Pokalpleite in Wolfenbüttel

Von Lutz 7. Dezember 2015 2 Kommentare Mannschaftskampf, News, Pokal

C. Wolfenbüttel — Hamelner SV
FM Tonndorf, Matthias (2214) – Renner, Kai (2140)
Prof. Dr. Kraft, Karl-Heinz (2048) – van Son, Lutz (2076)
Klettke, Wolfgang (1869) – Jacobi, Felix-Hagen (2040)
Dörge, Sven (1973) – Koch, Yannick (1918)

Völlig erschöpft – nachdem wir schon am Tag zuvor bei der Niedersächsischen Blitzmannschaftsmeisterschaft angetreten waren – mussten wir dieser Mehrfachbelastung Tribut sollen.

Kai hatte aus der Eröffnung heraus tolles Spiel und drückte seinen Gegner in die Defensive. Sein Turm drang auf die gegnerische Grundreihe ein und die Hoffnung wuchs, dass wir am Spitzenbrett einen vollen Punkt einfahren könnten. Doch SF Tonndorf verteidigte geschickt, wehrte alle Angriff ab und konnte in ein besseres Endspiel für ihn abwickeln. In der Zeitnotphase unterliefen Kai dann auch noch ein zwei Ungenauigkeiten, sodass die Niederlage nicht mehr zu verhindern war.
0,0 – 1,0

Bei Felix war diesmal, bis auf einen überflüssigen Bauernzug nach a4, nichts an der Partie zu bemängeln. Gut entwickelt, alle Drohungen pariert. Nur dann sah er Phantome und riegelte die Stellung komplett ab. Sämtliche acht Bauern auf beiden Seiten verkeilten sich, dass es keine Lücke gab. Dann wurde 20 Züge weiter gespielt. Na ja, bis man sich doch auf Remis einigte.
0,5 – 1,5

Nun musste Yannick sein bestes Schach zeigen. SF Dörge griff tapfer am Königsflügel an. Es sah gefährlich aus, dennoch hatte es auch seine Schwäche, da der Damenflügel komplett unterentwickelt blieb. Der Hamelner konnte den Angriff locker abwehren und im Mittelspiel den geschwächten gegnerischen Damenflügel angreifen. Nun schien der volle Punkt in greifbarer Nähe zu sein. Yannick hatte mehrere Möglichkeiten in ein gewonnenes Endspiel abzuwickeln. Vielleicht waren es zu viele gute Möglichkeiten. Er griff fehl und ein komplett falscher Plan brachte die überraschende Wendung. Im Turmendspiel konnte der gegnerische Freibauer nur unter Opfer seines Turmes aufgehalten werden. Das Ergebnis: Verlust statt Gewinn.
0,5 – 2,5

Meine Partie verlief recht harmonisch – ich rochierte in den gegnerischen Angriff rein. So ein wenig Nervenkitzel ist schon etwas Feines. Mit einem schönen Sprengzug lockte ich die feindliche Dame auf ein schlechtes Fehler und konnte mit einer schönen Kombination, einen Bauern gewinnen, die gegnerische Bauernstruktur zerstören und zusätzlich noch die Damen tauschen. Alles verlief nach Plan. Danach wurde Material getauscht, ich drang mit meinen Turm in die feindliche Stellung ein, wehrte den Gegenangriff locker ab, tauschte den letzten Turm und gewann einen zweiten Bauern. Das entstandene Leichtfigurenendspiel mit zwei Mehrbauern war gewonnen. Und bis zum 37. Zug änderte sich nichts daran. Dann kamen im Prinzip vier ungenaue Züge und mein Gegner hatte tatsächlich die Remisklammer gefunden. Und das mit deutlich weniger Bedenkzeit – Respekt. So musste ich ins ungleiche Läuferendspiel abwickeln das nicht mehr zu gewinnen war. Zwar spielte ich noch einige Züge, doch nachdem meine Mannschaftskameraden fertig mit der Analyse der Partien waren, bot ich Remis an.
1,0 – 3,0

Was für ein schwarzes Wochenende für den HSV – erst mit einer Trümmermannschaft die Qualifikation zur Norddeutschen Blitzmannschafstmeisterschaft nicht geschafft und dann aus dem Pokal ausgeschieden. Nun können wir uns voll und ganz um die Landesliga kümmern. Na hoffentlich reicht das noch.


2 Replies to "Pokalpleite in Wolfenbüttel"

  • Dennis
    7. Dezember 2015 (10:31)
    Reply

    Schade, schade, schade. Aber dennoch vielen Dank für euren tapferen Einsatz an beiden Tagen! Dann ziehen wir in der Liga halt durch.

  • Yannick
    7. Dezember 2015 (11:36)
    Reply

    Das war leider sehr bitter.
    @Partie-Felix: Alles schnell verkeilt und das Remis war unausweichlich
    @Partie-Kai: Da war wohl mehr drin. So wie ich das mitbekommen wurden Stellung und Zeit im Laufe der Partie immer schlechter
    @Meine Partie: Mein Gegner hat direkt in der Eröffnung eine Bauernfront mit f5-g5-h5 gegen meine kurze Rochade aufgebaut, zu Unrecht. Der Spruch “Wenn sich dein Gegner nicht um seine Entwicklung kümmert, dann öffne schnell die Stellung” war mir wohl bewusst aber ich habe damit einen Zug zu lange gewartet. In der Eröffnung war da mehr für meinen Gegner drin. Das Mittelspiel habe ich gut behandelt, doppeltes Bauernopfer und sein Läufer c8 war eher ein Backertläufer. Bei der Realisierung des Vorteils habe ich dann zwei mal eine Gewinnabwicklung verpasst. Ganz am Ende habe ich nochmal richtig gepatzt, es war bis 1 Zug vor Aufgabe noch Remis, das war mir gar nicht bewusst.
    @Lutz-Partie: Meine Aufgabe hatte Lutz ganz schön geschockt. Danach war leider auch nicht mehr drin als ein Remis.

    Das ist leider nicht so schön.


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