Erste Mannschaft feierte nach dramatischen Kampf den ersten Saisonsieg

Von Lutz 26. November 2013 3 Kommentare 1. Mannschaft, Mannschaftskampf, News, Oberliga Nord West

Aus dem Tagebuch eines Mannschaftsführers…

Am dritten Spieltag fuhren wir nach Hannover zum Aufsteiger SF Hannover. Nach unseren beiden Nullnummern ging es für uns darum mit einem Sieg die Rote Laterne abzugeben. Dementsprechend waren wir motiviert. Da auch noch Adrian kurzfristig zusagen konnte, spielten wir in der gleichen Aufstellung der letzten Runden.

Die Aufstellung lautete:

Schachfreunde Hannover – Hamelner SV

1 Anhalt, Horst-Peter,Dr. – Bode, Wilfried
2 Liebau, Andreas – Schirm, Friedmar
3 Kaimer, Thomas – Renner, Kai
4 Ackermann, Dennies – David, Adrian
5 Kölle, Arthur – van Son, Lutz
6 Fritze, Bernd – Schmidt, Dennis
7 Gabriel, Uwe – Kaiser, Gerhard
8 Streich, Gerhard – Koch, Yannick

Wir hatten einen Elo-Schnitt von 2153, unsere Gegner von 2178. Doch wenn man auf die DWZ-Zahlen schaute, war der Vorsprung nicht mehr ganz so groß. Pünktlich fing der Wettkampf an.

Förmlich mit einem Paukenschlag begann der Wettkampf. Dennis musste gegen eine recht harmlos aussehende Eröffnung spielen. Doch der Schein trog. Die gegnerischen Figuren wurden langsam nach vorne geschoben und nach einer Unaufmerksamkeit brachen alle Dämme. Ein kurzer Karnickelfangschlag folgte und Dennis konnte zwischen Matt und Damenverlust aussuchen. 0,0:1,0

Nun meine Partie war wie eingeschlafene Füße. In der Partie fehlte die benötigte Schärfe. Wie Adrian später sagten: Wer Pizza Magerita bestellt, darf sich nicht wundern, das nichts auf der Pizza ist. Weise Worte. Daher einigte man sich schnell auf Remis. 0,5:1,5

Die Sorgenfalten des Mannschaftsführers vergrößerten sich dann, bei der Betrachtung von Yannicks Stellung. Leider unterliefen ihm in der Eröffnung und Mittelspiel zwei grobe Ungenauigkeiten, so dass seine Stellung sehr brüchig wurde. Die letzte Chance seine Stellung einigermaßen zu kitten wurde verpasst und nach einem Doppelangriff war die Partie gelaufen. 0,5:2,5

Nun lagen wir deutlich hinten und nur Adrian stand richtig gut. Die restlichen Partien waren im Ausgleich. Wobei Kai und Friedmar das Nervenkostüm ihres Mannschaftsführers arg strapazierten – da beide wieder viel Zeit verbraucht hatten.

Ein erstes Lebenszeichen kam dann von Adrian , der in der gesamten Partie nur auf ein Tor spielte. Der gegnerische Monarch wurde in der Mitte festgenagelt, dann rückten seine Streitkräfte nach vorne. Ein Qualitätsgewinn reichte dann im Endspiel aus, um auf 1,5:2,5 zu verkürzen.

Gerhard kam gut aus der Eröffnung raus und hatte ganz gutes Spiel. Der gegnerische Damenflügel war lahmgelegt worden und seine Figuren standen aktiv. Doch der entscheidende Gewinnplan wollte nicht kommen. Ein gegnerisches Remisangebot (beim Stand von 0,5:2,5) musste ich dann ablehnen. Doch im weiteren Verlauf wurde die Stellung nicht besser. Rechtzeitig bevor alle Dämme brechen, wurde doch die Punkteteilung vereinbart. 2,0:3,0.

Die letzten drei Partien mussten wieder die Entscheidungen bringen. Kai und Friedmar hatten einen Bauern mehr gehabt, doch es tobte eine wilde Zeitnotschlacht. Wilfried hingegen hatte eine bessere Stellung, doch sie war noch nicht gewonnen. Der Wettkampf würde knapp ausgehen.

Eine weitere interessante Partie spielte Friedmar, der ein wenig gedrückt aus der Eröffnung herauskam. Der Gegner verkomplizierte die Stellung und schickte seine beiden Zentrumsbauern zu einer Kamikazemission. Die Zeit tickte unbarmherzig runter und die letzten 10 Züge musste Friedmar nur mit seiner Bonuszeit spielen. Immer wieder stand nach seinem Zug – 0.35, 0,31, 0,39 …… – Minuten auf dem Uhrendisplay. Mir schwante böses. Ein lauter Aufschrei „Zeit“ hallte durch den Raum…….. Sein Gegner hatte tatsächlich die Zeit überschritten. Puhhhh… das war knapp gewesen. 3,0:3,0.

Am Spitzenbrett spielte diesmal Wilfried eine starke strategisch geprägte Positionspartie. Hier mal einen Bauern nach vorne geschoben – da mal einen Läufer. Viel zu hoch für mich. Doch Wilfried schaffte es immer wieder kleinere Vorteile für sich zu erzielen, bis ein besseres Läuferendspiel auf dem Brett entstanden war. Hier überzeugte er mit gutem Sitzfleisch und konnte seinen Gegenüber mit dem Läuferpaar matt setzen. 4,0:3,0

Nun schauten alle auf Kai’s Partie. Der Hamelner hatte eine schöne aktive Variante gewählt und setzte seinen Gegner unter Druck. Figuren wurden getauscht und das Endspiel rückte immer näher. Nun drangen zwei Figuren in die gegnerische Stellung ein und Kai konnte einen Bauern gewinnen. Sämtliche Figuren wurden getauscht und ein Bauernendspiel mit einem Mehrbauern entstand. Da hatte Kai selbst in Zeitnot durchaus den richtigen Weg gefunden. Nun konnte die Partie nicht mehr verloren gehen. Oder doch? Klar, schließlich spielen wir mit Zeit. Natürlich reichte ein Remis zum Sieg, doch Kai spielte auf den vollen Punkt. Es gab da ein zwei genaue Züge die Kai spielen musste. Beide holten sich eine Dame – doch Kai hatte eine Dauerschachvariante zu spät gesehen – so endete auch diese Partie Remis. 4,5:3,5.

Waren in der letzten Saison die Fahren ein einzigartiges Erlebnis gewesen, so sind diese Saison die Spielverlauf des Wettkampfes spektakulär. Mit dem Sieg haben wir das Tabellenende verlassen und dem SF Hannover die rote Laterne in die Hand gedrückt. Die wollen wir auch nicht mehr zurück haben.

Eine lustige Anekdote gab es natürlich noch während des Wettkampfes. Nach knapp 4 Stunden – also nach der ersten Zeitkontrolle – liefen drei Uhren nicht mehr weiter bzw. es wurde keine Bonus-Zeit zur Bedenkzeit hinzugefügt. Einige Spieler waren darüber (verständlicher Weise) nicht sonderlich erfreut. Des Rätsels Lösung war einfach: Die Uhren waren nicht auf den korrekten Modus eingestellt, was aber prompt vom Schiedsrichter behoben wurde, um den weiteren Partieverlauf nicht zu gefährden. Für den nächsten Mannschaftskampf wissen jetzt zumindest alle, was zu tun ist – Modus 17 ist nicht korrekt.


3 Replies to "Erste Mannschaft feierte nach dramatischen Kampf den ersten Saisonsieg"

  • Uwe
    28. November 2013 (17:12)
    Reply

    Hallo Lutz,
    kleiner Kommentar aus Hannover: Der Schiedsrichter hatte die Uhren für Brett 1-5 gestellt, allerdings offenbar ebenfalls auf Modus 17.

    Vielleicht magst Du Deinen Bericht dahingehend überarbeiten und meinen “Beitrag” dann ggf löschen, wer weiß?!

    Viele Grüße
    Uwe

  • Dennis
    28. November 2013 (17:29)
    Reply

    Hi Uwe. Danke für deine Anmerkungen. Wir “entschärfen” das Ganze mal ein wenig…

  • Lutz
    29. November 2013 (09:17)
    Reply

    Sorry für meine erste fehlerhafte Version – hatte sich anders angehört.


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