DBMM 2015 in München – dabei sein ist fast alles

Von Lutz 2. Juni 2015 3 Kommentare News

Aus dem Tagebuch eines Mannschaftsführers:

Zum vierten Mal in seiner Geschichte hatte sich der Hamelner SV zu einer Deutschen Mannschaftsblitzmeisterschaft qualifiziert. Diesmal in München, na bravo.

Als erstes ging es darum, 4 bis 5 Spieler für diese Veranstaltung zu finden. Das ging erstaunlich schnell – die vier Spieler, die bei der NDBMM mitgespielt hatten, sagten mir zu. Andere hatten keine Zeit oder Lust. So spielten wir mit der gleichen Mannschaft wie in Berlin – Wilfried, Adrian, Kai, Dennis und meiner einer.

Die Vorbereitung

Ein kurzer Blick auf den Routenplaner zeigte mir, dass die Tour ca. 6,5 Stunden dauern würde. Bei einer ausgeschriebenen Startzeit von 11 Uhr würde das eine Nachtfahrt werden. Das konnte nicht im Sinne des Erfinders sein. Also mussten wir schon einen Tag vorher, am Freitag, anreisen. Daher kurz bei den Hotel nachgesehen. Huiuiui – ja, so eine Großstadt ist ziemlich teuer. Gab es den keine bessere und billigere Möglichkeit für uns? In buddhistischer Ruhe überlegte ich mir die Möglichkeiten und blickte auf die Deutschlandkarte. Mhhh … Würzburg lag auch in Bayern … Würzburg da war doch etwas? Genau, Dennis wohnt ja in Würzburg. Also kurz mal Dennis angefunkt und nachgefragt, ob wir eine Nacht bei ihm verbringen könnten. Na klar ging das – prima, schon wieder Geld gespart. Von Würzburg war es nur noch ein Katzensprung nach München. Lächerliche 280 km – das würde ich locker in 2,5 Stunden schaffen. Danach wurden die anderen Spieler informiert. Kai würde ich in Hameln einsammeln, Adrian wollte Verwandte in Süddeutschland besuchen und daher direkt fahren. Wilfried hatte eine Veranstaltung / Betreuung vom Blindenschachbund in der Nähe von Kassel. Vom dortigen Bahnhof würde ich ihn abholen können. Dennis wusste Bescheid – alles prima. Alle wichtigen Daten wurden notiert und an alle versendet.

Die Anreise

Am Freitag um 14 Uhr holte ich dann Kai ab. Gut ich musste ihn einmal anrufen, weil seine Klingel nicht funktionierte. Aber dafür hatte ich ja auch mein Handy dabei. Die lustige Fahrt in Richtung Kassel startete. In knapp 2 Stunden waren wir in Kassel und musste den richtigen Eingang vom Bahnhof finden. Das erwies sich doch schwieriger als erwartet. Nach 10 Minuten konnten wir Wilfried aber dennoch einsammeln. Und die Fahrt ging weiter. Nun berichtete Kai, was für eine Erwartung er an unsere Mannschaft hatte. Er hätte eine Superform haben und bei uns würde eine normale Form reichen, um unter die ersten 10 zu kommen. Wie können Menschen nur ein so schlechtes Gedächtnis haben oder anderes gesagt: Kai ist und bleibt ein unverbesserlicher Optimist. Hatte Kai unser und vor allem sein letztes Abschneiden in Aachen (DBMM 2012) vergessen? Die heftigen Einschläge von der letzten DBMM hatte ich noch sehr gut in Erinnerung. Es wurde eine lustige Fahrt und Kai gab uns hin und wieder Kostproben seiner Gesangskunst. Spätestens nach dem dritten Versuch vom „Goldenen Reiter“ war ich soweit Kai für die nächste DSDS-Staffel anzumelden.

Kurz nach 18 Uhr kamen wir in Würzburg an. Schnell den Wagen geparkt und mit unseren Gepäck die Wohnung von Dennis gestürmt. Wow – schicke Wohnung, schicke Wohngegend, toller Ausblick. Das gefällt mir. Den mitgebrachten Rotwein Dennis in die Hand gedrückt und dann schnell Essen gefahren. Dennis gab uns eine kurze Stadtführung – wow, Würzburg ist eine schöne Stadt. Beim gemütlichen Essen wurde viel gelacht und die Pläne für Samstag geschmiedet. Die darauf folgende Nacht war dann doch kürzer als gedacht. Wilfried hatte in der Nacht den halben Amazonas gerodet.

Am nächsten Morgen wurde beim Bäcker gefrühstückt und schon ging es auf die letzte Strecke unserer Tour – nach München. Der Beginn unserer Autobahnfahrt verlief ohne besondere Vorkommnisse. Dann regnete es extrem heftig, so dass ich unter 100 km/h fahren musste. Das veranlasste Kai wieder zu singen. Passend dazu kam im Radio Tokio Hotel „Durch den Monsum“. Aber keine Naturgewalt konnte meinen roten Blitz aufhalten und nach 30 Minuten war wieder strahlender Sonnenschein kurz vor München zu sehen.

Das Turnier begann

Wir spielten in einem kleineren Vorort (Garching) bei München. Da wir deutlich vor der berechneten Zeit angekommen waren, konnten wir ruhig den Wagen parken und locker zum Spiellokal gehen. Die Mannschaft wurde angemeldet und wenige Minuten später kam auch Adrian. Perfekt wir waren komplett und würden in folgender Aufstellung spielen.

1. Wilfried
2. Kai
3. Dennis
4. Adrian (Mädchenbrett)

Als Ersatzmann trug ich mich ein. Mit einem ELO-Schnitt von 2200 lagen wir an 24. Stelle von 26 Teilnehmern. Ich ahnte Übles – doch Kai war weiterhin Optimist und machte sich über einige „Dorfvereine“ lustig. Dass einige dieser „Dorfvereine“ dann doch mit einem GM spielen würde, erwähne ich zu diesem Zeitpunkt nicht. Das Turnier begann.

Während die „Glorreichen Vier“ spielten, notierte ich fleißig die gegnerischen Aufstellungen. Es waren 13 GMs anwesend. Dazu noch knapp 20 IMs und eine Menge FMs. Insgesamt war das schon eine starke Besetzung, wenn gleich es damals in Aachen noch ein Stückchen heftiger war. Die Turnierfavoriten waren Bayern München, SF Berlin und Solingen. Das Trio hatte einen ELO–Durchschnitt von deutlich über 2400.

Und so sollte alles seinen Lauf nehmen. Schon in der zweiten Runde bekamen wir unsere erste 0:4 Bestrafung und befanden uns am Tabellenende. Die Härtung durch das Stahlbad ging weiter und schon bald konnten wir unseren ersten Wettkampf gewinnen. Platz 22 war später unsere beste Platzierung. Bis zur Mittagspause zeigte dann Adrian eine sehr starke Leistung und konnte 6 Partien in Folge gewinnen. Das war ungefähr der Zeitpunkt, bei dem Adrian fast so viele Punkte wie der Rest der Mannschaft erzielt hatte. Die „Rückrunde“, so nannte Kai die 2. Hälfte nach der Mittagspause, würde leichter werden. Aber Kai täuschte sich erneut. Zwar schafften wir es, dass wir insgesamt nur 2x mit 0:4 verloren (Wilfried sei gedankt, dass er einigen GMs ein Remis abknüpfen konnte).

In den letzten fünf Runden sollte ich dann für Adrian einspringen. Dennoch konnten wir nur insgesamt 14 Mannschaftspunkte sammeln und landeten auf den 23. Platz. Ein oder zwei Plätze besser wären durchaus drin gewesen.

Wilfried konnte gute 10,5 Punkte /25 sammeln.
Kai musste mit 5 Punkten /25 zufrieden sein
Dennis blieb knapp unter seinen angestrebten 10 Punkten und erzielte 9 Punkte /25
Adrian holte aus seinen 20 Partien sehr gute 8 Punkte
Und ich holte ebenfalls 40% und machte 2 Punkte aus den letzten 5 Runden.

Sieger wurde Bayern München vor SF Berlin und Solingen. Komisch, dass waren auch die Mannschaften, die den besten ELO –Schnitt hatten.
Hier die Seite des DSB mit der kompletten Tabelle und den Einzelergebnissen.

Nach der Siegerehrung, brachte ich dann Dennis, Wilfried und Kai nach Hause und erreichte auch mein schönes Heim um kurz nach 00:30 Uhr.

Insgesamt betrachtete war es wieder ein sehr gut besetztes Turnier mit starken Gegner und tollen Partien. Kai brachte es zum Schluss auf den Punkte – Für nächstes Jahr gibt es zwei Ziele: Aufstieg in die Oberliga und wieder bei der DBMM mitspielen. Na dann strengt euch mal an.


3 Replies to "DBMM 2015 in München – dabei sein ist fast alles"

  • Dennis
    2. Juni 2015 (15:55)
    Reply

    Danke für den Bericht Lutz. Es war in der Tat ein hartes Teilnehmerfeld, durch das wir uns kämpfen mussten.

    In Würzburg seid ihr übrigens jederzeit willkommen! Vielen Dank auch noch einmal an dich, dass du uns sicher von Wü nach M und zurück gebracht hast – die anderen ja noch ein Stück weiter.

    Die Ziele habe ich mir notiert!

  • Lutz
    2. Juni 2015 (18:48)
    Reply

    Hier noch der Link vom gastgebenden Verein.

    http://www.schachclub-garching.de/index.php?option=com_k2&view=itemlist&layout=category&task=category&id=110&Itemid=1124

    Da kann man noch weitere Informationen bekommen.

  • Yannick
    3. Juni 2015 (06:54)
    Reply

    Um mit Lutz’ Worten, aber mit der Erfahrung von Gerd K. zu sprechen: Das Abroden des Amzazonas ist gar nicht das schlimme. Vielmehr hat man Angst, dass das Abroden nach einer Pause wieder losgeht. Scherz beiseite…Toller Bericht zum schmunzeln. Dass unser Verein auf Deutschlandebene mitblitzen darf ist eine Ehre und ihr habt uns gut vertreten.


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