Die Oberliga-Saison hat wieder begonnen. Stark angefangen und noch stärker nachgelassen. Unnötige Niederlage in Bremen

Aus dem Tagebuch eines Schachspielers…

Eine neue Schachsaison hat wieder begonnen. Diesmal unter dem Corona – Stern. Alle Spieler mussten bei ihrem Mannschaftsführer ihren Impfstatus angeben oder einen gültigen Test vorzeigen. Das klappte bei uns ganz gut. Da Adrian leider nicht konnte, wurde Igor verpflichtet. Fast alle schafften es dann pünktlich zum angegebenen Sammelpunkt zu kommen. So fuhren wir siegessicher an die Nordseeküste zum Aufsteiger nach Bremen. Allerdings zeigte dann die Mannschaftsaufstellung, dass der Aufsteiger einiges an Spielstärke ans Brett gebracht hatte. Nur an zwei Bretter waren die Rattenfänger leicht favorisiert. Doch wie sage ich immer: „ELO-Zahlen spielen kein Schach.“ Die Spiele mögen beginnen. Also ran an die Partien OHNE Computerüberprüfung!

Werder Bremen III  5 : 3  Hamelner SV I

11 FM 2329 Collin Colbow 1 : 0 Wilfried Bode 2354 FM
2 2348 Peter Lichmann 0 : 1 Matthias Tonndorf 2188 FM
3 2186 David Kardoeus 1 : 0 Kai Renner 2177
4 2135 Fabian Brinkmann 0 : 1 Lutz van Son 2156
5 FM 2238 Matthias Bach 1 : 0 Yannick Koch 2097
6 FM 2270 Stephan Buchal ½ : ½ Dennis Schmidt 2060
7 2247 Dr. Prof. Reiner Franke ½ : ½ Felix-Hagen Jacobi 2092
8 FM 2092 Olaf Steffens 1 : 0 Igor Belov 2048

Nach einem kurzen Handgemenge im Zentrum, überführte ich den Turm auf den Königsflügel und stellte einige taktische Drohungen aus. Mein Gegner wählte die völlig falsche Verteidigung und wurde mit einem schönen Läuferopfer überrascht. Danach ging das Massaker erst richtig los. Wie mit einem heißen Messer durch weiche Butter drangen meine Figuren ein und filetierten die Stellung. Der Rest war Technik und der erste Punkt in der neuen Saison eingefahren.
1,0 – 0,0

Dennis holte eine alte Bangiev-Eröffnung aus der Schublade und griff forsch am Königsflügel an. Seine Streitkräfte wurden allerdings wieder zurückgeworfen und der Hamelner musste sich dann einer mächtigen Bauernwalze im Zentrum entgegenstellen. Sehr trickreich opferte Dennis seinen Springer und bedrohte in einer komplizierten Stellung den Monarchen mit seinen Schwerfiguren. Nun war der Spatz in der Hand doch besser, als die Taube auf dem Dach und wurde schnell die Friedenspfeife angesteckt. 1,5 – 0,5

Eine typische Felix -Stellung wurde auf dem Brett serviert, wobei man nicht sagen konnte, wer eigentlich besser stand. Einige Figuren wurde abgetauscht und ein 3.Leichtfigurenendspiel entstand. Hier musste Felix gut auf seine Bauern aufpassen. Danach gab es kaum noch starke Gewinnversuche auf beiden Seiten. Die logische Konsequenz: Es wurde Remis vereinbart.
2,0 – 1,0

Eine sehr interessante Partie lief diesmal bei Matthias ab. Frei nach dem Motto „Wenn mein Gegner nichts droht, bleibt mein König in der Mitte stehen“. Die Figuren tänzelten auf beiden Seiten hin und her, ohne das wirklich etwas drohte. Doch dann schob sein Kontrahent die Bauern zu weit nach vorne und Matthias Springer konnte in die feindliche Stellung eindringen. Vor einem komplizierten Handgemenge konnte der Rattenfänger seinen König wegrochieren und mit einer herrlichen Kombination den Gegner mattsetzen.
3,0 – 1,0

Aus drei Schwarzpartien hatten wir 2,5 Punkte geholt. Was sollte nun noch schiefgehen? Wilfried hatte ein leicht besseres Endspiel auf dem Brett, Kai 1 – 2 Bauern mehr bei einer guten Stellung, Yannick eine interessante Stellung mit Chancen auf beiden Seiten und Igor ein Schwerfigurenendspiel im Remisbereich.

Am Spitzenbrett zeigte Wilfried eine schöne Partiebehandlung und verpasste seinem Gegenüber einen schwachen Bauern im Zentrum. Es tauschte sich einiges ab, bis ein gutes Turmendspiel entstand. In dieser Stellung konnte wenn überhaupt nur noch Willi gewinnen. Doch dann spielte das Schicksal einen bösen Streich mit uns. Der 30.Zug war auf dem Partiezettel fett markiert und Wilfried achtete nicht auf seine Bedenkzeit. Hopplahopp und schon war die Zeit überschritten. Mist.
3,0 – 2,0

Igor konnte schnell den gegnerischen Angriff abwehren und in ein ausgeglichenes Doppelturm/Damen Endspiel einlenkten. Hier sah es lange Zeit nach Remis aus, doch eine Ungenauigkeit reichte und sein König war im Mattnetz verfangen. 3,0 – 3,0

Yannick ließ einen gegnerischen Bauern bis nach h3 laufen. Nun war die Frage, wird der Bauer schwach werden oder der Sargnagel für seine Stellung? Im Mittelspiel hatte der Rattenfänger nicht immer die beste Antwort parat und so drangen feindliche Truppen in seine Stellung. Yannick musste zwei Türme gegen die Damen geben und der böse Bauer auf h3 wurde zum Freibauern. Nun hieß es ein Dauerschach finden, bevor sein König matt geht oder der Bauer durchläuft. Aber es gab keine Rettung.
3,0 – 4,0

Nun hing alles auf den gestählten Schultern unseres Mannschaftsführers Kai ab, ob wir noch ein Unentschieden erreichen konnten. Nach einer komplizierten Eröffnung konnte Kai einige Bauern auf die Habenseite bringen. Im Mittelspiel sah es lange Zeit gut aus, hatte Kai auch noch genug Bedenkzeit. Nach der Zeitkontrolle ging die Stellungskontrolle verloren. Die gegnerische Dame konnte die Bauern zurückgewinnen, ohne das der Rattenfänger dafür etwas bekam. Im Damen-/Turmendspiel spielte der Hausherr die Stellung solide herunter und konnte seinen Mehrbauern zum Sieg ummünzen.
3,0 – 5,0

Was für eine Pleite! Nach 3:1 Führung noch 3:5 verloren. Mit Schwarz 2,5 Punkte geholt, doch halt nur 0,5 Weißpunkte. Das muss nächstes Mal besser werden, wenn wir Zuhause auf Nordhorn-Blanke treffen. Sicher werden wir dann ein besseres Schach abliefern. Schließlich wollen wir nicht gleich in den Abstiegsstrudel reinkommen.

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