Aufstiegssekt kann schon kalt gestellt werden – Hameln bezwingt Rinteln

Von Lutz 24. November 2016 2 Kommentare 1. Mannschaft, Landesliga Süd, Mannschaftskampf, News

Aus der Gedankenwelt eines Schachspielers…

Wieder wurde ein schöner Sonntag genutzt, um Schach zu spielen. Diesmal hatten die Rattenfänger die starken Aufsteiger aus Rinteln zu Gast. Mit der Aufstiegseuphorie und der nominell zweitstärksten Mannschaft der Landesliga sollte ein spannender Wettkampf beginnen. Beide Mannschaft hatten an vier Brettern die DWZ-Oberhand, obwohl ich ja immer wieder sage: “Die DWZ spielt kein Schach.”

Die Aufstellung lautete:

Hamelner SV – SK Rinteln
1 FM Bode, Wilfried (2295) – (2315) IM Plischki, Sebastian
2 van Son, Lutz (2110) – (2151) Gerland, Felix
3 Renner, Kai (2077) – (2010) Liebelt, Jannik
4 Schmidt, Dennis (1969) – (2089) Rehbein, Detlef
5 FM David, Adrian (2168) – (1941) Edling, Jörn
6 Dr. Gerstmann, Frank (2086) – (1863) Aldag, Thomas
7 Koch, Yannick (1932) – (2095) Raupach, Philipp
8 Belov, Igor (2066) – (1801) Alsleben, Moritz

Yannick hatte es mit einem DWZ-Schwergewicht an Brett 7 zu tun. Doch ließ sich Yannick nicht von der Zahl blenden und spielte mutig auf. Nach und nach verbesserte sich seine Stellung, so dass er auch das Remisangebot seines Gegner ablehnen konnte. Immer wiederbohrte Yannick in der Stellung, doch die Verteidigung hielt. So nahm er den halben Punkt mit und wir hatten einen gelungenen Start.
0,5:0,5

Das war eigentlich nur ein Spiel auf ein Tor. Adrian war in dieser Partie in allen Belangen seinem Gegenüber überlegen. Angriff im Zentrum, Damen- und Königsflügel, überall tummelten sich seine Streitkräfte. Irgendwann war es dann zu viel und sein Gegner gab den vollen Punkt ab.
1,5:0,5

Ein echtes Highlight spielte sich dann am Spitzenbrett ab. Wilfried und IM Plischki schonten sich nicht und entzündeten ein wahres Angriffsfeuerwerk ab.Zwischenzeitlich hatte ich meine Bedenken bei Willi, doch mit sicherer Hand konnte er alle Gewinnversuche unterbinden und rechtzeitig seinen Gegenangriff starten. Zum Schluss einigte man sich friedlich auf Remis – wohlverdient für beide Spieler.
2,0:1,0

Eine Vorentscheidung fiel dann, als Dennis seinen kleinen Vorteil immer weiter ausbauen konnte und mit seiner Dame ins feindliche Lager eindringen konnte. Sein Gegner füllte sich genötigt einige Bauern zu opfern. Doch seine Stellung wurde nicht besser. Dennis wickelte es geschickt ins Schwerfigurenendspiel mit 3 Mehrbauer ab und gewann den vollen Punkt.
3,0:1,0

Ein Wechselbad der Gefühle musste ich leider hinnehmen. Erst dachte ich, dass ich gut aus der Eröffnung raus gekommen bin. Dann überspielte mich mein Gegner am Damenflügel und schnürte meine Figuren förmlich ein. Nach einen Springertausch konnte ich den Druck wieder komplett abbauen und dann mit einer Springergabel eine Qualität zu gewinnen. Unverschämterweise wurde mein Remisangebot nicht angenommen und mein König musste sich einem Angriff der beiden Läufer und Dame erwehren. Meine wenige Bedenkzeit hat dann mir einen dicken Strich durch meine Rechnung bwz. Stellung gemacht. Also diesmal habe ich wirklich schlecht verteidigt und schnell verlor ich erst einige Bauern und dann den König. Starker Angriff – schwache Verteidigung.
3,0:2,0

Den alten Abstand stellte dann wieder Frank her. Nach einem wilden Handgemenge hatte Frank ein besseres Endspiel auf dem Brett gehabt und gewann einen Bauern. Sein Gegner opferte dann seine Leichtfigur für einige Bauern. Doch Frank hatte das Endspiel gut berechnet gehabt oder er hat ein gutes Bauchgefühl. Der gegnerische Bauer erreichte die vorletzte Reihe, was aber nicht zu schlimm war, da sein König auf Matt gestellt wurde. Aufgabe und
4,0:2,0

Die letzten beiden Partien sahen sehr unterschiedlich aus. Bei Igor machte ich mir wenig Hoffnung mit der Minusfigur und Kai hatte ein remises Doppelturmendspiel auf dem Brett gehabt. Da sollte doch nichts schiefgehen.

Igor hatte seine typische Kuddelmuttel-Stellung auf dem Brett gehabt. Etliche Bauern ineinander verkeilt. Doch sein Königsflügel sah nicht wirklich gut aus. So füllte sich Igor genötigt eine Figur gegen zwei Bauern am Damenflügel zu opfern. Sollten diese Freibauern das Spiel noch wenden können? Nach einem großen Abtausch war die Stellung eigentlich hoffnungslos aus. Die beiden Freibauen konnten einfach blockiert werden. Die die rasch abnehmende Zeit seines Gegner war vielleicht dann der entscheidende Faktor. Oder wie man sagt, manchmal ist die Drohung viel stärker als die Ausführung. Nach einem Läuferzug und der möglichen Drohung seinen Bauern weiter nach vorne zu schieben bot mal Igor Remis an. Also wie man es verteidigen konnte, war durchaus ersichtlich, doch sein Gegner nam die Punkteteilung an. Puh,….. Schwein gehabt.
4,5:2,5

Nun konnte Kai beruhigt aufspielen. Am Anfang wollte keine der beiden Seiten einen richtigen Vorteil herausspielen. Es wurde ins Doppelturmendspiel abgewickelt, dass sehr remisverdächtig aussah. Aber sein Gegner musste etwas riskieren, da seine Mannschaft schon hinten lag. Das wiederum nutze Kai für einen schönen Bauerngewinn. Die restliche Abwicklung des Endspieles war sehr hübsch gewesen, der volle Punkt die gerechte Belohnung.
5,5:2,5

5,5:2,5 war zum Schluss doch ein wenig hoch gewesen. Da haben wir das nötige Glück gehabt. Und wie Kai schon sagt, können wir den Aufstiegssekt schon mal kaltstellen. Sagt schließlich auch das Schachorakel. Und dass hatte uns ja schließlich in den vergangenen Jahren immer als Aufsteigsfavorit gehandelt und leider immer falsch gelegen. Doch dieses Jahr nicht. Nächstes Mal geht es nach Wolfenbüttel, die auch eine sehr starke Mannschaft habe. Danach sehen wir bestimmt klarer.


2 Replies to "Aufstiegssekt kann schon kalt gestellt werden - Hameln bezwingt Rinteln"

  • Dennis
    24. November 2016 (10:34)
    Reply

    Schöner Bericht, Lutz. Besten Dank dafür. Die Tabellen habe ich auch bereits aktualisiert.

  • Yannick
    24. November 2016 (10:49)
    Reply

    Ich finde den Titel etwas provokant, immerhin sind es noch 7 Spieltage. Bitte lasst uns diese doch erstmal hinter uns bringen bevor wir große Töne spucken.

    Ich selbst hatte überhaupt keine Ahnung von der DWZ meines Gegners, hat mich auch nicht wirklich interessiert.
    Mich hat das Remis etwas geärgert, es war aber am Ende leider dünne Suppe und mein Name ist ja auch nicht MC (obwohl das ja auch nichts mehr zu sagen hat wie wir sehen mussten).

    Ich musste mir dann von zwei schachlichen Schwergewichten erklären lassen, wie ich mich denn hätte besser aufbauen sollen um vielleicht noch mehr Druck auf den weißen Spieler aufzubauen (der meiner Meinung nach aus der Eröffnung heraus darauf verzichtet hat, auf Vorteil zu spielen). Das hätte vielleicht Chancen ergeben, sicher aber kein direkter Weg zum Vorteil oder sogar Gewinn.


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