Hamelner SV auf Princess-Cup in Wildeshausen

Tag 1 31.08.2012

Bereits am Donnerstag machten sich 3 Hamelner Recken (Christine Spieker, Jan und Andreas Helmer)auf den Weg nach Wildeshausen, um beim Princess-Cup erfolgreich zu sein. Beim Princess-Cup dürfen grundsätzlich nur SpielerInnen mit einer DWZ-Zahl <= 1500 antreten. Der Bezirk 3 wird zusätzlich durch Hendrik Naasner vom SC Bad Salzdetfurth verstärkt.

Vor dem Turnierbeginn konnten schon einmal die Objekte der Begierde (s.u.) begutachtet werden. Jan nahm auch gleich einmal Platz an Brett 1, das als Live-Brett im Internet übertragen wird.

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Die erste Runde verlief sehr erfolgreich alle 4 nahmen einen ganzen Punkt mit. Christine gewann mit Schwarz gegen Matthias Proske (Bremer SG, DWZ 1169) im Grünfeld-Inder erst einen Bauern, dann die Qualität und schließlich die Partie. Die beiden Helmers (Andreas gegen Dagmar Martina Wilke, Neubruchhausen, DWZ 1022, Jan gegen den Auricher Sebastian Tunder, DWZ 830) gewannen nach leichten Wacklern ihre Partien. Die Ergebnisse wurden erwartungsgemäß eingefahren, Das diese drei gewonnen haben war nicht sehr überraschend, gehörten sie doch zur oberen Hälfte. Für eine dicke Überraschung sorgte Hendrik Naasner, der gegen einen um mehr als 300 DWZ Punkte besseren Gegner (Mattis Trätmar Delmenhorst DWZ 1347) mit Schwarz gewann.

Die 2. Runde verlief für die beiden Helmers (Andreas gegen Philipp Kühs, Werder Bremen, DWZ 1186, Jan gegen Uwe Wegmann aus Neubruchhausen DWZ 1046) erfolgreich. Jans Gegner schüttelte am Ende der Partie den Kopf und fragte “Wer bringt Euch denn so etwas bei … ?”. Jan berechnete dabei einen Freibauernlauf sehr genau, so dass sein Gegner zwar seinen Bauern zuerst umwandeln konnte, Jan ihn aber im nächsten Zug mit Damenumwandlung matt setzte. Andreas durfte zur Belohnung der zweiten Runde in der dritten Runde an Brett 1 seine erste Live-Partie spielen. Christine erreichte mit Weiß gegen Vladimir Milermann (Bremer Osten, DWZ 1286) eine klar gewonnene Stellung, die sie jedoch noch zum Remis verdarb. Hendrik musste sich mit Weiß gegen Jan-Christian Oleskow (Bremer Osten, DWZ 1366) in Runde 2 geschlagen geben.

Tag 2 01.09.2012

In der 3. Runde musste Andreas am Spitzenbrett gegen Dario Eschholz (Wildeshausen, DWZ 1462) antreten. Obwohl Andreas seine vorbereitete Französisch Vorstoss-Variante perfekt spielte, ließ er sich durch Jans Partie am Nachbarbrett in der entscheidenden Partie-Phase ablenken. Zu sicher war die Partie bereits und Dario hatte nur noch 15 Sekunden bis zur Zeitkontrolle, was Andreas zum Schnellspielen animierte. Eine fatale Fehleinschätzung, die sich rächen sollte. Ein kapitaler Fehler brachte unmittelbar nach der Zeitkontrollte die Partie ins Wanken. Andreas verlor eine Figur und die Partie. Jan kam geplagt von Müdigkeit und Kopfschmerzen in seiner Partie (Manfred Kolhoff DWZ 1462, Kaponier Vechta) böse unter die Räder. Christines Gegner bekam den Zorn über ihre verdorbene letzte Partie zu spüren. Bereits nach 15 Zügen hatte sie wieder mit Schwarz gegen ihren erfahrenen Gegner Jens Kardoeus (Werder Bremen, DWZ 1227) in ihrem geliebten Grünfeld-Inder eine Figur mehr. Den technische Teil absolvierte sie sehr sicher. Die wildeste Partie spielte Hendrik mit Schwarz gegen Klaus Stiffel aus Wildeshausen (DWZ 1214) und besiegte erneut mit Schwarz einen gut 200 DWZ-Punkte stärkeren Gegner.

In der 4. Runde spielte Christine mit Weiß gegen Felix Greiving aus Lingen (DWZ 1378). Nachdem sie ihn aus der Eröffnung überspielt hatte, verrechnete sie sich. Das kostete Figur und Partie. In Runde 5 machte sie es in einer englischen Partie mit Schwarz besser. Sie gewann souverän gegen Matthis Trätmar aus Delmenhorst (DWZ 1347). Das war der 3. Schwarzsieg in der 3. Partie. Andreas Helmer ärgerte sich nach der 4. Runde gleich doppelt. Einmal über fehlende Detail-Kenntnis der FIDE-Regeln und über die Fairness seines Gegners. In einem Endspiel T+L gegen T ging er über die Zeit. Da Andreas nicht reklamierte, hatte er gegen Matthias Proske aus Bremen (DWZ 1169) verloren, obwohl der keinen Plan hatte wie das Endspiel zu gewinnen ist. In Runde 5 gewann er gegen Stefanie Silber (Delmenhorst DWZ 1139) eine komplizierte Partie. Als bei beiden die Zeit langsam knapp wurde, stellte Andreas eine versteckte Mattdrohung auf, die seine Gegnerin übersah. Jan Helmer spielte die beiden Nachmittagsrunden sehr überzeugend. Erst gewann er gegen Philipp Kühs aus Bremen (DWZ 1182) und dann gab es gegen Matthias Proske eine gelungene Familienrevanche. Hendrik Naasner, der 4. aus dem Bezirk 3 hatte einen unerfreulichen Nachmittag. Aus 2 Gewinnstellungen gab es Null Punkte. Zweimal leistete er sich grobe Einsteller. erst gegen Madita Mönster aus Oldenburg (DWZ 1286) und dann noch gegen Philipp Kühs aus Bremen.

Nach 2 Tagen und 5 Runden belegt Jan Helmer einen hervorragenden 4. Platz mit 4 aus 5, Christine ist mit 3,5 Punkten und Platz 8 nicht ganz zufrieden, Andreas belegt mit 3 Punkten seinen Setzlistenplatz 13. Hendrik Naasner hat einen satten DWZ Gewinn zu verzeichnen und ist mit 2 Punkten sehr zufrieden.

Tag 3 02.09.2012

Unsere tapferen Hamelner lagen vor den letzten beiden Runden noch gut im Rennen um die Pokale. Auch Monika Spieker (4, Bild 1) wollte Ihrer großen Schwester nacheifern und übte sich schon einmal im Figurenaufbau.

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Platz 2 war für Jan oder Christine noch in Reichweite, während Andreas das Turnier noch zu einem guten Abschluss bringen wollte. Hendrik hatte die Absicherung seines Ratingpreises im Visier. Wild entschlossen gingen unsere Helden ans Werk. Christines Gegner Adrianus van den Berg aus Neubruchhausen (DWZ 1269) war ein reiner Taktiker, der eine Vorliebe für Holländisch hat. Getreu Wilfrieds Motto: “Wenn der Gegner Holländisch spielen will, soll man ihn daran nicht hindern …”. Nach gut 10 Zügen bereute Adrianus seine Eröffnungswahl, erst war eine Figur weg, dann ein Turm und damit die Partie.

Jan gewann seine komplizierte Partie nach einigen Wacklern. Das Endspiel spielte er gegen Tiemon Neumann aus Aurich (DWZ 1432) sehr sauber und als er die 2. Figur gewann, hatte sein Gegner genug Endspieltraining erhalten und gab auf. Andreas Helmer spielte mit Weiß gegen Michael Schlausch aus Wildeshausen (DWZ 1278). Er überspielte ihn aus der Eröffnung und hatte schnell einen Bauern mehr, Mit einem Läuferpaar in der Hinterhand, einem Mehrbauern und einer besseren Bauernstruktur, spielte ihm aber erneut die Zeit einen Streich. In einem gewonnenen Endspiel (Läuferpaar + Mehrbauer gegen Läufer und Springer) nahm das Drama seinen Lauf, als Andreas noch 2,5 Minuten für den Rest der Partie hatte. Er tauschte ein Leichtfigurenpaar und stellte dann die letzte Figur einzügig ein. Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch spielte er dann in der letzten Runde gegen den Setzlistenersten Michael Cegielka (DWZ 1469) aus Bremen. In einer Französich-Vorstoßvariante zeigte er dem Gegner das Potential dieser Eröffnung und spielte ihn regelrecht an die Wand. Die erarbeiteten Vorteile wurden sukzessive umgesetzt und endeten mit einem Damengewinn, in einer von Taktik geprägten Partie. Immerhin ein versöhnliches Ende des Turniers und mit 4 Punkten Platz 14.

Der 4. im Bunde aus Bezirk 3 Hendrik Naasner spielte ein Superturnier und gewann beide Runden. Erst wurde die Stellung von Angelika Stelter (DWZ 1058) aus Wildeshausen zerlegt und dann in der Schlussrunde wurde Matthias Herdzig aus Bremen (DWZ 1185) plattgemacht. Mit 4 Punkten und einem DWZ Zuwachs von mehr als 150 DWZ Punkten und Platz 20 ein tolles Ergebnis.

Jan hatte vor der letzten Runde 5 Punkte und es war klar, wenn er gewinnt ist er mindestens Zweiter. Christine lag bei 4,5 Punkten und zwischen Platz 3 und 12 war alles drin. Die letzte Runde versprach Spannung pur und so kam es auch. Jan musste mit Schwarz gegen Felix Greiving aus Lingen (DWZ 1378) antreten. Dieser Gegner hatte Christine bislang die einzige Niederlage zugefügt. Doch leider war Jan in dieser Partie chancenlos. In einer Französisch-Abtauschvariante kam er in Zeitnot und stellte vor der Zeitkontrolle Figuren ein, so dass er die hoffnungslose Partie aufgab.

In der letzten Runde bekam Christine den 2. der Setzliste hochgelost. Dario Eschholz aus Wildeshausen (DWZ 1462) war mit 4 aus 4 gestartet und verlor dann zweimal. Diese Scharte wollte er unbedingt auswetzen. In einem scharfen Drachen bekam er nichts aus der Eröffnung. Im Mittelspiel übersah Christine eine gewinnbringende Abwicklung. Nach einem Generalabtausch kam ein Doppelturmendspiel aufs Brett, das dann Remis endete.

Christine und Jan hatten nun beide 5 Punkte und nun begann das Warten. Reicht es zum begehrten Pokal oder nicht, denn bis Platz 8 hatten alle 5 Punkte. Da beide aber immer oben mitgespielt hatten, war Achim ganz optimistisch und ausnahmsweise sollte er Recht behalten. Christine und Jan waren sowohl von der Punktzahl als auch von der Buchholzzahl her gleich und landeten gemeinsam auf dem 3. Platz. Man könnte meinen, sie hätten Synchron-Schach gespielt Smiley.

Insgesamt ein sehr gutes Ergebnis und auch Christine war zufrieden. Die dumme Verlustpartie und die schwache Weißquote (1,5 aus 3) ärgerten Sie schon, das Schwarzergebnis war aber gut (3,5 aus 4). Das Turnier hat zwar Spaß gemacht, aber nächstes Jahr wollen die beiden nicht mehr teilnehmen, da die DWZ Beschränkung bei 1500 liegt und beide eigentlich diese Marke vorher knacken wollen. Auch Turnierchef Dirk Rütemann war skeptisch, dass die Hamelner im nächsten Jahr noch einmal dabei sind.

Die Fotos der Siegerehrung :

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Dirk Rütemann und Spartak Grigorian überreichten die Pokale

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Henrik Naasner als Gewinner der Ratinggruppe <= 999

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Platz 5. Matthias Proske           Platz 3. Jan Helmer                 Platz 3. Christine Spieker

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Platz 2. Felix Greiving               Platz 1. Manfred Kolhoff

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Die Pokalsieger (es fehlt Matthias Proske)

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Und noch einmal die Hamelner Teilnehmer mit Gaststar Henrik Naasner

Die Gesamtergebnisse findet man hier –> Gesamtergebnisse

Die DWZ-Auswertung wurde auch bereits eingereicht. Zu finden hier –> DWZ-Auswertung

Und noch ein sehr schönes Turnierbulletin mit unseren Helden auf der Titelseite und einer von Spartak kommentierten Grünfeld-Indisch Partie von Christine.

  

Ausgabe 1                                                Ausgabe 2

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