI des Führungfahrzeuges hatte andere Pläne. Eine Umleitung bedingt durch eine Baustelle brachte die Elektronik dermaßen durcheinander, dass man sich irgendwann in einem Industriepark wiederfand. Nun war ein Führungswechsel angesagt.
Das Navi des zweiten Fahrzeiges brachte den Konvoi wieder auf Kurs.
Mit 20min Verspätung erreichte man schließlich das Ziel. Alle gingen sofort an ihre Bretter und machten sich daran die verlorene Zeit wieder aufzuholen.

Einigen gelang dies recht gut, totzdem machte sich nach gut 2,5 Stunden beim Blick auf die Stellungen Ernüchterung breit.
Von Brett 2 abgesehen, hatten die Hamelner an allen Brettern einen DWZ Vorteil von mind. 100, bis hin zu 400 Punkten. Im Grunde sollte man erwarten, dass nach der bereits verangenen Zeit sich dies an den Brettern hätte wiederspiegeln sollen, aber dies war nicht der Fall.

Igor Belovs Stellung an Brett 1 war ausgeglichen. In geschlossener Stellung spielten beide Seiten mit Läuferpaar und Schwerfiguren. Ein Vorankommen schien für beide Parteien schwierig. An Brett 2 gab Lutz Göing zwei Figuren für Turm und Bauern. Noch standen die Figuren seines Gegners schlecht, der isolierte Doppelbauer des Hamelners wirkte jedoch schwach und so hieß es schneller als der Gegner zu sein.
Gerhard Kaiser an Brett 3 hatte nicht nur den Zeitrückstand schnell aufgeholt, sondern auch noch Raum bekommen, allerdings begannen einige Felder etwas „weich“ zu werden und er musste aufpassen.
An Brett 4 hatte Carsten Konczak in der Eröffnung einen Bauern gegeben und rannte diesem nun im Mittelspiel hinterher.
Leonid Tilin an Brett 5 hatte einen Bauern gewinnen können allerdings schien ihm der Plan zu fehlen wie er diesen gewinnbringend verwerten konnte.
Brett 6 stand in Flammen. Außer Frage, dass Felix Jacobi hier für die Hamelner Seite spielte. Beide Parteien griffen den gegnerischen Monarchen an, welche zu unterschiedlichen Seiten Rochiert hatten. Allerdings schien es so, als würden die Bad Salzdetfurther Steitkräfte schneller er ziel erreichen als die Hamelner.
Der Mannschaftsführer der Hamelner spielte an Brett 7. Den Fokus darauf gelegt, die 20min Zeitrückstand aufzuholen übersah Oliver Barz eine Ungenauigkeit seines Gegners bei einer Zugumstellung in der Eröffnung, welche dem Hamelner bei besserem Spiel einen Mehrbauern hätte einbringen können.
An Brett 8 konzentrierten sich alle Streitkräfte auf den Punkt f6. Eine Stellung bei der David Pietsch mit den schwarzen Steinen spielend keine Fehler machen durfte, um nach einem eventuellen Schlagabtausch nicht in Nachteil zu geraten.

Die ersten Punkte brachte den Hamelnern schließlich Leonid ein. Sein nominell mehr als 400 Punkte schwächerer Gegner musste noch einen zweiten Bauern geben und wenig später dem Hamelner zum Sieg gratulieren.

1:0 (aus Sicht der Hamelner)

Zur ersten Zeitkontrolle baute Gerhard die Führung aus, indem sein Kontrahent die Zeit überschritt.

2:0

Die erste Zeitkontrolle war nun vorüber und Oliver erhielt ein Remisangebot, wartete aber ersteinmal die weiteren Geschehnisse ab.

Am Spitzenbrett hatte sich der Bad Salzdetfurther Schachfreund einen Freibauern schaffen können. Statt allerdings in der Verteidigungshaltung zu erstarren spielte Igor aggressiv weiter und konnte schließlich neben einer Figur auch noch den Freibauern gewinnen, der sich kurz vor der Umwandlung zu Dame befand.

3:0

Lutz konnte einen weiteren Bauern gewinnen, stellte seinen Gegner auf Matt und bekam so die beiden Figuren für seinen Turm zurück. Nach dem schlussendlichen Damentausch waren die Freibauern des Hamelner nicht mehr aufzuhalten.

4:0

Noch etwas Zeit bis zur zweiten Zeitkontrolle auf der Uhr, warte der Mannschaftsführer weiter ab.

Carsten hatte zwischenzeitlich den Minusbauern zurückgewinnen können geriet allerdings unter Druck und spielte nun sogar mit zwei Minusbauern auf ein mögliches Dauerschach.

Nachdem sich auf Felix Brett der Rauch verzog, spielten beide Parteien mit gleichem Material. Allerdings hatte der Hamelner neben einem starken Freibauern die Initiative, musste aber stets auf eventulle Zwischenschachs oder Grundreihenmatts achten, sollte sich einmal sein Turm von der letzten Reihe entfernen.
David hatte einen Bauern gewinnen können und befand sich nun in einem gewonnenen Turmendspiel mit Leichtfigur, welches nur noch durch eine Unachtsamkeit verloren gehen konnte.
Und so spielte schließlich auch Oliver weiter in der Hoffnung auf einen ganzen Punkt.

Felix machte schließlich den Sack zu, er tauschte Material bis er sich in einem gewonnen Endspiel befand.

5:0

Auch Davids Gegenspieler sah es ein, dass er den Hamelner Mehrbauern nicht ohne Materialverlust halten konnte und gab auf.

6:0

Ohne die Möglichkeit eines Dauerschachs, selbst auf Matt gestellt, musste Carsten schließlich die Segel streichen.

6:1

Am letzten Brett waren nach gut 6 Stunden und einigen Minuten Spielzeit die letzten Kugeln verschossen und nach dreifacher Stellungswiederholung endete die Partie remis.

6,5:1,5 Endstand

Am 13.03. empfängt Hamelns Zweite die Schachfreunde von der SVG Salzgitter zur vorletzten Runde im Regenbogen.

4 Kommentare

  1. Glückwunsch,
    man sieht die Angst vor dem direkten Vergleich beflügelt Euch. Wir werden eure Ängste weiter schüren, damit es mit dem Aufstieg klappt.

  2. Mein Gegner hat nicht die Zeit überschritten, sondern einen Zug vorm Matt aufgegeben. Es ist allerdings richtig, dass er nur noch sehr wenig Zeit hatte.

  3. Herzlichen Glückwunsch aus Tannheim! Wenn ich nicht mitspiele, gewinnt ihr immer.das lassen wir noch zwei runden so,ich steige erst nächstes Jahr wieder ein

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