Unter 2G-Corona-Regel gespielt. Punkteteilung in Lehrte.

Aus dem Tagebuch eines Schachspielers…

Unter verschärften Coronaregel wurde dieser Mannschaftskampf angesetzt. Kurzfristig fielen leider Matthias und Adrian aus. Aber mit Leonid und Jonas wurden wir verstärkt. Trotzdem war das Heimteam als Favorit angetreten, da sie fast komplett mit ihrer ersten Mannschaft antreten konnten. Aber wir tapferen Rattenfänger kennen das ja nicht anders. Und wie sage ich immer: „ELO-Zahlen spielen kein Schach.“ Die Spiele mögen beginnen. Also ran an die Partien diesmal MIT Computerüberprüfung!

SK Lehrte 4 : 4 Hamelner SV  

1 FM Nico Stelmaszyk 2300 0 : 1 Wilfried Bode 2349 FM
2 Friedmar Schirm 2249 1 : 0 Kai Renner 2177
3 Dr. Günther Schrüfer 2198 ½ : ½ Lutz van Son 2156
4 Marine Zschischang 2060 ½ : ½ Yannick Koch 2097
5 Gunnar Zschischang 2103 ½ : ½ Dennis Schmidt 2060
6 Heinrich Bedürftig 2170 0 : 1 Felix-Hagen Jacobi 2092
7 Thore Meiwes 2070 1 : 0 Leonid Tilin 1903
8 Elmar Hagemann 2267 ½ : ½ Jonas Möller 1861

Dennis wurde durch ein frühes Remisangebot überrascht. Doch dafür ist er nicht über 400km angereist, um nach 30 Sekunden Remis zu machen. Es entwickelte sich ein wildes Handgemenge, wobei die Könige auf unterschiedlichen Seiten rochiert wurden. Es wurde einige Figuren getauscht, bis man doch die Friedenstauben in den Himmeln losschickte.

0,5 – 0,5

Den dicksten Brocken hatte sicher Jonas vor sich. Über 400 Elo-Punkte hatte sein gegenüber mehr, doch der Rattenfänger fand eine gute Eröffnungswahl und tauschte viel Material. Dann konnte Jonas sogar einen Bauern gewinnen und vereinfachte weiter die Stellung. Zwar war ein gewisser Druck auf seine Stellung vorhanden, doch wollte sein Gegenüber nicht zu viel riskieren und bot Remis. Das wurde angenommen.
1,0 – 1,0

Meinen Eröffnungsvorteil schmiss ich schon recht früh weg und konnte nichts erreichen. Nach dem erzwungenen Damentausch blieb ich mit einem schwachen c-Bauern hängen. Das Endspiel wurde immer bedrohlicher und auch mein Entlastungsangriff am Königsflügel verpuffte. Immerhin konnte ich meinen schwachen Läufer abtauschen und dann die Punkteteilung erreichen. In dieser Partie hatte ich einiges zu erleiden. Noch mal gut gegangen.

1,5 – 1,5

Nach knapp 30 Züge schaute ich mir mal die Zeiteinteilung von unserem Mannschaftsführer an. Hui noch 50 Minuten gegen 23 Minuten für Friedmar. Das sah doch gut aus. Doch der Schein trügte! Leider waren es nur 50 Sekunden für Kai in einer komplizierten Stellung. Sein Gegenüber schob erbarmungslos seinen a-Freibauern nach vorne und hüpfte mit beiden Springern in die Stellung rein. Da flog erst die Qualität weg, der Rest war Tontauben schießen. Und Kai war die Tontaube.

1,5 – 2,5

Es sah nicht richtig gut aus. Felix hatte nach einem schlimmen Eröffnungsdesaster zwar noch die Kurve bekommen, dafür stand Leonid im schlechteren Doppelturmendspiel fest. Yannick hatte brauchbare Chancen in seinem Doppelturmendspiel und Wilfried holte die große Knetmasse raus und bearbeitete seinen Gegner. Alle Ergebnisse waren also noch drin.

Manchmal glaube ich ja wirklich, dass Felix das extra macht. Die Eröffnungsbehandlung war übel, extrem übel. Doch so kann Felix seine Leidensqualitäten erst richtig ausspielen. Sein Gegner konnte nichts brauchbares aus dieser schlechten Stellung machen. So verbesserte der Rattenfänger seine Stellung. Öffnete im richtigen Augenblick das Zentrum, tauschte das Material und bekam ein gewonnenes Leichtfigurenendspiel. Die Felixmagie hatte wieder zugeschlagen.

2,5 – 2,5

Bei Yannick’s Partie können wir schnell vorspulen zum Doppelturmendspiel. Der Hamelner hatte einen Freibauern und seine Gegnerin die schlechtere Bauernstruktur. Glücklicherweise blockierte nicht der König den Freibauern, so dass Yannick ein gewisses Gewinnpotenzial aufbauen konnte. Doch dann wurde komisch abgetauscht und es entstanden Freibauern auf beiden Seiten. Hier waren die gegnerischen Bauern gefährlicher, doch eine Ungenauigkeit reichte und Yannick hatte das Remis.
3,0 – 3,0

Wilfried spielte wieder sein „Altherrenschach“ und konnte sich leichte Vorteile im Doppelturmendspiel sichern. Ein Turm wurde getauscht und Freibauern auf beiden Seiten entstanden. Doch Willi’s Bauern waren gefährlicher. Doch nun zeigte sich das beide FM’s auch Fehler machten (Stockfish deckte jeden Fehler auf). Willfried schmieß den Vorteil weg und konnte sich wenige Augenblicke später wieder freuen, als sein Gegenüber durch einen Bauerngewinn ein wichtiges Tempo verlor. Nun war das Endspiel wieder gewonnen und das ließ sich der Rattenfänger nicht mehr nehmen.

4,0 – 3,0

Eine sehr wechselhafte Partie spielte diesmal Leonid. Nachdem der Hamelner keinen Vorteil aus den weißen Kötzchen erspielen konnte, wurde einige getauscht, bis wieder das diesmalige obligatorische Doppelturmendspiel entstand. Die gegnerischen Bauern wurden gefährlich weit nach vorne geschoben und beide Türme besetzten die offene h-Linie. Doch Leonid fand den richtigen Weg, gleichzeitig seinen g-Bauern zu verteidigen und gleichzeitig selber aktiv am Damenflügel zu operieren. Dann drangen beide Turmpaare in die gegnerische Stellung ein und es wurden einige Schachs gegeben. Hier war der Remisweg eigentlich recht einfach zu finden, doch das Dauerschach hatte Leonid leider nicht auf dem Schirm. So drang der gegnerische König in seine Stellung ein und gewann Material. Der Rest war dann einfach verloren. Schade, da war mehr drin gewesen.

4,0 – 4,0

In diesem Wettkampf waren viele andere Ergebnisse möglich gewesen. Daher sind wir mit der Punkteteilung zufrieden. So sind wir wieder dem Klassenerhalt ein Stück näher gekommen und können nächstes Mal unsere Schachfreunde aus Oldenburg begrüßen. Vorausgesetzt das Corona uns nicht einen ganz großen Strich durch die Rechnung macht, wenn ich so die neuen Inzidenzwerte sehe. Uiuiuiuiuiuiui.

4 Kommentare

  1. Hallo, Leute,

    Gratulation – oder nicht, weil es nur ein 4:4 war? Ich weiß es nicht. Nein, hm, doch: Gratulation! Ein MP ist ein MP, obwohl ich sicher bin, dass der HSV nicht absteigen wird. Dafür seid ihr einfach zu gut, und 2 FMs auf der Ersatzbank mit Tonne und Adrian ist ja auch nicht schlecht.
    Weiter so!
    Grüße aus GÖ von Lothar

  2. Lehrte ist ein starker Gegner!
    Ohne Matthias und Adrian ist das Ergebnis doch ok – und vom Verlauf der Partien recht fair.

    Mal sehen wie viele Partien wir überhaupt noch in der Oberliga spielen können, ich vermute C. Könnte uns da wieder in die Quere kommen. Let’s see

  3. Schöner Bericht und das Ergebnis geht in Summe denke ich auch in Ordnung.
    Unter den aktuellen Rahmenbedingungen sind 3 mannschaftspunkte aus 3 Kämpfen in Ordnung, obwohl insbesondere in Bremen deutlich mehr drin gewesen wäre.

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