Aus dem Tagebuch eines Mannschaftsführers

Von Lutz 12. November 2012 7 Kommentare News

T – 10 Tage:
Habe mit Friedmar vereinbart, dass wir ihn vom Oldenburger Bahnhof abholen. Sehr gut, ein Problem weniger.

T – 9 Tage:
In einer fröhlichen Runde sagen Kai und Dennis ihre Teilnahme zu. Sauber – sind schon mal zu Viert.

T – 7 Tage:
Habe Adrian erreicht, soll ihn in Minden abholen, gut. Igor spielt auch, werde ihn in Hessisch Oldendorf abholen. Passt ja, wenn wir in Richtung Minden fahren. Reinhardt hat leider abgesagt. Ersatz muss her. Lutz nicht erreicht, auch an sein Handy geht er nicht ran. Ups – alte/falsche Handynummer.

T- 6 Tage:
Neue Handynummer von Lutz bekommen, Lutz erreicht, er spielt. Klasse! Wilfried erreicht – klappt auch. Er möchte am Samstag vorher ein Training abhalten. Noch besser, kann ich wieder etwas lernen. Alle Spieler noch mal gezählt: Wilfried, Friedmar, Kai, Adrian, Dennis, ich, Igor und Lutz. Acht Mann! Jetzt kann nichts mehr schiefgehen.
Nachtrag: Kai erinnert mich, dass er nicht mitfahren kann, wenn er Vater wird. *grummel* Wer soll dann spielen? Stephan angerufen – erste Frage “Wohin geht es?” Na klasse. Kurz die Notsituation erklärt. Stephan sagt sofort zu. Super wenn man sich auf seine Mitstreiter verlassen kann. *grübbel* Was war noch? Ups… wir haben nur ein Auto, wenn Kai ausfällt. Wer hat noch ein Auto von meinen Mitspielern. Kurz an einer Hand abgezählt… Keiner. Brauche neunen Input. Kurt angerufen. Autovermietung – na warum bin ich nicht darauf gekommen? Kurt kümmert sich. Klasse Vorsitzenden haben wir.

T – 5 Tage:
Training… läuft sehr gut, die Kinder lernen fleißig. Keine Absage – ich bin bereit.

T – 4 Tage:
Kurt hat einige Möglichkeiten aufgetan. Wusste gar nicht, dass wir so viele Autovermietungen haben. Er schlägt vor, dass ich vielleicht einen Siebensitzer mieten soll. *grübel* Besteht eine Mannschaft nicht aus 8 Spielern? Na dann muss eben jemand mit der Bahn fahren. Stimmt ja, Dennis wollte eh mit dem Zug zurück nach Würzburg. Klappt ja doch!

T – 3 Tage:
Adrian meldet sich. Wir brauchen ihn nicht aus Minden abholen, er kommt zum Treffpunkt. Noch ein Problem weniger.

T – 2 Tage:
In einer fröhlichen Runde sprechen Dennis, Kai, Oliver und ich über den Mannschaftskampf. Es kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen. Kurt ruft an. Wir einigen uns, dass der Feinschliff am morgigen Training getätigt wird.

T – 1 Tag:
Klasse Training. Kai läuft zur Höchstform auf. Kennt er die Aufgaben oder ist er einfach nur besser geworden? Sonderlob von Wilfried. Fehlt nur noch, dass die Kinder aufstehen und klatschen. Das Training zeigt mir, wie schlecht ich bin. *Geistige Notiz* Mehr üben!
Kai signalisiert, dass er morgen spielen wird, notfalls stellt er seinen Wagen zur Verfügung. Sehr nett! Der Mietwagen braucht nicht bestellt werden. Spart dem Verein Geld. Kurt spricht mich wegen Wilfried an, der muss am Sonntag von Gerhard zuhause abgeholt werden. Nach kurzem Gespräch sagt er mir zu, dass er Wilfried abholt. Ein Problem weniger.

T – 4 Stunden:
Quäle mich aus dem Bett – jetzt aber schnell, um 8 Uhr ist Abfahrt.

T – 3 Stunden 15 Minuten:
Husch ins Auto rein – in 10 Minuten bin ich am Treffpunkt. Was kann jetzt noch schief gehen?

T – 3 Stunden 10 Minuten:
Am Treffpunkt ist nur Dennis. Wo sind die Anderen? Ich hatte doch 8 Uhr gesagt. 8 Uhr Abfahrt!!! Dennis fragt mich, ob ich Wilfried abgeholt habe? Erstes Fragenzeichen erscheint auf meiner Stirn. Wieso? Kurt holt ihn doch ab. Dennis beichtet mir, dass er gestern Kurt gesagt hat, dass er Willfried nicht abholen brauch. Wir holen ihn ab. WIR? Wer bitte ist WIR? Bin kurz davor Dennis zu würgen. Wer soll Willfried abholen? Dennis hat diesbezüglich mit Kai gesprochen. Kai kommt 7:59 Uhr am Treffpunkt an – kein Wilfried dabei. Um 8:00Uhr kommt Adrian. Kurzer Zwischenstand: 4 Spieler + Igor abholen + Friedmar abholen. Da fehlt doch noch etwas. Kurz mal die Mitspieler zur Schnecke gemacht und neuen Plan aufgestellt. Nehme Adrian mit, hole Igor und Friedmar ab und dann schnell zum Spiellokal. Dennis und Kai warten auf Lutz und fahren dann zu Gerhard. 8:07 Uhr – Lutz ist immer noch nicht da. *grummel* Fahre los, in 8 Minuten muss ich in Hessisch Oldendorf sein.

T – 2 Stunden 45 Minuten:
Neuen Rekord aufgestellt – in 8 Minuten von Hameln nach Hessisch Oldendorf gefahren und Igor eingesammelt. Jetzt Richtung Autobahn. Was kann nun noch passieren?

T – 2 Stunden:
Radiodurchsage – Bombenentschärfung in Osnabrück. Autobahn wird ab 10 Uhr komplett gesperrt. Mist – erst mal Gas geben.

T – 1 Stunde 30 Minuten:
Osnabrück gerade passiert. Puhhh das war knapp ….. Wird es Kai noch schaffen?

T – 35 Minuten:
In Oldenburg angekommen – jetzt den Bahnhof finden. Schlechte Beschilderung in Oldenburg – wo ist bloß der Bahnhof?

T – 30 Minuten:
Bahnhof gefunden, Einfahrt gefunden, Friedmar nicht da. Wo ist Friedmar? Kurzer Handyanruf. Friedmar ist da – steht am anderen Bahnhofeingang. Igor und Adrian suchen ihn.

T – 20 Minuten:
Alle Mann an Bord. Nun aber schnell – in 5 Minuten muss ich die Mannschaftsaufstellung abgegeben haben.

T – 14 Minuten:
Unterwegs haben wir schon die anderen Vier gesehen. Haben also doch noch Wilfried rechtzeitig abgeholt. 30 Minuten später losgefahren und trotzdem vor mir angekommen. Wie schnell ist Kai wieder gefahren? Schiedsrichter die Mannschaftsaufstellung gegeben. Puhhh….. hat ja alles geklappt.

T – 5 Minuten:
Alle Handys abgeschaltet – Kai hat sein Handy dem Schiedsrichter gegeben. Die Uhren werden noch gestellt.

T – 0 Minuten:
Es geh los!

T + 30 Minuten:
Vorbereitung hat geklappt – mit der Eröffnung kann man leben. Die anderen stehen auch noch in Ordnung.

T + 45 Minuten:
Mhh…. irgendetwas läuft hier nicht so, wie ich es möchte. Stehe komisch, aber das kann ich noch locker halten.

T + 60 Minuten:
Alles im grünen Bereich, werde mal Remis anbieten.

T + 61 Minuten:
Wie kann man die Stellung mit nur einen Zug nur so misshandeln? Stehe grottig.

T + 75 Minuten:
So muss sich der Gegner von Klitschko gefühlt haben. Aua – tut die Stellung weh.

T + 120 Minuten:
Fühle mich wie Lazarus – bin von den Toten wieder auferstanden.

T + 180 Minuten:
Gegner zwingt mich zur 3fachen Stellungswiederholung – gut, den halben Punkt nehme ich gerne. Adrian, Kai und Dennis haben auch schon alle Remis gemacht. Friedmar steht schlecht, Lutz verdächtig, Igor steht sehr aktiv, Wilfried steht ein wenig besser.

T + 240 Minuten:
Igor hat seine Partie gewonnen – saubere Leistung. Friedmar verwaltet eine Trümmerstellung, Wilfried hat einen Bauern gewonnen, Lutz hat gezaubert – hat ein leicht besserer Endspiel bekommen.

T + 260 Minuten:
Wilfried hat mit einer Springergabel die Partie gewonnen – da sind die 4 Punkte.

T + 280 Minuten:
Der Gegner von Lutz hat das Remis angeboten – wenn Lutz gewollt hätte, wäre sogar ein Gewinn möglich gewesen. Juhu! 4,5 Punkte. Sieg!

T + 300 Minuten:
Die Qual hat ein Ende – Friedmar hat durch Zeitüberschreitung verloren . Trotzdem haben wir 4,5 zu 3,5 gewonnen. Wow!

T + 301 Minuten:
Kai möchte in die 2.Bundesliga aufsteigen.

T + 5 Sunden 2 Minuten:
Allgemeine Heiterkeit und Schulterklopfen ist angesagt. 3 Mannschaftspunkten aus zwei Spielen, mit denen ich vor der Saison nicht gerechnet habe.

T + 5 Stunden 30 Minuten:
Spieler werden auf die Autos verteilt. Nehme Igor, Lutz und Adrian mit. Muss wieder über Osnabrück fahren, da Adrian nach Minden gebracht werden muss. Kai nimmt Dennis, Wilfried und Friedmar mit. Schafft das sein Auto? Dennis wird ja nur zum Bahnhof gebracht. Dann sollte doch alles klappen.

T + 5 Stunden 45 Minuten:
Radiodurchsage – Oldenburger Bahnhof ist bis morgen früh gesperrt – Zugunfall – Trafostation defekt. Mist – muss Dennis in Oldenburg übernachten?

T + 6 Stunden 15 Minuten:
Kurt angerufen – Ergebnis durchgegeben – Kurt ist zufrieden.

T + 6 Stunden 30 Minuten:
In Höhe Bramsche meint Adrian, dass er einen tollen Weg in Richtung Minden kennt. Soll nächste Abfahrt runterfahren. Navi sagt etwas anderes. Vertraue auf Adrian. H96 beginnt das Sonntagsspiel.

T + 6 Stunden 55 Minuten:
Wo bin ich hier – ein unbekanntes Dorf folgt dem nächsten – die Nacht bricht herein. Tor in Stuttgart – Mist 1:0 für Stuttgart.

T + 7 Stunden 10 Minuten:
Sind wird schon da? Nein. Minden in weiter Ferne. Habe Bedenken, ob dass die beste Entscheidung war. Tor in Stuttgart Mist – 2:0 für Stuttgart.

T + 7 Stunden 20 Minuten:
Wir sind angekommen – Adrian abgeliefert – nun wieder in Richtung Hameln fahren. H96 liegt zur Pause 0:2 hinten.

T + 7 Stunden 35 Minuten:
Lutz kennt eine tolle Route nach Hause – traue dem Braten nicht – schalte Navi ein – der kennt den Weg besser. – Tor in Stuttgart – 2:1 ein Hoffungsschimmer

T + 7 Stunden 45 Minuten:
Sind wieder auf der Autobahn – Klasse – Tor in Stuttgart – 2:2 scheint ein tolles Spiel zu sein.

T + 7 Stunden 50 Minuten:
Tor in Stuttgart – 2:3 H96 hat das Spiel gedreht – scheint heute ein richtig guter Tag zu werden. Fangesänge im Auto.

T + 7 Stunden 55 Minuten:
Igor abgesetzt. Tor in Stuttgart – 2:4 – Oh wie ist das schön……. Fangesänge gehen weiter.

T + 8 Stunden 5 Minuten:
Lutz in Hameln abgesetzt – nun Richtung Heimat – H96 siegt mit 4:2 – Klasse.

T + 8 Stunden 15 Minuten:
Home sweet home!

T + 8 Stunden 16 Minuten:
Erst mal Dennis anrufen – sitzt im Zug – Gott sei gedankt – Schiedsrichter hat Kai vorher gesagt, dass der Oldenburger Bahnhof gesperrt war – guter Mann – sind gleich nach Hannover gefahren. Hat alles geklappt – bin froh.

T + 8 Stunden 18 Minuten:
Kai angerufen – ist heile angekommen – alles klar – ist immer noch kein Papa geworden – alle Aufregung umsonst – erst mal durchpusten.

T + 8 Stunden 20 Minuten:
Kurt anrufen – Erlebnisbericht durchgegeben. – alle sind fröhlich.

T + 8 Stunden 30 Minuten:
Endlich etwas zu essen – muss mich entspannen. Bin heute einige Jahre gealtert.

Am nächsten Morgen:
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel – Termin gesetzt – T – 13 Tage


7 Replies to "Aus dem Tagebuch eines Mannschaftsführers"

  • Rafael
    12. November 2012 (16:15)
    Reply

    Herrlich!

  • Stephan
    12. November 2012 (19:49)
    Reply

    Ich weiß gar nicht was Du hast – der alltägliche Irrsinn eines Mannschaftsführers

    Gratuliere zum Erfolg in Oldenburg!

  • Andreas Helmer
    12. November 2012 (19:04)
    Reply

    Erfrischender Erlebnisbericht. Wir brauchen mehr solcher Berichte. Vielleicht werden wir damit auch den Grimme-Preis gewinnen

  • Yannick
    12. November 2012 (19:17)
    Reply

    Und da sag einer mal ich oder Robin wären unpünktlich

  • Dennis
    12. November 2012 (22:22)
    Reply

    Schöne Zusammenfassung… Dass du mir an die Gurgel gehen wolltest, habe ich gar nicht gemerkt.

  • Lutz
    13. November 2012 (08:01)
    Reply

    So habe den Bericht vervollständigt – ja Dennis das war reine Selbstbeherrschung.
    Habe mal nachgesehen – das ist tatsächlich der beste Saisonstart seit Jahren, nein Jahrzehnten. Danach waren wir tatsächlich aufgestiegen.

  • Dennis
    18. November 2012 (18:36)
    Reply

    Der nächste Kampf wird dann ja total entspannend für dich – zuhause und keiner muss großartig abgeholt und weggebracht werden…


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